Wildernde Tiere im „Blutrausch“

Entlaufene Huskys greifen Schafe an und treiben sie in die Weser - Jäger erschießt die Angreifer

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Über ein Dutzend Tiere überleben nicht.

Mehrere Schafe sind im Landkreis Nienburg gestorben, nachdem zwei wildernde Huskys die Herde angegriffen hatten. Die Feuerwehr rettete die verängstigten Tiere aus der Weser, einige Schafe waren tot. Ein Jäger erschoss die Hunde.

Stendern - Ein Binnenschiffer auf der Weser meldete der Polizei am Donnerstagmorgen gegen kurz nach 6 Uhr, dass im Bereich Bücken eine kleinere Schafherde von zwei Hunden attackiert wurde.

Der Hinweisgeber erkannte, dass bereits einige Schafe in die Weser geflüchtet waren. Die alarmierten Einsatzkräfte der Feuerwehr musste fünf der Tiere mithilfe des Mehrzweckbootes der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Nienburg tot aus dem Wasser bergen. Sechs der Tiere hatten entkräftet den Weg durch die Weser bis an die andere Uferseite geschafft. Dort wurden sie eingefangen.

Die Besatzung des Feuerwehrbootes rettete einige Schafe aus der Weser.

Mehrere Schafe durch angreifende Hunde getötet

Auf der Weide lagen bereits eine Reihe von Tieren zum Teil verletzt, zum Teil augenscheinlich bereits tot. Zu seinem eigenen Schutz und zum Beenden der Angriffe auf die Schafe erschoss ein erfahrener Jäger die beiden schäferhundgroßen Hunde. Über die Identität des Schützen wurden von Polizei und Beteiligten keine weiteren Angaben gemacht. 

Im Rahmen der Ermittlungen der Polizei Hoya bestätigte sich der Verdacht, dass es sich bei den beiden Hunden um zwei Huskys gehandelt hatte, die bereits seit Dienstagabend, 7. Mai in Holtrup vermisst wurden. Über den Chip der Hunde identifizierte ein Tierarzt die beiden vermissten Huskys.

Jäger grundsätzlich zum Abschuss berechtigt

Grundsätzlich habe sich der Schütze in einem ausgewiesenen Jagdgebiet aufgehalten, als er die Hunde erschoss, erklärt Polizeisprecher Axel Bergmann die Situation. Der Mann habe zudem die Erlaubnis, die genutzte Waffe zu führen. „In einer derartigen Situation liegt es im Ermessen eines Jägers, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“

In diesem speziellen Fall habe der Mann offenbar davon ausgehen müssen, dass die Hunde im „Blutrausch“ nicht nur eine Gefahr für die Tiere, sondern auch für sein eigenes Wohl darstellten. Die letztendliche Beurteilung der Situation liege allerdings nicht im Aufgabenbereich der Polizei, betont Bergmann und verweist auf die ausstehenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Verden.

Feuerwehr bis zum Mittag im Einsatz

Bis gegen 10 Uhr führte die Feuerwehr die Bergung der Tiere aus der Weser durch. Über ein Dutzend Schafe wurden entweder von den Hunden getötet, mussten schwer verletzt eingeschläfert werden oder wurden tierärztlich versorgt.

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