Rekordtemperaturen im Landkreis Nienburg erwartet / Waldbrandgefahr auf höchster Stufe

Hitzewelle lässt den Landkreis schwitzen

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In Hassel standen am Montagabend Strohballen in Brand.

Landkreis Nienburg - von Leif Rullhusen. Nach Gewitter nun Hitze und Trockenheit: Den Landkreis Nienburg erwarten Rekordtemperaturen. Die Waldbrandgefahr steigt auf die höchste Stufe.

Am Samstag wurde das Festival „Rock das Ding“ in Balge aufgrund eines Gewitters mit Sturmböen evakuiert, jetzt hält eine Hitzewelle den Landkreis Nienburg in Atem. Am Donnerstag soll das Thermometer sogar bis auf 38 Grad Celsius steigen. Nicht nur für Menschen und Tiere sind diese Bedingungen eine enorme Belastung, zumal die kommenden Nächte kaum Abkühlung versprechen.

Bis auf 38 Grad sollen die Temperaturen am Donnerstag klettern.

Die extremen Wetterbedingungen in Kombination mit den trockenen Böden lassen auch die Brandgefahr in Wald, Moor und Heide wieder massiv ansteigen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet bereits für Mittwoch eine hohe und ab Donnerstag eine sehr hohe Waldbrandgefahr für den Landkreis Nienburg – insbesondere zwischen Hoya und Stolzenau. Hier erreicht der Gefahrenindex die höchste Stufe.

Borkenkäferbefall und Wassermangel

„Die Ereignisse auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern verdeutlichen, dass durch Brände erhebliche Gefahren für Eigentum und Leben entstehen können“, verdeutlicht Landkreissprecher Cord Steinbrecher. Anfang dieses Monats waren dort 1200 Hektar Wald Raub der Flammen geworden, mehrere Dörfer mussten zwischenzeitlich evakuiert werden. Durch Borkenkäferbefall und Wassermangel seien aktuell zahlreiche Fichtenbestände abgestorben und vertrocknet. „Auch das Gras an Straßen- und Waldrändern ist bereits extrem trocken.“ Von diesen Flächen gehe die Gefahr aus, dass sich das Feuer sehr schnell ausbreiten kann.

Der Waldbrandgefahrenindex steigt am Donnerstag auf die höchste Stufe.

Hinzu kommt, dass derzeit Erntesaison ist. Sowohl das abgeerntete Stroh, wie auch die heißen Motoren der Erntegeräte im Dauereinsatz sind große Gefahrenquellen. Das belegt ein Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren Hassel, Eystrup und Hoya am Montagabend. In Hassel standen 33 Strohballen in Brand, den die Brandbekämpfer mit Unterstützung ortsansässiger Landwirte schnell löschen konnten. Mit einem Radlader und einem Teleskoplader fuhren sie den Strohhaufen auf dem Feld auseinander, damit die Einsatzkräfte diese mit Wasser und Netzmittel endgültig abzulöschen konnten. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, die Trockenheit dürfte aber eine entscheidende Rolle gespielt haben.

In diesem Zusammenhang weisen der Landkreis Nienburg und die Landesforsten auf Verhaltensregeln hin, die eigentlich selbstverständlich sein sollten: Generell gilt es, im Wald und in der freien Natur erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit walten zu lassen.In Niedersachsen sind in Wald, Moor und Heide das Anzünden von Feuer und das Rauchen gesetzlich verboten. Waldbrandgefahr geht aber auch von liegengelassenen Flaschen und Glasscherben sowie von achtlos entlang der Straßen aus dem Fenster geworfenen Zigaretten aus. Zudem sollten Waldbesucher die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen blockieren und beim Abstellen der Fahrzeuge nur ausgewiesene Parkplätze nutzen. Insbesondere sollten Fahrzeuge nicht über trockenem Bodenbewuchs abgestellt werden.

Bei der Hitze sollte man viel trinken

Die Menschen sollten aber nicht vergessen, auch auf sich selbst zu achten. „Eine anhaltende Hitzeperiode belastet den Körper und kann mit gesundheitlichen Problemen bis hin zu ernsten Erkrankungen verbunden sein“, betont Roland Suchenwirth, Umweltmediziner am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt.

Vorsorglich sollte man bei der Hitze genügend trinken, mahnt das Gesundheitsministerium.

„Warnzeichen des Körpers wie Kreislaufbeschwerden, Muskelkrämpfe, Bauchkrämpfe, Erschöpfungs- oder Schwächegefühl sollten unbedingt ernst genommen werden.Ein Hitzschlag oder ein Sonnenstich können lebensgefährlich sein. In diesem Fall sollte sofort ein Arzt verständigt werden.“ Vorsorglich sollte man reichlich alkoholfreie Getränke – am besten Wasser und Fruchtsäfte – trinken, Tätigkeiten im Freien auf die Morgen- und Abendstunden beschränken und tagsüber körperliche Belastungen vermeiden. Auch eine kühle Dusche, ein kühles Bad oder ein Fußbad helfen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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