Ziel: Artenvielfalt verbessern

Ehler Harms und Karl-Heinz Nordhausen legen Umweltkataster für Schweringen an

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Was blüht denn da? Karl-Heinz Nordhausen (links) und Ehler Harms schauen sich die Wegeseitenränder an.

Schweringen - Von Bernd Andermann. Die Gruppen der Wählergemeinschaft „Wir für Schweringen“ und von Bündnis 90/Die Grünen haben kürzlich einen Antrag an den Rat der Gemeinde Schweringen zur Erstellung eines Umweltkatasterregisters gestellt. „Der Antrag wurde positiv vom Rat entschieden“, freuen sich Ratsherr Ehler Harms und Mitstreiter Karl-Heinz Nordhausen. Die beiden Männer wollen ehrenamtlich das Verzeichnis erarbeiten, um die Artenvielfalt der Flora und Fauna an den Wege- und Gewässerrändern sowie bei den Feldgehölzen in der Gemeinde Schweringen zu verbessern.

In dem geplanten Umweltregister sollen die Liegenschaften der Gemeinde in digitaler Form erfasst werden. Dabei werden die Wege und Flächenliegenschaften durch eine Markierung besonders hervorgehoben. „Jeder Weg soll einer Flurkarte mit Fotos zugeordnet werden“, berichtet Ehler Harms vom Bündnis 90/Die Grünen. Eine wichtige Rolle spiele bei der Erstellung des Umweltkatasters der Umgang mit den Wegeseitenrändern zur Vernetzung der Biotope.

Schon seit Jahren werde laut Harms über den richtigen Umgang und die Art der Pflege diskutiert. Dazu zähle beispielsweise die Bearbeitung von Krautsäumen mit ihren Gräsern und Kräutern. Zur Entwicklung von mehr Arten soll auf der Grundlage des Umweltkatasters in Zusammenarbeit mit den vor Ort wirtschaftenden Landwirten, Jägern, Imkern und interessierten Bürgern ein neuer Mähplan entwickelt werden. Der Leitfaden dazu soll sein, dass sich die krautigen Pflanzen und Gräser bis zur Samenreife entwickeln können und auch im Winter in einem möglichst lang gewachsenen Zustand erhalten bleiben. 

„Dadurch soll mehr Schutz und Nahrung für Insekten, Kleinsäuger und Niederwild auch im Winter gesichert werden“, erklären die Verantwortlichen. Bei den Wegeseitenrändern gehe es um eine entsprechende Pflege der auf natürliche Weise vorkommenden Pflanzen, die wiederum großen Einfluss auf die Insektenwelt hätten.

Wegeseitenränder sind keine Blühstreifen

Ratsmitglied Harms betont, dass es wichtig sei, die Wegeseitenränder mit ihrem natürlichen Bewuchs nicht mit den Blühstreifen zu verwechseln, die gelegentlich von den Landwirten – manchmal in Zusammenarbeit mit Jägern und Imkern – angelegt werden. „Es handelt sich hierbei zwar um ein Themenfeld, ist jedoch in der Sache vollkommen verschieden zu bewerten“, so Harms. Ein Unterschied bestehe unter anderem darin, dass die Wegeseitenränder im Besitz der Gemeinde seien und Blühstreifen als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) in der Regel auf den Flächen von Landwirten angelegt würden.

Für die Umsetzung konkreter Maßnahmen haben die örtlichen Landwirte, Jäger und Imker dem ehrenamtlichen Umweltschützer Ehler Harms regelmäßige Treffen angeboten. Geplant sei unter anderem die Erarbeitung eines Pflegeplanes für die Wegeseitenränder, außerdem sollen gemeinschaftlich Feldgehölze geschnitten und Totholzhaufen angelegt werden.

Weitere Themenbereiche könnten laut Ehler Harms die Anpflanzung von Bäumen und Feldgehölzen, die Schaffung von Nisthilfen, die Pflege von Kleingewässern sowie das Entfernen von Problempflanzen sein. Diese Themen sollen bei den künftigen Informationsversammlungen im Mittelpunkt stehen, erklärt Ehler Harms.

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