Wechelner Theaterspeeler fiern Premiere

„Koorngeister“: Familiär en keen Stück dröge

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Brennermeister Bruno (Mitte) trägt das Originalrezept für den Korn stets bei sich. Raphael (links) und Uta (rechts) wollen es ihm abluchsen, was Brennerei-Mitarbeiter Friedrich Bleibtreu (Zweiter von links) und Haushälterin Anna (Zweite von rechts) verhindern wollen.

Wechold - Von Marion Thiermann. Die Wecholder Theatergruppe feierte am Samstagabend vor einem vollbesetzten Saal im Gasthaus „Peitsche“ die Premiere ihres plattdeutschen Stücks „Koorngeister“, einem Vierakter aus der Feder des Pfälzers Andreas Heck in der plattdeutschen Übersetzung des Hamburgers Wolfgang Binder.

Bevor sich der Vorhang öffnete, überlegten die beiden Ansager Jan Beermann und Hannes Schmidt laut, mit welchen Adjektiven man die Komödie am besten beschreiben könnte und kamen zu dem Schluss: „familiär – es handelt ja schließlich von der Familie Koorngeist“, „un keen Stück dröge – wo es doch um eine Kornbrennerei geht“. Dass die beiden zum ersten Mal auf der Bühne standen, war ihnen ebenso wenig anzumerken wie Alina Helms und Malin Köster, die die Enkelinnen Bea und Emily Koorngeist spielten.

Dröge blieben auch die Augen der Zuschauer nicht, denn viele lachten Tränen.

Die Geschichte: Karl (Hermann Beermann) und Karoline (Martina Helms), die Gründer der Brennerei, sind bereits lange verstorben, nur noch ihre Porträts zieren den Salon der Familien-Villa. Der seit Jahrzehnten für die Firma tätige Friedrich Bleibtreu (Frank Beermann) und Brennermeister Bruno Brand (Andreas Thalmann) kümmern sich darum, dass die Geschäfte halbwegs profitabel weiterlaufen und schützen das Geheimrezept des legendären Korns. Unterstützt werden sie von der nicht mehr ganz so jungen Haushälterin Anna (Heike Lilienthal), die alles im Griff hat.

Theatergruppe Wechold feiert Premiere

Auch Bea (Alina Helms) und Emily (Malin Köster), die Enkelinnen der Gründer, wollen der Firma zum Erfolg verhelfen und überlegen sich neue Werbeslogans. Doch es gibt Ärger mit dem Finanzamt. Da fällt Bruno Brand doch glatt ein neuer Slogan ein: „Hast du dat Finanzamt im Huus, drink een Koorn un smiet et rut“.

Und dann taucht auch noch Raphael (Hendrik Helms) wieder auf, der Vater von Bea und Emily, der bei ihrer Geburt verschwunden war. Er sucht den Familienschatz und will das Geheimrezept des Koorngeists, das Brennermeister Bruno stets um den Hals trägt, zu Geld machen. Hilfe erhofft sich Raphael dabei von seiner Gefährtin Chantale (Iris Campe), die er als Praktikantin Uta Möller in den Haushalt einschleust – ausgerechnet unter den Fittichen von Haushälterin Anna.

Das ist zu viel für die Firmengründer. Ihre Porträts werden lebendig und mischen sich in das Geschehen ein, um das Familienerbe zu bewahren und Raphael und Chantale das Handwerk zu legen.

Uta gelingt es zwar tatsächlich, Bruno das Medaillon mit dem Geheimrezept abzunehmen, doch sie findet darin nur das Rezept für einen beschwipsten Apfelkuchen – die gute Anna hatte vorgesorgt und verwahrt das Schnapsrezept an einem sichereren Ort.

Die Theatergruppe erntete für ihren gelungenen Auftritt tosenden Applaus, ebenso wie die vielen Helfer hinter der Kulisse, die von Jan Beermann und Hannes Schmidt alle vorgestellt wurden.

Während der Pausen spielte die Theatergruppe das Lied „Wenn du einmal traurig bist, trink doch einen Korn“ ein, und die Zuschauer klatschten und sangen mit.

Nach der Premiere feierten die Akteure noch lange. Dazu servierte Borcherdings Catering- und Eventservice einen neuen Hamburger nach Wecholder Rezept: den „Peitsche-Burger“.

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