Ungarisch/deutsches Cellisten Ehepaar zog es von der Donau an die Weser

Sie lieben Hoya und füllen ihr Haus mit Musik

+
Klára Loerincz-Hoffmann und Matthias Hoffmann spielten an der Staatsoper in Budapest. Als sie wegen gesundheitlicher Probleme einen Wohnort in Norddeutschland suchten, fiel die Wahl schnell auf Hoya.

Hoya - Von Horst Friedrichs. „In Hoya klappt einfach alles. Reibungslos.“ Das wussten Klára Loerincz-Hoffmann und Matthias Hoffmann bereits, als sie noch gar nicht in der Grafenstadt angekommen waren. Inzwischen leben sie seit sechs Jahren dort und wollen bleiben. Beide sind studierte Cellisten mit künstlerischem Diplom, und die einzigen Hoyaer im Orchester der Klassischen Philharmonie Nordwest. An der Kirchstraße haben die Ungarin und ihr deutscher Ehemann ein Haus gekauft, und wenn sie mit dem Orchester ein Konzert im Kulturzentrum Martinskirche geben, können sie zu Fuß hingehen.

„Mal eben über die Straße“ braucht Klára Loerincz-Hoffmann sich auch am Sonntag, 14. Februar, nur zu begeben, wenn im Kulturzentrum ab 17 Uhr das Kammerkonzert mit dem „Trio con anima“ auf dem Programm steht (wir berichteten). Die Cellistin ist Mitglied des Trios, dem außerdem die ebenfalls aus Ungarn stammende Violinistin Reka Lelek und die Pianistin Claudia Rinaldi aus Bruchhausen-Vilsen angehören.

Schon nach den ersten Erkundigungen über Hoya, die sie per Internet einzogen, waren Klára Loerincz-Hoffmann und ihr Ehemann Matthias von der Weserstadt im Herzen Niedersachsens angetan. Damals lebten sie noch in Ungarns Hauptstadt Budapest und schmiedeten Pläne, mit ihrer Familie in den Norden Deutschlands umzuziehen. Asthma-Probleme waren einer der Gründe, nach einem neuen Domizil in nordischen Klimazonen Ausschau zu halten. Eine Freundin machte das Ehepaar auf Hoya aufmerksam: „Da wird es euch gefallen.“

Bereits bei den ersten Nachforschungen im Internet fiel Hoya angenehm auf: „Da bekamen wir Reaktionen“, erinnert sich Klára Loerincz. „Wir konnten uns Wohnungen ansehen, zunächst virtuell, erhielten weitergehende Auskünfte, und am Ende fiel es uns leicht, uns für Hoya zu entscheiden.“ Nach zehn Jahren in Ungarn stand somit 2010 der Umzug von der Donau an die Weser auf dem Plan.

Nach einem Jahr in einer Wohnung an der Von-Kronenfeldt-Straße konnte das Musiker-Ehepaar endlich in das Traumhaus umziehen, mit dem es schon lange geliebäugelt hatte. Der schmucke Altbau an der Kirchstraße stand leer, und nach anfänglichen Befürchtungen, als Kaufinteressenten zu spät zu kommen, reihte sich auch dieses Projekt der damaligen Neubürger in ihre Serie der vollendeten Hoyaer Glücksfälle ein.

Mittlerweile sind sie seit fünf Jahren Eigentümer des Gebäudes, das seither zu einem Haus voller Musik geworden ist. „Es ist genau das, was wir brauchten“, erklärt Matthias Hoffmann, „denn in einer Wohnung kann das Üben leicht Probleme mit sich bringen.“ Seine Ehefrau und er – beide studierten neben dem Cello Klavier als Pflichtfach – sind letztlich nicht die einzigen, die in den eigenen vier Wänden für wohlklingende Töne sorgen.

Da ist zum einen ihr neunjähriger Sohn Aurel und zum anderen die 18-jährige Rebeka, die beide Klavier spielen und in Claudia Rinaldi eine Wunsch-Lehrerin gefunden haben.

Rebeka kam in Ungarn zur Familie, nachdem ihre Mutter gestorben war und deren Freundin Klára Loerincz das Sorgerecht für das Mädchen erhalten hatte – was in etwa einer Adoption nach deutschem Recht gleichkommt.

In dem Haus an der Hoyaer Kirchstraße finden die beiden jungen Talente nun die idealen Bedingungen für den Beginn einer Musikerkarriere wie sie ihnen die Eltern vorleben.

Klára Loerincz arbeitet hauptberuflich als Musiktherapeutin in einer Einrichtung für erwachsene Behinderte bei Eschede. Matthias Hoffmann ist als Lehrer an einer Waldorf-Förderschule in Benefeld bei Walsrode tätig. Kennengelernt haben sich die beiden während ihres Studiums beim Musikkurs in Weimar.

Nach verschiedenen Stationen ihres Musikstudiums erwarben beide ihr künstlerisches Diplom (Master) in Lübeck. Bis zum Jahr 2000 arbeiteten sie als freiberufliche Musiker in Berlin; es folgte der Umzug nach Budapest, wo sie an der Staatsoper spielten. In Budapest absolvierte Matthias Hoffmann ein Germanistikstudium auf Lehramt. Durch eine Operation an der Hand war Klára Loerincz gezwungen, sich neu zu orientieren. So wurde sie Diplompädagogin und Fachfrau für Mentalhygiene – neben einer Reihe anderer Ausbildungen und Tätigkeiten. Deren Schnittstelle ist ein Seminarangebot, an dem sie als Musiktherapeutin mitwirkt.

Die Folgen der Handoperation hat Klára Loerincz inzwischen überwunden; seither kann sie sich – gemeinsam mit ihrem Ehemann – wieder mit Hingabe dem Cellospiel widmen.

Karten für das Konzert des „Trios con anima“ am 14. Februar, um 17 Uhr gibt es für 12 Euro bei der Sparkasse Hoya sowie im Anwalts- und Notariatsbüro Georg Sättler, Lange Straße 4 in Hoya, Telefon 04251/9346010, E-MailRanot.Saettler@t-online.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Diese sieben Promis erlitten einen Schlaganfall

Diese sieben Promis erlitten einen Schlaganfall

Alleskönner-Alu oder Edel-Carbon: Rahmen für Radler

Alleskönner-Alu oder Edel-Carbon: Rahmen für Radler

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Droht Venezuela eine Diktatur?

Droht Venezuela eine Diktatur?

Meistgelesene Artikel

Löschen mit den Waldbrandexperten

Löschen mit den Waldbrandexperten

Feuerwehrleute aus dem Landkreis unterstützen Hochwasser-Helfer

Feuerwehrleute aus dem Landkreis unterstützen Hochwasser-Helfer

Sie kam als Au-pair, sie blieb als Ehefrau

Sie kam als Au-pair, sie blieb als Ehefrau

Kommentare