Anmeldung von Autos, Wohnmobilen und Co.

Zulassungsstelle Hoya: Lange Wartezeiten sorgen zu Krisenbeginn für Ärger

Die Fahrzeuge des Autohauses Grünhagen sind im vergangenen Jahr weniger nachgefragt worden.
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Die Fahrzeuge des Autohauses Grünhagen sind im vergangenen Jahr weniger nachgefragt worden.

Hoya – Viele Bürger haben sich während der Corona-Pandemie auf den Weg in die Zulassungsstelle in Hoya gemacht, um dort ein neues Auto, ein Wohnmobil oder ein Motorrad anzumelden. Wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos musste das gesamte Rathaus jedoch Zugangsbeschränkungen erlassen, wonach das Gebäude nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung betreten werden konnte.

Deswegen kam es zwischenzeitlich zu langen Wartezeiten auf einen Termin in der Zulassungsstelle, was bei einigen Bürgern für Ärger sorgte.

In Hoya sei es jedoch noch gut gelaufen, andere Rathäuser hätten sogar ganz schließen müssen, weiß Uwe Back, Fachbereichsleiter Bürgerservice. Für ihn war immer klar: „Eine Gemeinde muss auch in Krisenzeiten funktionieren und als Ansprechpartner für Bürger zur Verfügung stehen.“ Nicht nur in Hoya sei es zu längeren Vorlaufzeiten zu Beginn der Pandemie gekommen, sondern auch in allen anderen Zulassungsstellen des Landkreises Nienburg. „Zu dieser Jahreszeit standen viele Zulassungen an“, nennt Uwe Back einen Grund.

„Im März und April war es wie ein Hype, und es kam zu Vorlaufzeiten zwischen zwei und drei Wochen“, erinnern sich Petra Gundlach und Sarah Henschel von der Kfz-Zulassungsstelle im Hoyaer Rathaus. Neben Autos seien während der Krise ganz besonders Wohnmobile, Motorräder und Gartenanhänger gefragt. „Wohnmobile galten schon als neue Hamsterkäufe bei uns“, meint Petra Gundlach.

Ein weiterer Grund für die langen Wartezeiten: Coronabedingt arbeitete das gesamte Rathaus-Team zunächst in Schichten. Einige, denen es möglich war, gingen ins Homeoffice. Gerade Eltern von schulpflichtigen Kindern versuchte das Rathaus auf diese Weise unter die Arme zu greifen. Diese Chance ergriff kurzfristig auch Sarah Henschel, sodass die Zulassungsstelle für eine gewisse Zeit nur von einer vor Ort anwesenden Person besetzt war. Um den Andrang dennoch bewältigen zu können, half vertretungsweise Samantha Lohrberg aus. Aktuell ist die Stelle jedoch wieder durchgängig von den beiden Kräften Petra Gundlach und Sarah Henschel besetzt.

Beigetragen zu einer Verbesserung des Ablaufs habe dann die im Oktober 2020 eingerichtete Online-Terminvergabe, so Uwe Back. Die Besucher könnten ihren Termin für die Zulassungsstelle nun selbst im Internet buchen. Zwar sei es immer noch möglich, telefonisch einen Termin zu vereinbaren, das Online-Angebot spare jedoch Arbeitszeit ein, die dann für die Bearbeitung der anstehenden Fälle verwendet werden könne.

Mit dem Lockdown habe sich auch der Andrang verringert. „Das könnte daran liegen, dass die Autohäuser während dieser Zeit nicht wie gewohnt verkaufen konnten“, vermutet Sarah Henschel.

Das bestätigt auch Ralf Grünhagen, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Hoya. „Insgesamt haben wir 2020 um die zehn Prozent weniger verkauft als noch 2019“, sagt er. Auch der Dezember sowie der Januar 2020 seien vergleichsweise schlechte Monate gewesen. Anderen Autohäusern gehe es nicht anders. „Die Nachfrage im Einzelkundenbereich ist einfach zu gering“, erläutert Ralf Grünhagen.

In Bezug auf die Kfz-Zulassungen würden daher seiner Meinung nach die Hersteller, die ihre Fahrzeuge sowie die ihrer Mitarbeiter selbst zulassen, die Statistik in die Höhe treiben. Auch er lasse die verkauften Autos seines Unternehmens selbst bei der entsprechenden Behörde zu. „Daher konnten wir im vergangenen Jahr an die Stelle in Hoya ebenfalls weniger Zulassungen melden“, räumt er ein.

Das Team der Kfz-Zulassung in Hoya: Petra Gundlach und Sarah Henschel (von links) kümmern sich um die Anliegen der Kunden.

Bei ihm wirkt sich die Pandemie – wie bei vielen anderen Anbietern auch – aber nicht nur auf die Verkaufszahlen, sondern auch auf den Werkstattbetrieb aus. „Da viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schickten, fahren die natürlich auch weniger mit ihrem Auto. Das bedeutet somit weniger Verschleiß. Zudem verdienen sie nicht mehr so viel wie vorher, und das Geld für eine Reparatur ist knapp.“ Hinzu komme noch die Verunsicherung über das Ansteckungsrisiko. „Einige haben Angst, in die Werkstätten zu kommen, obwohl wir ein gutes Hygienekonzept aufweisen können“, sagt der Autohausinhaber.

Wie lange Kunden der Kfz-Zulassungsstelle in Hoya aktuell auf einen Termin warten müssten, könne nicht genau beziffert werden. „Manchmal dauert es drei oder vier Tage. Manchmal auch eine Woche“, erklärt Fachbereichsleiter Uwe Back. Sobald ein Termin ausfalle, könne dafür jedoch ein anderer kurzfristig nachrücken.

Einige wenige Menschen seien jedoch weiterhin erbost über die Vorlaufzeiten. „Natürlich gibt es auch mal schwierige Fälle. Ich habe auch das Gefühl, dass die Akzeptanz und das Verständnis im vergangenen Jahr abgenommen haben“, so Sarah Henschel. Das Einzige, was ihnen in einer solchen Situation übrig bleibe, sei um Verständnis zu bitten, die schwierige Lage zu erklären und auf die weiteren Standorte in Nienburg und Uchte hinzuweisen.

Dass Kunden tatsächlich eine der anderen Stellen aufsuchen müssten, passiere jedoch in den seltensten Fällen. „Wir versuchen, jeden zufriedenzustellen, und in der Regel haben die Kunden auch Verständnis“, weiß Petra Gundlach. Außerdem seien exakt getaktete Termine angesichts der Situation enorm wichtig. Es handle sich dabei um eine reine Sicherheitsmaßnahme. „Zudem sollte man auch immer daran denken, dass es sich bei der Zulassung nicht um eine wichtige Herz-OP handelt, und wir hier nicht in der Notaufnahme arbeiten.“

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