Wasserverband setzt erstmals neuartige PE-Rohre im Trinkwassernetz Uchte ein

„Günstiger, hygienischer und langlebiger“

An der Trinkwasser-Baustelle in Uchte: Alexander Gromut (r.), Spezialist für das Schweißen von PE-Rohren, Uwe Witte (l.), Chef der ausführenden Firma, daneben Joachim Oltmann sowie Wassermeister Thorsten Edel. ·

Nienburg · Dass in Uchte das Trinkwasserleitungsnetz modernisiert wird, ist an sich nichts Neues. Neu ist aber das Material, das dort zum Einsatz kommt: Auf einer rund 460 Meter langen Strecke im Bereich „Am Teich/Auf dem Kaltenhagen“ bringt die Firma Witte im Auftrag des Wasserverbands Nienburg-Süd PE-Rohre in die Erde.

Auf die hält Joachim Oltmann, Abteilungsleiter Trinkwasserversorgung beim Kreisverband für Wasserwirtschaft, große Stücke.

In längst vergangenen Zeiten kamen für die Trinkwasserversorgung meist Grauguss-Leitungen zum Einsatz. Doch die haben ihre Schwächen, weiß der Fachmann: „Gerade Guss-Leitungen sind sehr anfällig für Krustierungen.“ Was sich dahinter verbirgt, zeigt Joachim Oltmann anhand eines Rohrstückes, das er an einer anderen Baustelle „geborgen“ hat: Im Inneren des Rohres hat sich eine dicke braune Kruste abgesetzt. Platz für Wasser blieb da kaum noch. „Wenn sich Leitungen so zusetzen, hat das vor allem zwei Folgen“, erläutert Wassermeister Thorsten Edel: „Zum einen kann es zu sogenanntem Braunwasser kommen: Im Sommer steigt der Wasserbedarf, die Fließgeschwindigkeit in den Leitungen erhöht sich, Ablagerungen werden mitgerissen, und im Haus kommt bräunliches Wasser aus dem Hahn. Das ist zwar unbedenklich – die Ablagerungen bestehen ja größtenteils aus Eisen – aber sieht nicht schön aus und entspricht auch nicht den Hygienevorschriften.“ Gefährlich kann die zweite Folge verkrusteter Leitungen sein: Durch den verengten Rohrdurchmesser kann es im Ernstfall passieren, dass die Feuerwehr nicht genügend Wasser zur Brandbekämpfung zur Verfügung hat. „Von den rund 1 300 Kilometer Hauptleitungen im Bereich des Kreisverbands gibt es immer wieder Bereiche, bei denen eine Erneuerung notwendig wird“, so Oltmann.

„In Uchte gibt es die größte Konzentration von Grauguss-Rohren. Hier laufen die Austauschmaßnahmen seit elf Jahren.“ Bislang wurden die Metallrohre durch PVC ersetzt; im Bereich „Am Teich/Auf dem Kaltenhagen“ kommt PE zum Einsatz. Dessen Vorteil bringt Joachim Oltmann einprägsam auf den Punkt: „Drei Worte: Hygienischer, günstiger und langlebiger.“ Oder etwas ausführlicher: „Der Vorteil ist, dass wir PE-Armaturen gleich mit einschweißen können. Das spart Kosten und erhöht die Nutzungsdauer.“

Hielten die alten Grauguss-Rohre bis zu 50 Jahre, bringt es PE nach Einschätzung von Uwe Witte, Chef des bauausführenden Unternehmens, auf bis zu 100 Jahre. Braunwasser und eventuelle Druckschwankungen sind damit Vergangenheit. Oltmann geht davon aus, dass die gesamte Maßnahme inklusive neuer Hausanschlüsse und des Austausches eines Dükers rund acht Wochen dauert. „Das Projekt ist mit den Anwohnern und der Samtgemeinde abgestimmt. Für die Bürgerinnen und Bürger entstehen keine Kosten, und mit Verkehrsbehinderungen ist kaum zu rechnen.“ · sd

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