Kinobetreiber wünschen sich Planbarkeit

Zweiter Lockdown kam für den Filmhof Hoya überraschend

Nicht untätig trotz Schließung: Elke Brümmer hat die Zeit genutzt und neue Flügeltüren im großen Saal des Kinos einbauen lassen. Sie dienen als Ausgang während der Corona-Pandemie.
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Nicht untätig trotz Schließung: Elke Brümmer hat die Zeit genutzt und neue Flügeltüren im großen Saal des Kinos einbauen lassen. Sie dienen als Ausgang während der Corona-Pandemie.

Hoya – Die Ansage der Regierung, dass Gaststätten und Kinos wieder schließen müssen, sei Ende Oktober völlig überraschend gekommen. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Elke Brümmer, Geschäftsführerin des Filmhofs Hoya. Ihr sei dann aber direkt bewusst gewesen, dass es in diesem Jahr keine erneute Öffnung der Lichtspielhäuser mehr geben werde. Das hätten sie die Erfahrungen der vergangenen Monate gelehrt.

Sie sagt aber trotzdem: „Für uns wäre es leichter, wenn es eine klare Ansage geben würde, wann wir wieder öffnen dürfen.“ Die Verlängerung des „Lockdowns light“ bis zum 10. Januar sei aus ihrer Sicht noch nicht das Ende. Die Kinobranche rechne damit, erst im März 2021 wieder Besucher empfangen zu dürfen. „Um das Ganze planbarer für alle zu gestalten, fehlen uns aber die Aussagen dazu“, meint Elke Brümmer.

Die Planbarkeit sei auch im Zusammenhang mit der Bestellung der Filme und Waren wichtig. Die Verleiher würden meist drei bis vier Wochen Vorlaufzeit brauchen. „Wir könnten dann zwar öffnen und könnten auch Filme zeigen, wir haben ja welche hier, aber nicht direkt die ganz neuen“, erklärt die Kinobetreiberin.

Ein weiterer Nachteil: Viele Filme würden bereits jetzt über sogenannte Streamingdienste wie Amazon Prime oder Netflix veröffentlicht. Disney habe beispielsweise die Vorstellungen in den Kinos übersprungen und Blockbuster wie „Mulan“ oder „Soul“ direkt auf dem eigenen Portal freigegeben. Brümmer rechnet damit, dass kurz vor Weihnachten noch einmal einige Streifen online zu sehen sein werden, die eigentlich erst auf den großen Leinwänden hätten laufen sollen. „Die Verleiher und Produktionsfirmen wollen auch nicht länger drauf warten, dass die Kinos wieder öffnen dürfen“, meint die Filmhof-Geschäftsführerin.

Schade findet sie, dass die Kinos die Leidtragenden sind. Aus ihrer Sicht sei die Schließung nicht nötig gewesen. Die Hygienekonzepte seien gut, es gebe in Hoya ausreichend Platz zwischen den Gästen und es werde während der Vorstellungen nicht gesprochen. Das Infektionsrisiko in den Kinosälen sei sehr gering.

„Vor dem zweiten Lockdown lief es wieder gut“, beschreibt Brümmer. Die Besucher seien wieder regelmäßig gekommen und das Programm sei ansprechend gewesen. Zum Vergleich: Ganz anders habe es Anfang dieses Jahres ausgesehen. Dort seien die Besucher aus Furcht vor dem Coronavirus und dessen Ansteckungsgefahr schon Wochen vor dem ersten Lockdown ausgeblieben.

Die finanziellen Hilfen, welche die Regierung zugesagt habe, seien laut Brümmer gut durchdacht. Ohne diese würden wohl einige Betriebe pleite gehen. „Gerade Kinos haben Fixkosten. Egal, ob sie öffnen oder nicht“, meint sie. Unter anderem müssten die Maschinen mindestens einmal die Woche in Gang gebracht werden, damit sie sich nicht kaputtstehen. Hinzu kommen Miet- und Stromkosten.

Brümmer ist trotz der Schließung des Filmhofs fünfmal die Woche dort, kümmert sich um Bürotätigkeiten und koordiniert die Handwerksarbeiten. So seien die vergangenen Wochen dafür genutzt worden, neue Flügeltüren im großen Saal des Filmhofs einzubauen. Die alten seien aus dem Jahr 1946 gewesen und hätten den Ansprüchen nicht mehr genügt. Erst recht nicht mehr, seitdem die Seitentüren während der Pandemie als Ausgänge genutzt würden, um das Einbahnstraßensystem in den Räumlichkeiten einzuhalten. Des Weiteren sei der Bereich vor dem Eingang des Hoyaer Kinos neu gestaltet worden.

Die neue Optik können Kunden beispielsweise am 19. Dezember begutachten. Dann findet beim Filmhof von 11.30 bis 15.30 Uhr ein Gutscheinverkauf rechtzeitig zum Weihnachtsfest statt.

Von Rebecca Göllner-martin

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