Vortrag bei den Landfrauen in Bücken: „Männer reden anders – Frauen auch“

„Wir wollen Blumen und bekommen Winterreifen“

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Doris Zick sorgte mit ihrem Vortrag für gute Laune bei den Landfrauen.

Bücken - Von Julia Kreykenbohm. Eine dreistündige Autofahrt, wobei man die meiste Zeit über die Autobahn braust. „Toll“, denkt sie. „Endlich Zeit, um sich mal ein wenig zu unterhalten und Pläne für die nächsten Tage zu machen.“ „Toll“, denkt er. „Einfach mal schön entspannt und in Ruhe fahren.“ Fazit: Sie möchte reden, er reagiert wortkarg bis genervt.

Der große Knall noch vor der Ankunft scheint fast vorprogrammiert. Aber warum agieren Männer und Frauen so unterschiedlich, sodass man manchmal fast den Eindruck hat, sie würden in verschiedenen Sprachen sprechen? Fragen wie dieser ging am Sonnabend die Journalistin und Kommunikationstrainerin Doris Zick aus Goslar beim Treffen des Landfrauenvereins Hoya im Hotel Thöle in Bücken nach.

Die Referentin versuchte in ihrem Vortrag „Männer reden anders – Frauen auch“, als Dolmetscherin zwischen den Geschlechtern zu vermitteln und Lösungswege aufzuzeigen, wobei sie klar zum Ausdruck brachte, dass das, was sie sage, weder auf alle Frauen noch auf alle Männer zutreffen werde.

Im lockeren Plauderton – schließlich sei man ja nicht an der Uni, so Zick – stellte sie verschiedene Alltagssituationen vor, die wohl jedes Paar mehr oder weniger schon erlebt hat und bei denen es häufig zu Verstimmungen kommt. Ein Beispiel: Sie kommt nach Hause und erzählt ihm des Längeren und des Breiteren, was sie heute alles erlebt hat, was schief gegangen ist, wie sie sich dabei gefühlt und wie sie sich geärgert hat. „Frauen reden umschweifend, erzählend“, sagt Zick. „Und am liebsten über Menschen. Sie tun es, um sich ihre Frust von der Seele zu reden und erwarten Verständnis und Trost.“ Doch das würde vom Mann häufig nicht verstanden. Von ihm käme auf solch einen Monolog meist: „Na, das war ja ein Tag. Wollen wir dann Fernsehen gucken?“ Das Ende: Die Frau ist wütend, weil er nicht auf sie eingeht. Er versteht es nicht. „Im Grunde will er ihr helfen“, so Zick. Der Vorschlag, fernzusehen, äußere er, damit sie sich mal von ihren Sorgen ablenken könne, aber sie empfinde ihn als Desinteresse. Fast noch schlimmer sei es für sie, wenn er mit Ratschlägen komme, wie sie ihren Tag besser gestalten könnte, um diesen Stress künftig zu vermeiden. , scherzt Zick. Eigentlich seien die Winterreifen – also der Rat – sogar besser, denn die können die Frauen nutzen und haben länger was von ihnen, als von einem hübschen Strauß Mitgefühl. „Aber – wir wollen eben Blumen!“

Im Gegensatz zu Frauen sprächen Männer kurz, knapp und präzise und am liebsten über Dinge. Ihr Sprachzentrum sei kleiner und in viele Regionen unterteilt, während es bei Frauen größer und zusammenhängender ist. Nicht ohne Grund sprechen Mädchen in der Regel früher als Jungen. Dafür sei deren Zentrum für räumliches Denken besser ausgeprägt. Und auch die Situation im Auto, in der sie reden will und er um Ruhe bittet, weil er sich konzentrieren müsse, sei typisch. „Männer haben kein Problem damit, mal in Gesellschaft zu schweigen. Frauen empfinden das als unangenehm und verstehen auch nicht, dass der Mann sich schwer damit tut, gleichzeitig zu reden und Auto zu fahren. Aber das ist den Männern gegenüber nicht fair.“

Die meisten von ihnen seien eben nicht multitaskingfähig. Das liege an den Brücken, die die linke und rechte Hirnhälfte miteinander verbinden. „Frauen haben einfach mehr von ihnen, weswegen sie ganz leicht kochen, fernsehen und gleichzeitig ein Auge auf die Kinder haben können“, sagt Zick, die für ihre Ausführungen häufiges Gelächter von den rund 160 Gästen erntete. Wichtig sei, den anderen nicht zu verurteilen, sondern zu versuchen, zu verstehen, Lösungen für die jeweilige Situationen zu finden und seinen Ärger gleich zu formulieren, ohne emotional überzureagieren. „So könnte sich das Paar im Auto vielleicht auf einen Kompromiss einigen, in dem sie sich darauf verständigen, dass die Frau nun eine halbe Stunde erzählt und danach schweigt.“

Etwas merkwürdig mag der Vortrag für die Musiker des Duos „Tito und sein Holzbein“ aus Altenbücken und Schweringen gewesen sein, die das Treffen der Landfrauen begleiteten – und die einzigen Männer in der Runde waren. „Wir möchten ja die Herren nicht beleidigen“, wandte sich Zick mit einem Schmunzeln an die beiden. „Schon zu spät“, bemerkte der Sänger scherzhaft und als er ans Mikrophon trat, um das letzte Lied anzustimmen, witzelte er: „Eigentlich ein Wunder, dass ich gleichzeitig Gitarre spielen und singen kann. Das muss wohl meine feminine Seite sein.“

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