1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Nienburg
  4. Grafschaft Hoya

„Eine Katastrophe“: Unternehmen sind mit der Verkehrsregelung an der Deichstraße unzufrieden

Erstellt:

Von: Nala Harries

Kommentare

Die Stadtbäckerei Uhde, die ihr Geschäft direkt an der Deichstraße hat, verzeichnet durch die neue Verkehrsregelung weniger Kunden, berichtet „Mein.Naturbrot“-Geschäftsführer Jan Kampe von den Folgen.
Die Stadtbäckerei Uhde, die ihr Geschäft direkt an der Deichstraße hat, verzeichnet durch die neue Verkehrsregelung weniger Kunden, berichtet „Mein.Naturbrot“-Geschäftsführer Jan Kampe von den Folgen. © nala harries

Hoya – Die neue Regelung an der Deichstraße stößt nicht nur bei Bürgern auf Unverständnis. Auch bei einigen der dort ansässigen Unternehmen verursacht der Umstand, dass potenzielle Kunden aus dem Süden kommend von der Deichstraße aus nur noch nach links in die Von-Kronenfeldt-Straße abbiegen dürfen, Ärger – und hat sogar finanzielle Folgen. Die Kreiszeitung hat einige der Geschäftsleute diesbezüglich nach ihrer Meinung gefragt.

So sei laut Inhaberin Elke Brümmer der Filmhof Hoya von den Auswirkungen der neuen Regelung direkt betroffen. Denn alle Gäste, die über die Weserbrücke kämen, würden durch die Deichstraße fahren. „Das schlägt das Navigationsgerät so vor“, erklärt sie das Problem und fügt hinzu: „Ich finde, es wird den Gästen unnötig schwer gemacht und sie werden verunsichert, warum plötzlich die Verkehrsführung geändert wird.“

Die Kino-Besitzerin habe durchaus Verständnis für die Personen, die die Wege durch die Deichstraße abkürzen würden. Denn: „Zu manchen Zeiten ist es eine Katastrophe über die Kreuzung zu fahren.“

Ebenso wie die Polizeibeamten aus Hoya (wir berichteten) habe auch das Filmhof-Team bereits beobachten können, dass einige Verkehrsteilnehmer zwar der neuen Regelung Folge leisten und in die Von-Kronenfeldt-Straße abbiegen, dann aber wenden, um weiter durch die Deichstraße zu fahren. „Ruhiger wird es dadurch nicht, es gibt nur noch mehr Unmut. Und die Leute regen sich dann bei uns auf, dass man hier nicht vernünftig herkommen kann“, macht Elke Brümmer ihren Standpunkt klar.

Auch „Mein.Naturbrot“-Geschäftsführer Jan Kampe ist mit Blick auf die Stadtbäckerei Uhde mit der geänderten Verkehrsführung nicht zufrieden. „Es wird mit Sicherheit Gründe gegeben haben, die den Stadtrat zu dieser Entscheidung gedrängt haben“, räumt er ein. „Für uns ist diese Entscheidung allerdings eine Katastrophe“, sagt er über die Auswirkungen. Denn jeden Morgen versorge das Team der Stadtbäckerei Uhde viele Kunden mit Kaffee und Snacks, die auf dem Weg zu ihren Arbeitsplätzen in den Betrieben im Norden von Hoya sind. „Diese bleiben nun weg, da wir aufgrund der neuen Verkehrsführung nicht mehr auf ihrem direkten Arbeitsweg liegen“, schildert der Geschäftsführer die Konsequenzen.

Sein Unternehmen habe demzufolge bereits größere Einbußen durch das Wegfallen des Frühstücksgeschäfts verbuchen müssen. „Ich gehe stark davon aus, dass sich diese Einbußen auch auf das Mittags- und Nachmittagsgeschäft auswirken werden, denn diese unglückliche Verkehrsführung hat sich bei den Bürgern eingebrannt.“ Er ist der Meinung, dass sich vor allem die Ortskundigen von diesem Umstand abschrecken ließen, welche diejenigen seien, die dadurch gezielt von ihrem Einkauf abgehalten würden.

Die neue Regelung führe darüber hinaus nicht zu der gewünschten Verkehrsberuhigung – gerade in Bezug auf Lastkraftwagen, meint Jan Kampe. „Da diese wegen der Routenangaben der Navigationsgeräte dennoch den Weg durch die Deichstraße wählen werden“, erklärt er. Im schlimmsten Fall könne dann sogar eine Verkehrsgefährdung entstehen, wenn die Lkw aufgrund des Wendekreises kaum aus der Deichstraße herauskämen oder gar durch den zusätzlich aufgestellten Blumenkübel blockiert würden, befürchtet der Geschäftsführer.

Vorteile könne er bei der Entscheidung für die an der Deichstraße angesiedelten Unternehmen demnach nicht erkennen. Größter Nachteil an dem Ganzen sei stattdessen das Fernbleiben der Kunden und damit eine Schwächung der Deichstraße, die ehemals eine pulsierende Einkaufsmeile in der Grafenstadt gewesen sei.

Das Team des Lindenhofs äußert sich diesbezüglich weniger besorgt, betitelt die neue Verkehrsführung jedoch als „Schildbürger-Streich“. „Da die Radfahrer weiterhin in alle Richtungen fahren dürfen, wird es uns wohl nicht so treffen“, hofft Matthias Duske. Die meisten Kunden würden sowieso zielgerichtet den Lindenhof ansteuern, fügt er hinzu.

Aber sollte das Team mal wieder etwas ins Kino oder in die untere Deichstraße liefern müssen, würde es entweder durch das Wohngebiet fahren und dort die Anwohner belästigen oder es machen wie andere Verkehrsteilnehmer und der gewohnten Route folgen, bezieht er Position. Denn insgesamt sei die Änderung „eine völlig unnütze Aktion“, die dem Image schade.

Besitzer Holger Neumann vom gleichnamigen Unternehmen Neumann-Autoteile hat in Bezug auf die neue Regelung allerdings ein ganz anderes Problem: Einige Verkehrsteilnehmer würden zwar der Verkehrsführung Folge leisten und von der Deichstraße kommend in die Von-Kronenfeldt-Straße abbiegen, dann jedoch bei ihm auf dem Firmengelände wenden, um weiter in Richtung Filmhof zu fahren. „Dadurch werden die Steine auf der Fläche losgefahren“, macht er auf die Auswirkungen dieses Handelns aufmerksam und betont, dass der Parkplatz nur von Kunden des Unternehmens genutzt werden dürfe.

Auch interessant

Kommentare