Bilanz der Verkehrssicherheitswoche

Verstärkte Polizeikontrolle: Beamte erwischen Raser, Trunkenbolde und Smartphone-Nutzer

Einmal anhalten bitte: Die Polizeibeamten aus Hoya verzeichneten in der vergangenen Woche knapp 190 Verstöße.
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Einmal anhalten bitte: Die Polizeibeamten aus Hoya verzeichneten in der vergangenen Woche knapp 190 Verstöße.

Samtgemeinde – 190 Verstöße stellten die Beamte aus Hoya fest. Die Gesetzesbrecher werden nun wegen Rasens, illegalen Autorennen oder Trunkenheit am Steuer zur Verantwortung gezogen.

Knapp 190 Verstöße verzeichnete die Polizei Hoya während der Verkehrssicherheitswoche in ihrem Inspektionsbereich, der neben der Samtgemeinde Grafschaft Hoya auch die Bereiche Liebenau, Marklohe und Steimbke abdeckt. Besonderen Wert legten die rund 20 eingesetzten Beamten dabei auf Geschwindigkeitsmessungen sowie die Ablenkung durch ein Mobiltelefon während der Fahrt.

„Echte ,Highlights‘ waren ein Kraftfahrzeugrennen durch Liebenau und ein betrunkener Lastwagenfahrer“, meint Kommissar Jan Niklas Bösche. Im Gespräch mit der Kreiszeitung zieht er Bilanz und verrät, mit was für Fällen es die Beamten sonst noch zu tun hatten.

Während der Verkehrssicherheitswoche, bei der die Polizei Hoya vom vergangenen Dienstag bis Sonntag neben Autofahrern auch Lastkraftwagenfahrer und Radler kontrollierte, ging es laut Bösches Angaben nicht nur darum zu blitzen und Bußgelder zu verhängen. „Vielmehr wollen wir mit dieser Aktion die Menschen sensibilisieren, sie auf die Folgen ihres Handelns hinweisen und Präventionsgespräche führen, um die allgemeine Verkehrssicherheit zu erhöhen“, sagt er. Doch ohne Verwarnungen, Bußgeldstrafen und die Einleitung von Strafverfahren ging das Ganze dann doch nicht über die Bühne.

Rund 130 Verstöße sammelten sich bereits im Bereich Geschwindigkeitsüberschreitungen. Besonders blieb Jan Niklas Bösche diesbezüglich ein Kraftfahrzeugrennen in Liebenau im Gedächtnis. „Ein 19-Jähriger raste mit knapp 170 Kilometer pro Stunde außerhalb geschlossener Ortschaften, düste anschließend mit Tempo 130 durch den Ort, überfuhr ein Stoppschild und fuhr verbotenerweise links an einer Verkehrsinsel vorbei“, erinnert er sich. Sogleich seien ihm die Polizisten mit Blaulicht und Martinshorn gefolgt. Doch der junge Mann war zu schnell. „Wir mussten die Verfolgung abbrechen, da es aufgrund der Geschwindigkeit einfach zu gefährlich wurde“, berichtet der Beamte weiter. Ohne Strafe kam der 19-Jährige aber trotzdem nicht davon. Die Polizei konnte ihn im Anschluss über sein Kennzeichen ausfindig machen. Ihm drohe nun ein Strafverfahren wegen des verbotenen Rennens und einer Vielzahl weiterer Ordnungswidrigkeiten.

Weiterhin nahmen die Beamten einen 21-jährigen Fahrzeugführer in Bücken ins Visier. Dieser sei ohne Autokennzeichen im Flecken unterwegs gewesen –  aber das ist nicht sein einziger Fehler gewesen. „Er hatte auch gar keine Fahrerlaubnis“, sagt Jan Niklas Bösche.

Viel zu schnell unterwegs war auch ein Kleinkraftradfahrer mit seinem Mofa auf der Bundesstraße sechs in Richtung Wietzen. „Normalerweise darf man mit diesen Fahrzeugen rund 40 Kilometer pro Stunde fahren. In diesem Fall war der Fahrer allerdings bei Tempo 80.“

Zuschnellfahren könne enorm gefährlich sein, meint der Kommissar. 2020 sei es im Inspektionsbereich in diesem Zusammenhang zu fünf tödlichen Unfällen gekommen. Einer davon habe sich in der Marsch zwischen Hoya und Hassel ereignet, als ein Rollerfahrer an den dortigen Pollern verunglückt sei. Ein anderer Unfall geschah zwischen Schweringen und Balge. „Dort kollidierte ein Mercedesfahrer mit einem Lkw“, weiß er.

Neben den Geschwindigkeitsmessungen ging es den Polizeibeamten auch um die Handynutzung während der Fahrt. „Das betrifft nicht nur Autofahrer, auch Radfahrer haben wir mit dem Smartphone in der Hand erwischt“, berichtet Jan Niklas Bösche. Für dieses Vergehen müssen nun vier Radler und neun Autofahrer eine Strafe bezahlen.

Darüber hinaus habe eine Zivilstreife in Eystrup beobachten können, wie ein Fahrzeug haarscharf an einem Fahrradfahrer vorbei fuhr, sodass dieser fast gestürzt sei. Nach der neuesten Regelung müsse 1,50 Meter Abstand gehalten werden, meint der Beamte. In diesem Fall habe der Autofahrer das Maß jedoch deutlich unterschritten. Auch ihm drohe nun ein Bußgeldverfahren. Doch auch Radfahrer seien – abgesehen von diesem Ereignis – nicht immer unschuldig. Die Polizei hielt insgesamt zwölf von ihnen in der vergangenen Woche an und musste zehn Verstöße verschiedenster Art feststellen.

Der Spruch „Don‘t drink and drive“ war einem Lastwagenfahrer wohl nicht bekannt, denn wie ein Atemalkoholtest bewies, hatte dieser etwas mehr als ein Promille im Blut. „Er durfte nicht weiter fahren und muss aufgrund des Verstoßes ein Bußgeld von knapp 800 Euro zahlen“, verrät Bösche.

Weitere Verstöße stellte die Polizei beim Thema Überladung, Überbreite und Reifenmangel fest. Auch sieben nichtangeschnallte Fahrzeugführer wurden zur Verantwortung gezogen. „Positiv aufgefallen ist uns dabei jedoch, dass insbesondere kleine Kinder immer gut und ausreichend gesichert waren“, gibt der Hoyaer Beamte seine Beobachtungen wieder.

Richtig hart traf es zudem sieben aller kontrollierten Fahrzeugführer. Denen untersagte die Polizei nämlich die Weiterfahrt.

„Klar ist immer irgendein Querulant darunter, aber insgesamt haben alle Menschen durchweg positiv auf unsere Kontrollen reagiert“, meint Jan Niklas Bösche.

Auf die Frage, welche Bereiche er als Unfallschwerpunkte in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya bezeichnen würde, sagt er: „Das kann man nicht so recht konkretisieren. Aber es fällt auf, dass es vermehrt zu Unfällen im Bereich der Shell-Tankstelle in Eystrup kommt. Zudem verzeichnen wir viele Vorfahrtsverstöße am Tonnenweg/Ecke Vogelsang in Hoyerhagen. Weiterhin kommt es auch immer wieder zu Wildunfällen an den mit Wald umgebenen Straßen der Samtgemeinde Hoya.“ Die meisten Unfälle würden jedoch auf den Landes- und Bundesstraßen passieren, was wiederum auf den starken Verkehr dort zurückzuführen sein könnte.

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