„Unbequem und unkomfortabel“

VGH sagen eigene touristische Busreisen ab

Reisebusse von den VGH werden wahrscheinlich auch in naher Zukunft eine Ausnahme auf den Straßen sein.  
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Reisebusse von den VGH werden wahrscheinlich auch in naher Zukunft eine Ausnahme auf den Straßen sein.
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Hoya – Seit Montag sind touristische Busreisen in Niedersachsen wieder erlaubt. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie auch wieder angeboten werden. Holger Laurenz, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH), hält die Vorgaben, unter denen der Bustourismus vom Land Niedersachsen jetzt gestattet ist, für „unbequem und unkomfortabel“ – sowohl für das Unternehmen als auch für dessen Kunden.

„Wenn die Vorgaben so bleiben, wie sie jetzt sind, dann werden wir keine eigenen touristischen Reisen anbieten“, stellt Laurenz klar. Bis einschließlich Juli habe das Reiseunternehmen ohnehin alle geplanten Fahrten abgesagt. Die wichtigsten Hygiene- und Sicherheitsregeln, die das Land vorgibt, sind das Tragen von Mund-Nase-Schutz während der gesamten Fahrt und die Einhaltung des Mindestabstands von 1, 5 Meter zwischen den Fahrgästen. Darüber hinaus muss jeweils eine Sitzreihe zwischen Personen, die nicht zum selben oder einem einzigen weiteren Haustand gehören, unbesetzt bleiben.

Irene Gart, Reisebüroleiterin der VGH, klagt: „Detailfragen werden nicht ausreichend beantwortet.“ Zumal sich die Vorgaben aus Hannover und die Empfehlungen des Reise-Ring Deutscher Autobusunternehmungen (RDA) voneinander zu unterscheiden scheinen. „Es wird nicht deutlich, ob Masken abgenommen werden können, wenn der Mindestabstand während der Fahrt eingehalten wird“, sagt sie. Holger Laurenz will auf Nummer sicher gehen: „Im Zweifelsfall halten wir uns an die schärferen Vorgaben der Landesverordnung.“ Insgesamt seien die Vorschriften aber „ziemlich verwirrend“.

Irene Gartz zweifelt obendrein die Wirtschaftlichkeit von Reisen unter den Sicherheitsmaßnahmen an und rechnet vor: „Wenn bei einem Bus mit 44 Sitzen nur Einzelreisende aus verschiedenen Haushalten mitfahren wollen, dann kriegen wir lediglich 15 Personen unter.“ Das würde für die einzelnen Kunden bedeuten, dass der Preis für die Fahrten erheblich teurer werden müsste. „Wenn wir die Reisen zu den üblichen Preisen anbieten, dann wäre das einfach nicht wirtschaftlich“, erklärt Holger Laurenz. Er und Irene Gartz gehen davon aus, dass Touristen in der Regel nicht bereit sind, höhere Reisekosten zu bezahlen. „Wer aber unbedingt fahren will, der kann auch fahren“, meint der Geschäftsführer. In diesem Punkt seien die VGH in Einzelfällen gesprächsbereit.

Dass touristische Busreisen sehr kurzfristig wieder erlaubt seien, hält Irene Gartz für kompliziert: „Das ist in der Praxis nicht so schnell umsetzbar.“ Für die Planung bedürfe es einer gewissen Vorlaufzeit. „Wir müssen mit Vertragspartnern sprechen und wir brauchen auch freie Fahrer“, sagt sie.

„Solange die Auflagen mit dem Mundschutz und dem Mindestabstand gleichzeitig gelten, ist das eine Benachteiligung für alle“, meint Holger Laurenz. Deswegen hofft er auf ein Entgegenkommen der Politik: „Eine Entweder-Oder-Regelung wäre gut.“

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