Die Erfüllung letzter Wünsche

ASN startet Spendenaufruf: Verein benötigt neue Fahrzeuge für Sternenfahrten

Der Verein benötigt für die „Sternenfahrten“ spezielle Fahrzeuge: Sie müssen beispielsweise auf die jeweiligen medizinischen Anforderungen angepasst sein. Zudem soll es dem Fahrgast möglich sein, gut herauszuschauen und auch Begleitpersonen sollen darin Platz finden.
+
Der Verein benötigt für die „Sternenfahrten“ spezielle Fahrzeuge: Sie müssen beispielsweise auf die jeweiligen medizinischen Anforderungen angepasst sein. Zudem soll es dem Fahrgast möglich sein, gut herauszuschauen und auch Begleitpersonen sollen darin Platz finden.

Bücken – Der ASN aus Bücken verwirklicht mit seinen Sternenfahrten letzte Wünsche von schwerkranken Menschen. Der Verein benötigt dafür nun neue Fahrzeuge und startet einen Spendenaufruf.

Wenn sich das Leben durch eine Krankheit dem Ende zuneigt, lassen viele die Vergangenheit noch einmal Revue passieren. Oftmals bleibt dann noch ein Wunsch übrig, den man sich längst hätte erfüllen wollen, für dessen Realisierung aber stets die Zeit oder das Geld fehlte. Beispielsweise einmal im Leben das Meer zu sehen, mit den Füßen im Sand zu stehen und die Seeluft zu genießen oder einen Tag mit seinen Kindern in einem Freizeitpark zu verbringen.

Andere wünschen sich vielleicht nur schlicht und einfach, die verbliebene Zeit mit ihren Liebsten zu verbringen, was sich aber aus gesundheitlichen Gründen nur sehr schwer umsetzen lässt.

Für die Erfüllung solcher letzten Wünsche hat der Ambulance Service Nord (ASN) aus Bücken 2014 die „Sternenfahrten“ ins Leben gerufen. Seit dem ist das ehrenamtliche Team rund um den Vorsitzenden Frank Hupe etlichen Anfragen nachgekommen und hat Menschen, die sich in ihrem letzten Lebensabschnitt befinden, eine Freude gemacht.

Um solche Wünsche aber tatsächlich in die Tat umsetzen braucht es so Einiges. Unter anderem Fahrzeuge, die auf die jeweiligen medizinischen Anforderungen angepasst sind. „Aber es soll natürlich ein ganz besonderes Erlebnis sein, daher geht es ebenso um den Komfort, damit die Fahrgäste beispielsweise gut aus dem Rettungswagen rausgucken können. Manche möchten aber auch an den Strand oder ins Watt. Dafür ist besonderes Equipment notwendig, wie ein Rollstuhl mit Ballonreifen, ein spezieller Tragetisch mit Schwingfederung sowie genügend Sitzplätze für Begleitpersonen “, erklärt Frank Hupe. Bislang konnte der Verein, der sich im Übrigen genauso wie die „Sternenfahrten“ über Spenden von Bürgern, Firmen und Unternehmen aus der Region finanziert, die Touren auch mit seinen Fahrzeugen durchführen. Allerdings sind die Rettungswagen mittlerweile in die Jahre gekommen, haben rund 400 000 Kilometer auf dem Tacho und rosten an allen Ecken und Enden, womit sie bei Weitem nicht mehr die Ansprüche der Betroffenen erfüllen würden. Nur dank des vereinseigenen Kfz-Mechatronikers konnten sie immer wieder fahrtüchtig gehalten werden.

Über die Jahre habe sich der Verein zwar für solche Fälle Reserven geschaffen, diese seien aber nun aufgebraucht. „Während der Pandemie kam es zu einem Spendeneinbruch von rund 80 Prozent“, zeigt sich der Vorsitzende besorgt. Auch die Haupteinnahmequelle des Vereins, die Erste-Hilfe-Kurse habe coronabedingt gelitten, denn zeitweise musste das Angebot ganz eingestellt werden, oder wurde aufgrund der Einschränkungen nur wenig in Anspruch genommen. Der aktuellen Situation geschuldet, musste der Verein daher bereits einige Fahrzeuge veräußern. „Wir haben versucht, die Einnahmeverluste unter anderem durch unser Testzentrum aufzufangen, aber das reicht nicht aus. Zwar sehe ich den ASN nicht bereits morgen in Gefahr, aber das Angebot der ,Sternenfahrten‘ ist momentan nicht mehr zukunftsfähig aufgestellt“, erklärt Frank Hupe.

Die Touren mit den übrigen zwei in die Jahre gekommenen Rettungswagen durchzuführen, sei mittlerweile unglücklich geworden. „Stellen Sie sich mal vor, wir würden liegen bleiben oder es passiert etwas“, sagt der Vorsitzende.

Doch an aufgeben denkt Hupe deswegen nicht. Ihm und seinem Team liegen die „Sternenfahrten“ sehr am Herzen. Denn die Erfüllung der letzten Wünsche sei sowohl für die Betroffenen als auch für deren Angehörige enorm wichtig. „Das ,Danke‘, was wir schlussendlich von den Beteiligten bekommen, ist nicht zu bezahlen“, findet der Vorsitzende. Daher müssen nun neue Fahrzeuge her.

Diesbezüglich ist der Verein auch schon aktiv geworden. Es wurden beispielsweise Gespräche mit VW sowie der Firma B.A.U.S geführt. Der Automobilhersteller habe sich danach bereit erklärt, jeden der beiden neuen Rettungswagen mit 21 000 Euro zu rabattieren. Ein Großspender gab weitere 20 000 Euro dazu. Der Lionsclub, das Palliativnetzwerk im Landkreis Verden, das E-Center Verden sowie zahlreiche Einzelspender stockten die Summe auf, sodass jetzt „nur“ noch knapp 127 000 Euro für die Neuanschaffungen fehlen. „Für solch ausgestattete Fahrzeuge ist das wirklich ein hammer Preis“, sagt Frank Hupe. Um das Geld zusammenzubekommen, startete der ASN jetzt einen Spendenaufruf. „Das mussten wir seit unserer Gründung im Jahr 1999 noch nie machen. Daher war es auch kein einfacher Schritt. Aber jetzt benötigen wir Hilfe und glauben fest daran, dass es Menschen gibt, die uns darin unterstützen möchten, Schwerkranken auch weiterhin ihren letzten Herzenswunsch erfüllen zu können.“

Spenden

Wer den Verein unterstützen möchte, kann die Spendenkampagne unter www.gofundme.de und dem Stichwort „Sternenfahrten“ finden. Aktuell wurden darüber bereits rund 4 000 Euro gesammelt. Zudem gibt es ein Spendenkonto: DE90 2915 1700 1530 0050 06. „Das bisherige Kapital macht uns zuversichtlich für die Umsetzung unseres Traums“, so der ASN.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Gericht stoppt Edeka in Eystrup

Gericht stoppt Edeka in Eystrup

Gericht stoppt Edeka in Eystrup
Projekt „Soziale Dorfentwicklung“ schafft mit App einen digitalen Marktplatz für die Region

Projekt „Soziale Dorfentwicklung“ schafft mit App einen digitalen Marktplatz für die Region

Projekt „Soziale Dorfentwicklung“ schafft mit App einen digitalen Marktplatz für die Region
Kommunalarchäologe Daniel Lau trägt zu Gefangenenlagern und Synagogen vor

Kommunalarchäologe Daniel Lau trägt zu Gefangenenlagern und Synagogen vor

Kommunalarchäologe Daniel Lau trägt zu Gefangenenlagern und Synagogen vor
ASN eröffnet Testzentrum in Bücken

ASN eröffnet Testzentrum in Bücken

ASN eröffnet Testzentrum in Bücken

Kommentare