Frauen und Männer lernen Verkehrsregeln kennen, um Unfällen vorzubeugen

„Viele Flüchtlinge sind auf dem Rad nicht geübt“

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Die Polizistinnen Mirja Galla (rechts) und Nicole Schuster erklären Wissam Al Khatib (links) und Hama Amin, wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszusehen hat.

Hoya - Wie verhält man sich als Radfahrer oder Fußgänger im Straßenverkehr? Auf welche Regeln muss man achten? Die Antworten auf diese Fragen bekamen gestern Morgen rund 20 Flüchtlinge, die in der Samtgemeinde untergebracht sind, im Theorieunterricht in der Fahrschule Selent in Hoya.

Fahrlehrer Dietmar Selent, die Polizistinnen Nicole Schuster und Mirja Galla sowie Silke Linke und Renate Paul vom Verein „Brot und Salz“, der die Flüchtlinge vor Ort betreut, erklärten den Teilnehmern eines Verkehrssicherheitskurses, worauf sie zu achten haben.

Damit die Frauen und Männer aus Syrien, Afghanistan, Irak, Albanien und Eritrea das Gesagte verstehen konnten, waren zwei Dolmetscher vor Ort: Wissam Al Khatib und Shoaib Yousefzai.

„Wir haben zusammen erarbeitet, was Verkehrszeichen wie das Stopp- und das Vorfahrtachten-Schild zu bedeuten haben und wie man sich verhält, wenn solche Schilder am Straßen- und Radweg stehen“, berichtete Schuster. In den Ländern, aus denen die Frauen und Männer kommen, gebe es zwar auch Verkehrsregeln, aber an die halte sich oftmals keiner. „Wer dort gegen die Regeln verstößt, muss nicht mit einer Strafe rechnen“, sagte Schuster. Das sei in Deutschland anders. Fußgänger, die zum Beispiel eine rote Ampel missachteten, könnten mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von fünf Euro belangt werden.

Schuster kann sich an einen Unfall in der Samtgemeinde erinnern, an dem ein Flüchtling beteiligt war. Aus Unkenntnis der Verkehrsregeln sei der Syrer ohne zu gucken mit dem Rad von einem Grundstück gefahren und mit einem anderen vorfahrtberechtigten Radfahrer kollidiert. „Es gab einen Sach- und einen leichten Personenschaden.“

Damit sich solche Fälle nicht häufen, haben die Organisatoren den Kurs ins Leben gerufen, den sie ehrenamtlich betreuen. „Wir von ,Brot und Salz‘ haben eine Fahrradwerkstatt und statten die Flüchtlinge nach und nach mit Rädern aus“, sagte Renate Paul. Die meisten seien nicht geübt, wenn sie mit dem Rad losfahren würden. Für die Mehrheit sei es am Anfang schwierig, das Gleichgewicht zu halten. Hinzu komme, dass viele nicht wüssten, wie ein verkehrssicherer Drahtesel auszusehen habe. Dies und vieles mehr lernten die Frauen und Männer gestern Morgen. Sie bekamen auch vermittelt, wie sie Kinder auf Rädern transportieren können – mit Helm versehen und in einem Kindersitz sitzend.

Morgen treffen sich die Flüchtlinge wieder mit den Organisatoren des Kurses an der Fahrschule Selent. Dann steht der Praxisunterricht auf dem Plan. „Wir bauen einen Fahrradparcours auf“, kündigte Schuster an.

„Es ist geplant, dass jeder Flüchtling einmal an dem Kurs teilnehmen kann“, sagte Paul. Zurzeit leben 293 Neuankömmlinge in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya.

asc

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