1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Nienburg
  4. Grafschaft Hoya

Valentinstag in Hoya: „Das hat nichts mit Liebe zu tun“

Erstellt:

Von: Nala Harries

Kommentare

Blumen und ganz besonders Rosen gehören nach wie vor zu den beliebtesten Valentinstagsgeschenken. Das bestätigt die Gärtnerei und Floristik Thöming aus Hoya auf Nachfrage.
Blumen und ganz besonders Rosen gehören nach wie vor zu den beliebtesten Valentinstagsgeschenken. Das bestätigt die Gärtnerei und Floristik Thöming aus Hoya auf Nachfrage. © nala harries

„Ein Tag wie jeder andere auch“, fanden die Menschen bei einer Umfrage zum Valentinstag in Hoya. Ein paar Romantiker, die Geschenke machen, gibt es aber doch.

Samtgemeinde – Ob Süßigkeiten, Blumen oder Herzen in allen Formen und Farben: Wer in den vergangenen Tagen die Geschäfte und Supermärkte in der Grafschaft Hoya betrat, kam um das riesige Valentinstagsangebot nicht drumherum. Aber wird der heutige 14. Februar eigentlich wirklich derartig zelebriert und ist ein Geschenk für den Partner etwa Pflicht? Nein, denn wie aus einer Befragung einiger Bürger der Samtgemeinde hervorgeht, können die meisten dem Rummel um den „Tag der Liebenden“ rein gar nichts abgewinnen.

Selbst Frischverliebte, wie Lisa Geflitter und Pierre Neumann aus Hoya, die erst seit einem knappen Jahr zusammen sind, sind der Meinung: „Das ist ein Tag wie jeder andere auch.“ Ob man sich nun Blumen am 14. oder eben am 15. Februar schenke, sei nicht von Bedeutung. Zumal vertreten die beiden die Auffassung, dass der Valentinstag eine rein kommerzielle Idee des Handels sei. „Die Valentinstags-Editionen, ob es nun Süßigkeiten oder Blumensträuße sind, sind im Vergleich zu den ,normalen‘ Produkten viel teurer“, hat die 25-Jährige beobachtet.

Vertrauen und Ehrlichkeit wichtiger als Geschenke

Statt sich etwas Materielles zu schenken, wolle Lisa Geflitter mit ihrem Liebsten lieber gemeinsame Zeit verbringen und beispielsweise heute „schick“ essen gehen. Zwar habe sie in vorherigen Beziehungen öfter mal Geschenke gemacht und auch Präsente im Gegenzug erhalten, doch mit Pierre Neumann verständigte sie sich von Anfang an darauf, dass sie sich diesem Brauch nicht anschließen wollten. Zwischendurch überrasche die Hoyaerin den 23-Jährigen zwar mit kleinen Aufmerksamkeiten, „dass ist aber an keinen bestimmten Tag gebunden“, erzählt sie.

Viel größeren Wert, als sich am Valentinstag etwas zu schenken, legen die beiden stattdessen auf die Grundpfeiler einer Beziehung: Vertrauen und Ehrlichkeit. „Geschenke sind nur am Geburtstag und an Weihnachten Pflicht. Dann können die auch etwas größer ausfallen“, findet das Paar und lacht.

Valentinstag? „Das ist nur Kommerz.“

Ein 52-Jähriger aus Hoya scheint dem „Tag der Liebenden“ noch ein wenig kritischer gegenüberzustehen. Ihm bedeute der Tag rein gar nichts. „Das hat für mich nichts mit Liebe zu tun. Das ist nur Kommerz“, lautet seine Meinung. Stattdessen wünsche er sich lieber einen gesetzlichen Feiertag. Dennoch gibt er zu, auch schon einmal etwas gekauft zu haben, um seine Liebste zu überraschen. „Damit habe ich aber aufgehört, als die Medien und die Geschäfte angefangen haben, den Valentinstag so enorm zu bewerben“, erläutert der Hoyaer.

Seine Frau vertritt diesbezüglich eine ganz ähnliche Auffassung. Auch sie wolle am 14. Februar nichts verschenken, würde sich über ein kleines Präsent jedoch sehr freuen. „Vielleicht ein Blümchen“, meint sie grinsend und mit Blick auf ihren Ehemann. Von dem großen Rummel, der um den Valentinstag gemacht werde, halte die 52-Jährige aber ebenso wenig. „Jedes Pärchen hat doch seinen eigenen Jahrestag, der begangen werden kann“, so die Hoyaerin, die nun bereits seit knapp 31 Jahren glücklich verheiratet ist – und das, ohne einen großen Aufriss am 14. Februar zu veranstalten. Zudem betont sie, dass jeder Tag, den sie mit ihrem Liebsten verbringe, ein besonderer sei.

Auch die ältere Generation scheint dem Valentinstag nicht viel abgewinnen zu können. „Also für mich ist das alles Kommerz“, lautet die Meinung einer alleinstehenden 77-Jährige aus Bücken. Dennoch zeigt sie Verständnis für Verliebte, die diesen Tag ganz besonders zelebrieren möchten. Man solle die Feste schließlich feiern, wie sie fallen. Sie selbst habe jedoch noch nie etwas am 14. Februar geschenkt bekommen und lege daher auch keinen Wert darauf. „Beim Muttertag sieht das aber anders aus“, betont sie.

Singles am Tag der Liebenden

Aber was halten eigentlich Singles von dem „Tag der Liebenden“? Für einen 31-Jährigen aus Eystrup sei der 14. Februar kein besonderer Tag. „Es gehört aber dazu, alle Liebespaare am Valentinstag zu verfluchen“, erzählt er und lacht. Grundsätzlich könne er der Aufregung darum also nichts abgewinnen, das verändere sich jedoch, sobald er eine Beziehung eingehe. Die meisten Frauen würden viel Wert auf den Valentinstag legen, führt der Eystruper aus. Um die Liebste glücklich zu machen, kaufe er dann doch einen Strauß Blumen.

Lisa Geflitter und Pierre Neumann sind zwar frisch verliebt, legen jedoch keinen Wert darauf, ihre Liebe am heutigen Tag ganz besonders zu zelebrieren.
Lisa Geflitter und Pierre Neumann sind zwar frisch verliebt, legen jedoch keinen Wert darauf, ihre Liebe am heutigen Tag ganz besonders zu zelebrieren. © Privat

Und wie ergeht es den Single-Frauen? Lisa Geflitter erinnert sich zurück, dass sie stets mit ihrer besten Freundin im Kino gewesen sei und auf diese Weise, wenn auch ohne festen Partner, einen schönen Valentinstag verbracht habe.

Die Mehrheit der Befragten legt zwar keinen Wert darauf, am 14. Februar etwas zu verschenken oder ein Präsent zu erhalten, den ein oder anderen Romantiker scheint es dennoch zu geben. „Selbstverständlich gibt es für meine Freundin eine kleine Aufmerksamkeit und Rosen“, sagt ein 23-Jähriger aus Hoya, der seiner Liebsten damit eine Freude machen möchte. In diesem Zusammenhang betont er aber auch, dass man versuchen solle, seinem Partner jeden Tag die Liebe zu geben, die er oder sie verdiene – und eben nicht nur ganz besonders am Valentinstag.

Auch interessant

Kommentare