Veranstaltung lockt Gäste aus Berlin

Mühlenfestrund um „Margarethe“

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Die Gerste wird in den Trichter gefüllt und gemahlen.

Eystrup - Von Julia Kreykenbohm. Wenn Wilfried Bremer die Mühle in Eystrup erläutert, ist er in seinem Element. „Das ist der Sachaufzug“, sagte er und umfasst die schwere Eisenkette, die durch den Boden der Galerie bis nach unten reicht. „Damit werden die Getreidesäcke nach oben befördert.“ Der gelernte Maler ist seit vielen Jahren von Mühlen fasziniert. „Ich bewundere, wie Menschen so etwas früher gebaut haben, ohne Computer und moderne Technik.“

Am bundesweiten deutschen Mühlentag, der auf den Pfingstmontag fällt, lässt Bremer die zahlreichen Besucher an seiner Leidenschaft teilhaben, wie Elisabeth Müller. Die Eystruperin kommt eigentlich jedes Jahr zum Mühlentag und schaut sich an, was sich bei „Margarethe“ – so der Namen des historischen Turmholländers – getan hat. Dieses Mal ist es die Galerie, die erneuert wurde. Im vergangenen Jahr konnte sie nicht betreten werden, weil „Margarethe“ etwas wackelig um die Hüfte geworden war. Doch nun wurden neue Bretter verlegt – und zwar lose. Auf diese Weise wird das Holz geschont. Die Idee stammt von Bremer, der viel herumreist, sich andere Mühlen ansieht und nach neuen Anregungen sucht. „Der Notizblock und der Zollstock sind dann immer griffbereit“, sagt der Mühlenexperte mit einem verschmitzten Lächeln. Die Gäste dankten ihm sein Engagement. „Ich finde es sehr wichtig, solche Bauwerke für die Nachwelt zu erhalten“, sagte Müller.

Manche Besucher haben sogar einen weiten Weg zurückgelegt, um die Mühle in Eystrup bewundern zu können, wie Ingrid und Herbert Runge aus Berlin. Als Bekannte des Eigentümers, Helmut Schneermann, sind sie bereits zum zweiten Mal dabei. „Der Besuch im vergangenen Jahr hat uns so gut gefallen, dass wir wiederkommen wollten“, sagte Herbert Runge, der sich ebenfalls für historische Mühlen interessiert.

Mühlentag in Eystrup 2015

Doch nicht nur die älteren Besucher staunten über das Bauwerk aus dem Jahr 1861, das sie teilweise mit modernen Smartphones ablichteten. Auch die Kleinen kamen auf ihre Kosten. Als Bremer die Gerste in den Trichter einfüllte und die Maschine in Gang setzte, die sie schrotete, scharten sich sofort viele Kinder um die laut rumpelnde Konstruktion. Andere deuteten begeistert auf die großen Mahlsteine und liefen durch den Raum, so dass die Eltern manchmal Probleme hatten, ihren aufgeregten Nachwuchs wieder einzufangen.

„Wir haben eigentlich im jeden Jahr eine ganz gute Resonanz am Mühlentag, zumal wir immer Glück mit dem Wetter haben“, sagte Scheermann. „Die Leute sehen sich nicht nur die Mühle an, sondern nutzen auch das kleine Rahmenprogramm, um etwas zu essen oder Bekannte zu treffen.“ Vor der Mühle sorgt die Arnshauser Blaskapelle „Fritzlich“ für musikalische Begleitung, auf dem Grill brutzelten Würstchen vor sich hin und für die Kinder war unter anderem eine Hüpfburg aufgebaut. Nachdenklich blickte Scheermann zu den gewaltigen Flügeln seiner Mühle. „Wir planen, irgendwann noch Segel anzubringen. Außerdem würden wir die Mühle gern mal wieder richtig in Betrieb nehmen, damit sie das tut, wofür sie einst gebaut wurde. Und so könnten wir aus ihr ein arbeitendes Denkmal machen.“

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