Wecholder Barfuß-Läufer Frank Jester kommt in Friedrichshafen an – gesund

Auf Zielgeraden übernommen

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Hoch die Füße! Frank Jester (Mitte) kommt zusammen mit Freunden im Dornier-Museum an.

Von Lavina Stauber. Strahlend lächelnd marschiert Frank Jester durch die Türen des Dornier-Museums. Barfuß. Ein gespanntes, rotes Band markiert das Ziel seiner 29-tägigen Wanderung. 780 Kilometer Fußmarsch durch Deutschland liegen hinter dem Arzt aus Wechold. Hamburg war Startpunkt dieser außergewöhnlichen Reise, Ziel war Friedrichshafen, das er am Dienstag um 18.10 Uhr erreichte.

Sein Motto „Bewegung für mehr Ge(h)sundheit“ will der Mediziner mit dieser Aktion vorleben. „Als Arzt, dachte ich, mache ich einfach mal was vor“, erzählt er. Der Hamburger möchte vor allem auf eines aufmerksam machen: den Bewegungsmangel der Deutschen.

Mit gutem Beispiel geht er also im wahrsten Sinne des Wortes voran. Aber wieso barfuß? Lachend gesteht er, dass seine kleine Tochter ihn auf diese Idee gebracht hat. „Sie hat sich immer ihre Socken ausgezogen und ist barfuß herumspaziert. Man bekommt ganz neue und unterschiedliche Eindrücke von der Welt, wenn man barfuß unterwegs ist“, schwärmt er. „Auch die Begegnungen mit den Menschen sind einzigartig“. Und weil er sowieso einen längeren Ausflug geplant hatte, führte das eine zum anderen.

Zwei Monate habe er für die Reise trainiert, sich tägliche Ziele gesetzt und kleine Barfußwanderungen unternommen. „Anfangs hatte ich Selbstzweifel, ob ich das schaffe“, gesteht er. Aber dann habe es diesen Moment gegeben, in dem sich seine Füße an das Barfußgehen gewöhnt hatten. „Ich hatte so ein Kribbeln in den Füßen. Da wusste ich, jetzt kannst du gehen.“

Grandiose Natur, interessante Menschen und reife Erntefrüchte begegneten Frank Jester.

Schon einige vergleichbare Projekte hat Jester umgesetzt. Fahrradtouren nach Marokko, Neu Dehli oder zum Nordkap standen bereits auf seinem Programm. Auch Bücher hat der Allgemeinmediziner, Zahnarzt und Heilpraktiker veröffentlicht. Sein neuestes trägt den humorvollen Namen „Weichei Mensch“ und erzählt von einem kleinen Jungen, der sich mit den Schwächen der menschlichen Natur konfrontiert sieht – und lernt, diese als Stärken wahrzunehmen.

Im Durchschnitt bewältigte der Wecholder ab dem 1. September auf seiner Tour quer durch Deutschland 30 Kilometer pro Tag. Alles zu Fuß natürlich und nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Seine vorletzte Etappe umfasste sogar 42 Kilometer. „Ich habe mich tatsächlich etwas übernommen“, sagt er rückblickend. „20 bis 25 Kilometer pro Tag hätten gereicht.“

Das Ziel hat er bewusst gewählt. „Ich war bereits im Dornier-Museum, und es war für mich irgendwie besonders“, sagt er. „Mit meiner Aktion will ich Menschen bewegen und beflügeln.“ Welches Ziel biete sich da besser an, als ein Museum voller Flugzeuge und Pioniergeist.

Ob Barfußgehen nun gesund ist oder nicht, weiß er aber noch nicht zu beantworten. „Ungesünder als Gehen in Schuhen ist es jedenfalls nicht“, sagt er und betont, dass er trotz der fehlenden Fußbekleidung nicht krank geworden sei. Grund dafür sei wahrscheinlich die bessere Durchblutung der Waden und Füße.

Wer Frank Jesters Reise durch Deutschland nachträglich miterleben möchte, kann sich auf seinem Blog umsehen.

www.barfussdeutschland.de

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