Vortrag: „Eva-Herzinfarkt“ ist anders

Die Symptome der Frauen

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Der Kardiologe Martin Krüger referierte über den Herzinfarkt bei Frauen. Er sprach auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung, für die die Hoyerhägerin Monika Dercks die Veranstaltung organisiert hatte.

Hoya - Über die Frauenkrankheit Herzinfarkt, den sogenannten „Eva-Infarkt“, informierte der Kardiologe und ehemalige Notarzt Dr. Martin Krüger diese Woche auf einem Infoabend der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Hoya. Er betreibt eine kardiologische Praxis in Verden und referierte im „Lindenhof“ über die neuesten Erkenntnisse zur koronaren Herzkrankheit. Im Bewusstsein vieler Ärzte sei der Herzinfarkt eine Männerkrankheit, doch eine Statistik zeigt, dass 2012 38 Prozent der Frauen nach dem ersten Infarkt starben, bei den Männern waren es 25 Prozent.

Das Herz besteht aus Millionen Kleinstgefäßen. Bei einer Verengung ist der Druck manchmal so groß, dass diese nicht richtig durchblutet werden. Oft werden Infarkte bei Frauen nicht diagnostiziert, weil sie andere Symptome haben als Männer und diese oft als Magenbeschwerden abgetan werden. Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Erbrechen, Kaltschweiß, Kreislaufprobleme sowie Schmerzen im Rücken, zwischen den Schulterblättern und in der rechten Schulter.

Wichtig zu wissen sei auch, dass erste Anzeichen für einen Schlaganfall häufig kurzzeitige, teilweise einseitige Sehstörungen seien, sagte Martin Krüger. Es sei wichtig, beim Auftreten von solchen Symptomen zum Arzt zu gehen, Blutwerte, Blutdruck und Blutverdünnung testen zu lassen.

Wer unter Arteriosklerose (umgangssprachlich Arterienverkalkung) leidet, kann mit rechtzeitiger Medikation und einer Änderung der Lebensweise – wichtig sind vor allem gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung – eine Verschlimmerung verhindern. Zurück bilde sich eine Arteriosklerose jedoch nicht.

„Heutzutage kann man durch die Diagnostik sehr viel machen“, sagte Martin Krüger. Die Medikamente müssen individuell gewählt und bei Frauen anders als bei Männern dosiert werden. Denn sie seien nicht einfach zehn Kilogramm leichtere Männer, obwohl in der Packungsbeilage von Medikamenten immer nur eine Dosierung angegeben sei, unabhängig von Geschlecht und Gewicht. Der Kardiologe riet, lieber einmal öfter zum Arzt zu gehen, wenn man das Gefühl hat, die bisherige Dosis nicht zu vertragen.

Ein Herzinfarktrisiko bestehe meistens bei Frauen ab 60, aber auch bei 30-Jährigen, vor allem, wenn sie rauchen und Stress ausgesetzt sind, etwa durch familiäre und berufliche Doppelbelastung.

mtm

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