Vortrag an der Oberschule Hoya / Schüler befragen 450 Mitschüler

Eltern sollten Kinder bei der Mediennutzung begleiten

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Auftaktgespräch zum Vortrag „Mediennutzung“ am Dienstagabend in der Aula der Oberschule Hoya: (von links) Lehrerin Karolin Greis, Schulsozialarbeiterin Frauke Gieße-Claus, die Schülerinnen Stina Lüneberg und Elisa Kielmann sowie Kreisjugendamt-Mitarbeiterin Jana Hasselbruch.

Von Horst Friedrichs. Aktueller hätte der Einstieg nicht sein können: Mit dem Artikel „Dreijährige nutzen Internet“ war die Kreiszeitung am Dienstag der perfekte Stichwortgeber für einen Vortrag, der am Abend desselben Tags in der Aula der Oberschule Hoya stattfand. Jana Hasselbruch vom Kreisjugendamt Nienburg hielt einen Vortrag über das Thema „Mediennutzung und der Umgang mit modernen Medien“; Eltern und Schüler waren ihre Zuhörer.

Den statistisch fundierten Hintergrund für den Vortragsabend lieferte eine Umfrage von Schülern unter Schülern. Die Teilnehmer des Kurses „Gesundheit und Soziales“ unter Leitung von Lehrerin Karolin Greis hatten 450 Mitschüler an der Hoyaer Oberschule zum Interview gebeten.

Heraus kam: 84 Prozent besitzen ein Smartphone. Dieses und weitere Ergebnisse stellten Stina Lüneberg und Elisa Kielmann aus der zehnten Klasse den Zuhörern der Vortragsveranstaltung vor. Zuvor hatte Schulsozialarbeiterin Frauke Gieße-Claus die Gäste in der Aula begrüßt. Der Themenabend war auf Wunsch der Eltern zustandegekommen.

Jana Hasselbruch, die ihre erkrankte Kollegin Simone Sommerfeld vertrat, begann ihre Erläuterungen mit einem Fernseh-Werbespot, der die Auswirkungen von Videospielen auf ihre Konsumenten karikierte. Internet, Smartphone und Fernsehen, sagte Jana Hasselbruch, seien laut einer Studie unter 12- bis 19-Jährigen die Medien, mit denen sich Jugendliche in ihrer Freizeit überwiegend beschäftigen.

Eingehend befasste sich die Referentin mit sozialen Netzwerken und Computerspielen. So schilderte sie die virtuellen Welten, in die die Nutzer mittels Smartphone, Tablet, Laptop oder stationärem Rechner eintauchen. Hasselbruch ging auch auf die Probleme ein, die sich in den Netzwerken wie Facebook ergeben – beispielsweise durch das Tauschen von Bildern.

Ängste, die bei Jugendlichen erweckt werden können, ließ Jana Hasselbruch mithilfe einer Beispielsequenz aus dem Computerspiel „Slender“ erahnen. Online- und Handy-Spiele wie „World of Warcraft“ (WoW) und „Clash of Clans“ (COC) wurden als Beispiele aus dem Angebot für Nutzer genannt.

Auf Gefahren, die hinter kostenlosen Spiele-Apps lauern, zum Beispiel Abofallen, wies die Referentin besonders hin – entstehe dadurch doch allzu leicht eine schwer überschaubare finanzielle Belastung. Nicht zu unterschätzen seien auch bedenkliche sexuelle Darstellungen in Videospielen und sozialen Netzwerken.

Die Suche nach Vorbildern nannte Jana Hasselbruch als eine der Motivationen, die Jugendliche zu „Usern“ von Videospielen und sozialen Netzwerken mache. Eine nicht minder große Rolle spiele der Wunsch, dabei zu sein, dazuzugehören und cool zu sein.

Es sei sinnvoll, sagte Jana Hasselbruch, dass Eltern Interesse am Medienverhalten der Kinder zeigten und sie letztlich dabei begleiteten. Klare Absprachen – altersgerecht – seien ebenso sinnvoll wie das Anbieten von Alternativen zu Smartphone und Computer.

Das Wissen um die Gefahren und Möglichkeiten im World Wide Web, sagte Hasselbruch, gebe den Eltern eine Grundlage zur Begleitung ihrer Kinder.

Rechtliche Grundlagen, Jugendschutzgesetz, Urheberrecht und weitere Informationen über den sicheren Umgang mit dem Internet bildeten den Abschluss des Vortrags und zugleich den Auftakt für Fragen der Zuhörer.

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