Widersprüchliche Aussagen

Angeklagte wollen „nicht in Tötungsabsicht gehandelt haben“

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Die Sitzung geht Donnerstag weiter.

Hoya/Verden - Zwei der vier Angeklagten in dem Verdener Landgerichtsprozess um einen versuchten Mord im Mai 2019 haben sich Mittwoch zu den Tatvorwürfen geäußert. Sie sollen einen 35-Jährigen in Hoya grundlos angegriffen und fast getötet haben. Teilweise widersprachen sie sich in ihren Aussagen gegenseitig, es gab aber auch Widersprüche zu den eigenen, im Ermittlungsverfahren gemachten Angaben.

Die anderen beiden Angeklagten wollen sich beim Fortsetzungstermin am Donnerstag lediglich über ihre Verteidiger äußern. Vielleicht ergibt sich dann ein klareres Bild von dem Tatgeschehen.

Ihre Beteiligung haben die beiden 17-Jährigen aus Eystrup und Duddenhausen Mittwoch eingeräumt, allerdings wollen sie nicht in Tötungsabsicht gehandelt haben. Mitunter wurden die eigenen Tathandlungen auch nur als geringfügig dargestellt. Der Vorsitzende Richter Lars Engelke stellte bei dem 17-Jährigen aus Eystrup infrage, ob man das dann überhaupt noch positiv als Teilgeständnis werten könne.

Angeklagte dürfen im Strafprozess lügen. Unter Wahrheitspflicht stehen aber zwei Augenzeugen, die Donnerstag aussagen sollen. Im Oktober 2019 mussten sich die beiden 17-Jährigen selbst wegen unterlassener Hilfeleistung vor der Jugendrichterin des Nienburger Amtsgerichtes verantworten. Sie hatten die Tat in Hoya beobachtet, waren aber nicht eingeschritten. Ihre Urteile sind inzwischen rechtskräftig, somit besteht für sie die Pflicht zur Aussage. In der Aussage des 17 Jahre alten Angeklagten aus Duddenhausen ging es Mittwoch auch um drei weitere Anklagepunkte. Hinsichtlich eines Handydiebstahls in der Sporthalle der Gutenbergschule am Tag der als versuchten Mord angeklagten Tat gab es nichts zu relativieren. Vorgeworfen wird dem jungen Mann zudem eine Körperverletzung Ende März 2019 in Hoya an der Weserpromenade. Erinnerungslücken versuchte er auch bei dieser Tat mit seiner Alkoholisierung zu erklären. Ein 26 Jahre alter Geschädigter berichtete in diesem Fall von einem Schlag, den er von dem Angeklagten gegen den Kopf bekommen habe. Bei dem Tatgeschehen sei er von dem 17-Jährigen außerdem mit einem Messer bedroht worden. „Die wollten den Hund auf mich loslassen“, behauptete der Angeklagte. Eine 25-Jährige aus Hoya schilderte, wie sie verbal beleidigt und von dem Angeklagten bespuckt worden sei.

Bei einem weiteren Anklagevorwurf ist die Identität des Opfers nicht bekannt. Im Zuge der Ermittlungen nach der Gewalttat am 9. Mai hatten die Beamten ein Video auf dem Handy des 17-Jährigen aus Duddenhausen entdeckt. Gefilmt von einem Mitangeklagten aus Eystrup. Es soll den Duddenhausener zeigen, wie er auf eine am Boden liegende Person eintritt. Um wen es sich handelt, ist nicht bekannt. In den Aussagen wurden nur der Vorname, die vom Opfer besuchte Schule und dessen Wohnort genannt. Mehr sei ihnen nicht bekannt, behaupteten die Angeklagten.

„Die Chance, dass sich die Person aufgrund der Presseberichterstattung melden wird, ist relativ gut“, hielt Staatsanwältin Dr. Annette Marquardt dem Duddenhausener vor. „Sollte sich herausstellen, dass das gelogen ist, was sie hier sagen, dann ist das hier vorbei mit ,wir berücksichtigen etwas strafmildernd’.“

Der Beginn der Sitzung am Donnerstag wurde vorverlegt auf 8.45 Uhr.

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