Rat will zunächst Kosten ermitteln lassen / Aktuelle Fassung nicht rechtssicher

Schweringen debattiert über mögliche neue Bauvorschrift

+
Bürgermeister Bernd Meyer (links), Gemeindedirektor Detlef Meyer und die zweite Gemeindedirektorin Ute Hennig bei der Ratssitzung am Montag.

Von Julia Kreykenbohm. Die Frage, ob es eine neue Örtliche Bauvorschrift (ÖBV) für Schweringen geben sollte, löste am Montagabend im Gemeinderat eine lebhafte Debatte aus. Die bestehende Bauvorschrift stammt aus dem Jahr 1984 und ist nicht mehr zeitgemäß. Am Ende einigten sich die Ratsmitglieder darauf, zunächst einmal die Kosten zu ermitteln, die eine neue ÖBV verursachen würde.

In der bestehenden ÖBV werden „Dinge vorgeschrieben, die heute juristisch nicht mehr haltbar sind“, sagte Bürgermeister Bernd Meyer (Wählergemeinschaft, WG). So könne man damit keinen Bauherren mehr anhalten, eine bestimmte Ziegel- oder Steinfarbe zu wählen. Nun steht die Frage im Raum, ob man die Bauvorschrift ganz fallenlassen oder mithilfe eines Planungsbüros eine neue erstellen soll.

„Die Gestaltungsfragen sind sehr akut“, sagte Bernd Meyer. „Wir brauchen deswegen ein Konzept. Allerdings müssen wir darin genau begründen, warum wir dieses oder jenes verbieten oder fordern, sonst wird es vor Gericht keinen Bestand haben. Wir brauchen Vorschriften, die durchsetzbar sind. Zudem müssen wir uns fragen, ob diese für das gesamte Gebiet gelten sollen.“

Kurowski: „Wir möchten kein Container-Gebiet“

Die erste stellvertretende Bürgermeisterin, Elisabeth Kurowski (CDU), sendete einen leidenschaftlichen Appell an die Ratsmitglieder, sich für eine ÖBV zu entscheiden. „Die Häuser im Dorf sollen eine Familie bilden, darum müssen wir versuchen, die traditionellen Elemente zu erhalten. Wir können zwar nicht mehr alles vorschreiben, aber auf die Dinge, auf die wir noch Einfluss nehmen können, sollten wir auch Einfluss nehmen.“ So könne man beispielsweise Flachdächer verbieten, die den dörflichen Charakter zerstören würden. „Wir möchten kein Container-Sammelgebiet in Schweringen“, sagte Elisabeth Kurowski.

Pöttker: „Sehe keine Gefahr für Kunterbuntes“

Stefan Verheyen (WG) stimmte Kurowski zu, sprach sich jedoch auch dafür aus, lockere Vorschriften zu erlassen, um potenzielle Bauherren nicht zu verschrecken.

Gemeindedirektor Detlef Meyer sah das ähnlich, in einem Neubaugebiet seien die Vorschriften kaum durchzusetzen, weil die Gemeinde im Wettbewerb mit anderen steht. „Die neuen Vorschriften müssen sich also mehr auf den Ortskern konzentrieren.“

Jörg Pöttker (CDU) stand den Bedenken seiner Ratskollegen skeptisch gegenüber. „Ich sehe keine Gefahr für eine kunterbunte Kiste“, sagte er. Weil im Ortskern doch ohnehin nahezu alle Flächen bebaut seien, sei es vermutlich gar nicht sinnvoll, für teures Geld eine neue ÖBV zu erstellen. Elisabeth Kurowski widersprach: „Wir sollten das nicht unterschätzen. Im Moment gibt es zwar tatsächlich kaum Flächen, die zur Verfügung stehen, aber bei einem Generationswechsel, bei dem die Erben die Grundstücke ihrer Eltern verkaufen, kann sich das schnell ändern. Außerdem müssen wir auch die Höfe im Blick haben, die saniert werden.“

Schlussendlich will der Rat die Kosten für eine neue ÖBV ermitteln lassen und danach erneut beraten. „Der Wunsch nach einer neuen Bauvorschrift ist da, schließlich möchten wir ein Steuerungsinstrument behalten“, sagte Bernd Meyer. Doch sie müsse im Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen.

Mehr zum Thema:

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Warschau will neuen Glanz für Praga

Warschau will neuen Glanz für Praga

Meistgelesene Artikel

Dieses Reh hat dem Wolf offensichtlich gemundet

Dieses Reh hat dem Wolf offensichtlich gemundet

Landwirt stirbt an schweren Verletzungen

Landwirt stirbt an schweren Verletzungen

Grausamer Fund gibt Rätsel auf

Grausamer Fund gibt Rätsel auf

Drei Monate nach Unfall soll Bahnwrack abtransportiert werden

Drei Monate nach Unfall soll Bahnwrack abtransportiert werden

Kommentare