„Unser zweites Zuhause“

„Campingplatz Am See“ und zwei seiner Bewohner feiern 50-jähriges Jubiläum

Das Jubiläumsschild bekommt Besitzer und Betreiber des Platzes Morten Cordes (rechts) von seinen Campern überreicht. Ihr 50-jähriges Jubiläum in dem Urlaubsdomizil in Eitzendorf feiern auch Gerda und Ingo Voss (von links) aus Bremen, die seit Beginn an dort campen.
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Das Jubiläumsschild bekommt Besitzer und Betreiber des Platzes Morten Cordes (rechts) von seinen Campern überreicht. Ihr 50-jähriges Jubiläum in dem Urlaubsdomizil in Eitzendorf feiern auch Gerda und Ingo Voss (von links) aus Bremen, die seit Beginn an dort campen.

Etwa 150 Gäste fanden sich am Wochenende in dem geräumigen Gemeinschaftshaus mit Wintergarten in Eitzendorf ein. Der Grund: Die Camper des „Campingplatzes Am See“ feierten das 50-jährige Bestehen des idyllisch am Alveser See gelegenen Wochenend- und Feriendomizils. Die Veranstaltung hatte für jede Generation etwas zu bieten – ob gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Butterkuchen am Nachmittag oder ein gemeinschaftliches Grillen am Abend. Für die Kinder standen eine Hüpfburg sowie eine Wasserrutschbahn bereit. Beim Discoabend genossen die Gäste Cocktails und Bowle. Die Bewirtung übernahm Annelore Bohlmann aus Eitzendorf. „Ohne die Camper wäre das alleine nicht zu schaffen gewesen, alle haben mitorganisiert und geholfen, damit es ein schönes Fest wird“, lobte der heutige Besitzer Morten Cordes die Platzbewohner. Diese fertigten auch eine Fotocollage an, die die Geschichte des Campingplatzes zeigte.

Eitzendorf - Von Marion Thiermann. Wie alles begann, wissen Gerda und Ingo Voss aus Bremen, denn sie sind seit der Entstehung des Campingplatzes vor 50 Jahren regelmäßig in Eitzendorf. „Der Platz ist unser Jungbrunnen und unser zweites Zuhause. Solange wir noch Auto fahren können, kommen wir hier auch immer wieder her“, erklärte Gerda Voss. Ihre beiden Kinder wären beinahe auf dem Platz geboren, haben dort im See schwimmen gelernt. Heute sind auch ihre Enkelkinder begeistert von dem ruhig gelegenen Ort mit den geräumigen Pazellen.

Angefangen hat damals alles mit Horst Siebert. Er zeltete in den 60er-Jahren mit der Erlaubnis von dem Besitzer des Platzes Johannes Cordes am südlichen Ende des Felds am See. Horst Siebert kam die Idee, aus dem 3,3 Hektar großen Gebiet einen öffentlichen Campingplatz zu machen. In dem Kaufmann Hans Fiddelke senior fand er seinen Partner. Die beiden pachteten den Platz. Im Frühjahr 1969 begannen sie, Birken zu pflanzen, um die Stellflächen zu begrenzen. Auch Stromkästen stellten die beiden auf und bauten ein Haus für die Sanitäranlagen. Bereits in den Sommermonaten Juli und August waren alle Plätze belegt. Viele Gäste aus Bremen kamen durch Mundpropaganda auf den Campingplatz in Eitzendorf, wo damals nur vier Wohnwagen standen. Zu der Zeit wurden noch viel mehr Zelte aufgeschlagen als heute, teilweise auf einem Holzboden.

In den 90er-Jahren, wie auf einer Luftaufnahme zu sehen ist, standen auf 300 engen Stellplätzen nur noch ausschließlich Wohnwagen. Heute sind es 160 wesentlich geräumigere Plätze, teilweise mit Holzhütten oder Holzanbauten an den Campingwagen.

Drei Hauptwege führen über den idyllisch am See gelegenen Campingplatz mit einer großen Voliere im Eingangsbereich. 

Schon damals organisierten die Bewohner Feste wie Tanzabende, eine Kohlfahrt oder für die Kinder einen Umzug mit Musik. Diese Veranstaltungen für die Gemeinschaft werden auch heute noch in Form von Spargel- oder Spanferkelessen, Schnitzelbüfett, dem jährlichen Sommerfest oder dem Adventsessen fortgeführt.

Als Horst Siebert in den 90er-Jahren verstarb, blieb Hans Fiddelke als alleiniger Pächter zurück. Sein Sohn Hans Fiddelke junior half ihm bei der Arbeit. Zeitweise betrieben die beiden einen kleinen Laden auf dem Campingplatz, sozusagen eine Zweigstelle des Kaufmannsladens im Dorf, den es heute nicht mehr gibt.

Im Jahr 2002 übernahm Thomas Harries, der Stiefsohn von Johannes Cordes, den Campingplatz. Als auch Thomas Harries 2009 unerwartet verstarb, hatten die Camper Angst um das Fortbestehen ihres Urlaubsdomizils.

Helmuth Riedemann führte den Betrieb dann bis 2018 weiter. Im April übernahm Morten Cordes, der Enkel von Johannes Cordes, den Platz. Er möchte nun viele Neuerungen in Angriff nehmen, um den „Campingplatz Am See“ neu zu beleben und moderner aufzubauen. Den Eingangsbereich schmückt zum Beispiel seit geraumer Zeit eine große Voliere mit Streifenhörnchen und heimischen Vögeln, wie dem Dompfaff und dem Kardinal, um die der Hobby-Ornithologe und Platzwart Heiko Brandt sich kümmert.

Weitere Infos zum Campingplatz unter:

www.campingplatz-weserradweg.de

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