Bürgerbefragung: 59 Prozent stimmen gegen Einführung von Straßennamen

Hilgermissen bleibt namenlos

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Anja Thies und Frank Beermann leeren im Wahllokal „Thielhorn“ in Wechold die Urne mit den Landtagswahlzetteln. Die waren schon deutlich vor 19 Uhr ausgewertet, dann folgte die Auszählung der Bürgerbefragung. ·

Hilgermissen - Von Michael Wendt. „Nach einem so deutlichen Ergebnis ist es für uns im Rat nun relativ  einfach, eine Entscheidung zu treffen“, sagte Hilgermissens Bürgermeister Johann Hustedt (Wählergemeinschaft) gestern Abend.

Die Bürgerbefragung hatte ergeben, dass 59 Prozent der Einwohner der Gemeinde die Einführung von Straßen namen ablehnen. „Ich würde mich freuen, dem Landeswahlleiter eine 100 Prozent Wahlbeteiligung melden zu können“, hatte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer bei den Infoveranstaltungen gescherzt. Ganz so kam es nicht: 73 Prozent der an die Urne gerufenen Bürger gaben ihre Stimme ab. Zum Vergleich: In den drei Wahllokalen in Wechold, Hilgermissen und Magelsen beteiligten sich nur 65 Prozent an der Landtagswahl. Dirk Prange, Wahlhelfer in Wechold, sagte: „Einige haben bei der Zettelausgabe gleich abgewunken und wollten nur den gelben für die Bürgerbefragung.“

Am größten war die Ablehnung mit 65 Prozent Gegenstimmen in Eitzendorf und Magelsen. Heike Beermann äußerte sich als Vertreterin der Wählerinitiative für Hilgermissen (WfH) enttäuscht: „Aber wir akzeptieren das natürlich so und freuen uns über die hohe Wahlbeteiligung.“ Vielleicht hätte die WfH als Befürworterin von Straßennamen die Fakten noch deutlicher machen müssen, sagte sie. „Erst kürzlich bin ich gefragt worden, ob denn die Ortsschilder dann auch verschwinden.“ Das Beispiel zeige die Verunsicherung der Bürger in dieser Frage.

Für Heike Beermann ist mit der Befragung das Thema Straßennamen auf absehbare Zeit abgehakt: „Ich denke, wir werden es nicht wieder auf den Tisch bringen.“

„Hausnummern an die Straße bringen“

    Johann Hustedt sagte, er hätte mit beiden Entscheidungen leben können, gilt aber als Gegner von Straßennamen. „Wir müssen nun nacharbeiten“, forderte der Bürgermeister. Er kennt die Schwächen des Hausnummern-Systems und verspricht: „Ich werde die Besitzer von zurückliegenden Häusern auffordern, ihre Hausnummern an der Straße kenntlich zu machen.“ Das könnte etwa Rettungsdiensten die Navigation erleichtern. Angesichts des deutlichen Wahlausgangs wünscht sich Hustedt, „dass nun wieder Ruhe in der Gemeinde einkehrt“.

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