Dann ist Tag des offenen Hofes / Drei Caller Familien bieten vielfältiges Programm

Wenn stramme Burschen ihre Fressgewohnheiten zeigen

Pflanzenschutzberater Lüder Cordes aus Nienburg stand am Sonntag in Calle mit Informationen aus seinem Fachbereich zur Verfügung. Heinrich Friedrichs (rechts) aus Eystrup gehörte zu den interessierten Nutzern des Angebots. - Foto: Horst Friedrichs

Calle - Von Horst Friedrichs. Schweine dürfen wählerisch sein, wenn es um die Nahrung geht. Manche mögen’s „trocken“, andere lieber „mit Wasser“. Entscheiden können sie am Futterautomaten selbst, und sie tun es mit der eifrigen Selbstverständlichkeit des Gewohnheitstiers. Möglich macht das die Technik von heute.

Solche und viele andere Beispiele moderner Landwirtschaft bewunderten Besucher dreier Bauernhöfe in Calle, die am Sonntag zum „Tag des offenen Hofes“ eingeladen hatten. Die Familien Schäfer, Stühring und Meyer vermittelten vielfältige Einblicke in ihre Fachbereiche, sprich Schweinemast sowie Kartoffel- und Spargelanbau.

Ganz wie Stars in der Manege müssen sie sich gefühlt haben, die stramm gewachsenen Jungschweine, die in der Außenbox auf dem Hof Schäfer im Mittelpunkt des Interesses standen. Als Beispiel dafür, wie ihre „Kollegen“ in den beiden großen Ställen des Schweinemastbetriebs leben, demonstrierten die vierbeinigen „Außendienstler“ ihre Fressgewohnheiten und zeigten auch, wie sie sich die Zeit mit Spielen und Ruhen vertreiben.

Einer der Blickpunkte auf dem Hof der Familie Schäfer war deren Drillmaschine. Im Fachgespräch (von links): Meinke Ostermann, Finn Meyer, Thies Meyer und Jörg Schäfer. - Foto: Horst Friedrichs

Am Futterautomaten scheiden sich die Schweinegeister. Jene, die ihre Mahlzeit mit Wasser vermengt mögen, benutzen den unteren von zwei Rundtrögen. Die anderen langen eine Etage höher zu.

Der sauber und aufgeräumt aussehende Untergrund, auf dem sich die Borstentiere in der Box tummeln, nennt sich „Spaltenboden“. „Eigentlich ist es ein perforierter Betonboden“, präzisiert Hofeigner Jörg Schäfer. Auch in den großen Schweinestall am Hof ließ er seine Besucher einen Blick werfen – allerdings nur durchs Fenster. Die Menschenscharen beim Andrang am Sonntag durch die Stallgänge zu schleusen, war aus tiermedizinischen Gründen nicht möglich.

Nichtsdestoweniger bot der Hof Schäfer – wie auch die beiden an der Großveranstaltung beteiligten Nachbarhöfe – ein derart abwechslungsreiches und vielfältiges Besichtigungs- und Mitmachprogramm, dass der Sonntag fast nicht ausreichte, um alles zu sehen und zu erleben.

Neben der Außenbox mit Borstenvieh zum Anfassen beeindruckte die pure Technik in der Schweinehaltung – so vor allem die vollständig per Computer betriebene Anlage zur Futtermittel-Mischung, die von der Dosierung – einschließlich etwa notwendiger Medikationen – bis zur Rohrsystem-„Lieferung“ an die vierbeinigen Endverbraucher im Stall alles auf Knopfdruck erledigt.

Tierärzte und Spezialberater standen am Sonntag ebenso Rede und Antwort wie Futterexperten und Vertreter von Firmen und Verbänden. Besucherinteresse erweckte nicht zuletzt ein „begehbarer“ Viehtransporter der Viehvermarktung Grafschaft Hoya.

Tag des offenen Hofes in Calle

Seit Anfang Dezember war Jörg Schäfer mit Planung und Organisation für den Tag des offenen Hofes im Einsatz. Gleich zu Beginn waren 40 bis 50 Helfer mit von der Partie. „Und es wurden immer mehr“, berichtet Schäfer.

Wie sehr sich der Einsatz der Mitwirkenden gelohnt hat, zeigte sich an den freudigen Gesichtern der Besucher, die den Sonntag in Calle mit seiner immensen Programmvielfalt in vollen Zügen genossen.

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