Horst Hahlbohm reist regelmäßig nach Südasien / Informationen über dortige Corona-Lage

Verbunden mit Nepal

Horst Hahlbohm und sein Freund Prem Tamang sind in Nepal und Tibet gepilgert.

Warpe/Nepal - Von Andree Wächter. In Nepal gibt es 110 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind und bisher keine Toten. Dies berichtete die Zeitung „The Kathmandu Post“ auf ihrer Homepage. „Die Dunkelziffer wird vermutlich deutlich höher liegen“, spekuliert Horst Hahlbohm aus Helzendorf, weil die medizinische Versorgung nicht mit einem westeuropäischen Land zu vergleichen sei. Der pensionierte Lehrer flog seit 2002 wiederholt in das Land zwischen Indien und Tibet. Im Laufe der Jahre hat er dort Freundschaften geknüpft und erfährt so per E-Mail, wie die Lage vor Ort ist. Einer dieser Freunde ist Prem Tamang, eine Art Bürgermeister im rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu entfernten Dorf Bhattidanda.

Dort, sowie im restlichen Nepal, spüren die Menschen die Pandemieauswirkungen. Seit dem 24. März ist das Land im Lockdown. Seit dem 6. Mai dürfen sie in Kleingruppen wieder auf die Äcker. Trotz dieser Lockerung stehen die Menschen vor einer großen Herausforderung, denn der Reis müsste dringend in die Erde, denn die Monsunregen beginnen.

Auch ohne Corona haben es die Nepalesen schwer. In vielen Dörfern sind die Menschen dankbar für jede (finanzielle) Unterstützung aus dem Ausland. Der von Horst Hahlbohm gerade gegründete Verein Chandaa kümmert sich in Bhattidanda um die Schul- und Dorfentwicklung. „Es geht auch um die Frauenbildung“, schildert der Ex-Lehrer. Für 100 Euro kann dort ein kompletter Näh-Arbeitsplatz eingerichtet werden. „Mit einem solchen Job kann sich beispielsweise eine Witwe ernähren“, erklärt Hahlbohm. In Nepal hätten Frauen keine Absicherung. „Sie heiraten in die Familie des Mannes“, erklärt der ehemalige Grundschullehrer. Stirbt der Mann, werde die Witwe von der Familie verstoßen und müsse sehen, wie sie klarkommt.

Das Geld stammt auch aus dem Verkauf von Horst Hahlbohms Reisetagebuch „Erst mal zum Kailash …“. Der Autor beschreibt darin die Besonderheiten seiner Pilgerreise vor zwei Jahren detailgetreu. Auf 350 Seiten und mit mehr als 500 Bildern bekommt der Leser einen Eindruck von Land und Leuten. „Der Pilgerweg ist in Europa nicht so bekannt wie beispielsweise der Jakobsweg“, sagt er. Dies liege vermutlich auch daran, dass ihn noch kein bekannter Fernsehstar wie Hape Kerkeling gegangen ist, spekuliert Hahlbohm. Mit seiner Lage sei der Rundweg auch nicht „mal eben“ zu bewältigen, obwohl er nur knapp 52 Kilometer lang ist. Wer ihn gehen will, muss körperlich fit sein, denn der Weg liegt auf 5 600 Meter Höhe. Zum Vergleich: Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, ist 2962 Meter hoch.

Der Ursprung der Pilgerreise des Helzendorfers liegt im Herbst 2017. Horst Hahlbohm reiste erneut nach Nepal. Bekannt ist das Land durch seine vielen Tempel und das Himalaya-Gebirge. Nepal und seine Einwohner haben es dem Deutschen angetan, „weil sie so nett sind“, wie er sagt. Mit Prem Tamang ist der Helzendorfer 2017 auf den Ngazumba-Fünf-Finger-Berg auf circa 5500 Meter gestiegen. Da rief Prem Tamang: „Ich war noch nie am Kailash. Es ist noch niemand mit mir um den heiligen Berg in Tibet gegangen.“ Hahlbohms Antwort: „Wir gehen nächstes Jahr zusammen.“

Nach dem letzten Schul- und Arbeitstag vor den Sommerferien 2018 flog die Lehrertasche Hahlbohms in die Ecke und er reiste wieder nach Nepal, um am heiligen Berg Kailash zu pilgern. Er befindet sich im westlichen Teil des Transhimalaya im autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China und sein Gipfel ragt  6638 Meter in die Höhe. Er hat eine außergewöhnlich symmetrische Form und gleicht einem Kristall oder einer Pyramide.

Nach einigen Wochen der Akklimatisierung ging es für Hahlbohm und Prem Tamang zum Kailasch. In einem Reisebüro in Kathmandu buchten der Deutsche und der Nepalese den Trip. „Anders ist dies nicht möglich, da wir durch chinesisches Gebiet mussten“, erklärte der 66-Jährige. Die Anreise per Jeep schlug auf seinen Organismus. „Ich war höhenkrank, weil der Anstieg mit dem Auto zu schnell ging“, schildert der Pädagoge. Und weiter: „Da ich vorher viel Wasser getrunken und Knoblauch gegessen hatte, war ich nach kurzer Zeit wieder fit. Das ist ein alter tibetanischer Trick.“

Mit Rucksack machten sich die beiden Männer auf den 52 Kilometer langen Weg. „Normale Touristen schaffen die Umrundung mit zwei Übernachtungen. Prem und ich haben nur eine gebraucht“, sagt Horst Hahlbohm stolz.

Nach drei Monaten in Asien ging es am 28. September 2018 zurück nach Deutschland. Während der Aufarbeitung der Eindrücke und des Erlebten entstand das Buch.

Wo gibt es das Buch?

Zu kaufen ist der Erfahrungsbericht es für 15 Euro bei Horst Hahlbohm (E-Mail: farm24@gmx.de), bei seinen Lesungen und im Kulinarium Hoya.

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