Kita von Eltern getragen / Frühlingsfest

„Wundertüte“ ist ein Erfolgsmodell

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Komm auf die Schaukel: „Wundertütenkinder“ mit Anja Laforce, Marlene Schwerner und Anna Hegenberg (von links).

Windhorst - Von Bert Strebe. „Und?“, ruft Marlene Schwerner. „Wer will auf die Nestschaukel?“ Als Antwort bricht Begeisterungsgeheul los, alle Kinder stürmen los. Dass der April gerade eben Regen und Graupel geschickt hat, ist ihnen egal. Und es stört auch Marlene Schwerner nicht allzu sehr. Sie ist eine der beiden Leiterinnen der Kindertagesstätte (Kita) „Wundertüte“ in Windhorst. Es würde sie bloß stören, wenn es auch am Sonnabend, 30. April, regnen würde. Denn da feiert die „Wundertüte“ Frühlingsfest – mit einem Tag der offenen Tür.

Die Kita gab es, zunächst als Elterninitiative, schon 1983. Seit 1996 ist die Einrichtung ein fast normaler Kindergarten. Beheimatet auf dem ehemaligen Hof Windhorst 22, in hellen, großzügigen, liebevoll gestalteten Räumen. Liebevoll heißt: Dielenhohe Decken, an denen man Schaukeln und Klettertücher befestigen kann, das „laute Zimmer“ fürs Toben, das „leise Zimmer“ fürs Ausruhen, das Höhlenzimmer fürs Dunkelmachen. Freundliche Farben, kindgerechte Innenarchitektur, eine ebenso entspannte wie lebendige Atmosphäre. Und fast normal heißt: Keine staatliche Institution und keine Kirche trägt diese Kita. Das tun einzig und allein die Eltern. Allerdings unterstützt die Samtgemeinde die Einrichtung finanziell über Betriebskostenzuschüsse.

„Die Elternarbeit ist sehr wertvoll“, sagt Anja Laforce, die andere Kita-Leiterin. Und Anna Hegenberg, Mutter und Vorstandsmitglied des Trägervereins, erzählt von der „persönlichen Basis“, die man als Vereinsmitglied hat, von der besseren Einbeziehung der Eltern: „Das ist ein ganz anderes Miteinander“. Eltern sind immer beteiligt, an Projekten, Feiern, Arbeiten. Zweimal im Jahr gibt es „Reparaturtage“ – und zwar mit den Kindern. „Es gibt hier gar nicht diese Trennung in Erwachsenen- und Kinderwelt“, sagt Anna Hegenberg.

Das Prinzip der „Wundertüte“ ist es nicht, Kinder unterzubringen. Sondern, wie Anja Laforce und Marlene Schwerner deutlich machen, ihnen Halt zu geben – und so viele Entfaltungschancen wie möglich. Was beim riesengroßen Spielplatz anfängt und beim gemeinsamen Mittagessenkochen mit dem Gemüse aus dem Kita-Garten nicht aufhört. Die beiden Gruppen sind kleiner als anderswo: 10 statt 15 Kinder in der Krippe, 18 statt 25 Kinder in der Gruppe der Drei- bis Sechsjährigen.

Die Qualität hat natürlich ihren Preis. Die Regelbeiträge für eine fünfstündige Krippenbetreuung belaufen sich auf bis zu 185 Euro im Monat, das sind 45 Euro mehr als in den samtgemeindeeigenen Krippen.

In Windhorst muss mindestens ein Elternteil Mitglied im Trägerverein sein. Tatsächlich hat der Verein 80 zahlende Mitglieder, also viel mehr, als die „Wundertüte“ Kinder betreut. Das spricht für sich selbst.

Am Sonnabend, 30. April, feiert die „Wundertüte“ ein Frühlingsfest. Ab 15 Uhr gibt es ein Kuchenbüfett, Musik und Tanz, Lagerfeuer und Informationen. Adresse: Windhorst 22 in Warpe.

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