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Wassermühle in Helzendorf: Studenten stellen Untersuchungsergebnisse vor

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Von: Uwe Campe

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Sie alle beschäftigen sich mit der Frage, wie es mit der Wassermühle weitergehen wird: (von links) Student Robert Klose, Betreuerin Carolin Prinzhorn, Bürgermeister Heinz Wedekind, Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer, Mühlenbesitzer Hermann Heuermann und Elke Heuermann sowie die Studierenden Amelie Traupe, Maxime Müller, Juliana Beil, Cathleen Berg, Johann Reuter und Boris Bakir.
Sie alle beschäftigen sich mit der Frage, wie es mit der Wassermühle weitergehen wird: (von links) Student Robert Klose, Betreuerin Carolin Prinzhorn, Bürgermeister Heinz Wedekind, Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer, Mühlenbesitzer Hermann Heuermann und Elke Heuermann sowie die Studierenden Amelie Traupe, Maxime Müller, Juliana Beil, Cathleen Berg, Johann Reuter und Boris Bakir. © uwe campe

Helzendorf – Wie kann es mit der einstigen, jedoch schon seit Jahrzehnten stillgelegten Wassermühle in Helzendorf weitergehen? Diese, bereits im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der Reportage über das denkmalgeschützte Gebäude innerhalb der Serie „Zehn Gemeinden – zehn Baudenkmäler“ in den Raum gestellte Frage, kann vielleicht schon bald etwas konkreter beantwortet werden.

Anlässlich einer Präsentation, zu der Mühlenbesitzer Hermann Heuermann eingeladen hatte, stellten gestern sechs Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), Hildesheim, erste Ergebnisse ihrer mehrmonatigen Untersuchungen vor. Anwesend waren dabei auch Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und Gemeindebürgermeister Heinz Wedekind.

Betreut werden die insgesamt zwölf Studierenden von Carolin Prinzhorn aus Altenbücken, Verwalterin einer Professur mit Lehrgebiet Bau- und Kulturgeschichte der HAWK. Sie ging während des Ortstermins zunächst kurz auf Struktur und Aufbau der Hochschule im Allgemeinen und dann auf die in Helzendorf geleistete Arbeit im Besonderen ein. Da leider häufig von alten, wie diesem 1869 errichteten Gebäude weder originäre noch aktuelle Pläne vorliegen, hat diese ihren Worten zufolge zunächst im Wesentlichen in dessen Vermessung und Untersuchung bestanden. Hierzu bediente man sich einer tachymetrischen Vollstation, mit der Horizontalrichtungen, Vertikalwinkel und auch Schrägstrecken zum Zielpunkt ermittelt werden können. Da an diesem mit einem Laptop verbundenen Gerät jedoch immer nur drei Personen gleichzeitig arbeiten können, haben die übrigen Studenten die Mühle ganz traditionell von Hand vermessen und kartiert, erzählte Prinzhorn.

Die Ergebnisse beider Arbeitsmethoden seien dann in eine digitale Zeichnung eingeflossen. Solche digitalen Zeichnungen, deren Printversionen jetzt gezeigt und übergeben wurden, bilden letztlich die Grundlage für die weitere Beurteilung und auch die Arbeit von Planungsbüros, etwa im Zusammenhang mit möglichen Sanierungskonzepten.

Parallel erarbeitet derzeit der Student Robert Klose im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit ein Reparaturkonzept für die künftige Nutzung der Wassermühle in Helzendorf. Seine mit Spannung erwarteten Ergebnisse sollen im Juni dieses Jahres öffentlich gemacht werden.

Hermann Heuermann betonte, dass Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer den Anstoß für die Zusammenarbeit mit der HAWK gegeben habe. Nach Worten Meyers gilt es vorrangig, den Bestand des historischen Gebäudes zu sichern, das zwar noch nicht dem unmittelbaren Verfall preisgegeben ist, dieses aber ohne unterstützende, jedoch wohl mit beträchtlichem finanziellen Aufwand verbundene Maßnahmen auf kurz oder lang sein wird.

Neben einem inhaltlich überzeugenden Nutzungskonzept wird von entscheidender Bedeutung für den Fortbestand des an einem schon seit undenklichen Zeiten genutzten Mühlenstandort befindlichen Gebäudes sein, aus welchen öffentlichen Töpfen sich die erforderlichen Zuschussmittel generieren lassen. Möglicherweise bietet das demnächst einsetzende regionale Entwicklungskonzept „Weserleiter“ hier entsprechende Ansatzpunkte.

Abschließend berichtete Mühlenbesitzer Hermann Heuermann – teils noch anhand eigener Kindheitserinnerungen, teils aus der familiären Überlieferung – von der besonderen Bedeutung der einstigen Mühle sowohl für die örtliche Landwirtschaft, aber auch für den von seinen Vorfahren geführten Betrieb. Die große Wertschätzung des dort gefertigten Mehls machte er daran fest, dass Köchinnen in früheren Zeiten nur dann bereit waren, sich für Hochzeiten oder andere große Feierlichkeiten engagieren zu lassen, wenn das zu verwendende Mehl aus Helzendorf kam.

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