Versteckt hinter Bäumen und Hecken

Tennet plant, neues Umspannwerk in Mehringen intensiv einzugrünen

14 Hektar groß ist das Gelände, auf dem das Umspannwerk an der Landesstraße zwischen Mehringen und Ubbendorf errichtet wird.
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14 Hektar groß ist das Gelände, auf dem das Umspannwerk an der Landesstraße zwischen Mehringen und Ubbendorf errichtet wird.

Mehringen – Wo man früher den Blick über weite Felder schweifen lassen konnte, soll zukünftig ein riesiges Umspannwerk des Stromnetzbetreibers Tennet stehen. Die Bauarbeiten auf der rund 14 Hektar großen Fläche an der Landesstraße zwischen Mehringen und Ubbendorf laufen aktuell auf Hochtouren.

„So ein Vorhaben ist ein Eingriff in die Landschaft, das findet sicherlich keiner der umliegenden Anwohner besonders gut“, zeigte sich Bürgerreferentin Renate Gaus verständnisvoll und fügte hinzu: „Die Last, die hier in der Region für die Energiewende getragen wird, ist unbestreitbar.“ Daher hat sich das Tennet-Team gemeinsam mit den Einwohnern etwas überlegt: Das Umspannwerk soll weitgehend hinter einer Eingrünung verschwinden. Das dazugehörige Konzept sowie die Fortschritte auf der Baustelle stellte das Unternehmen gestern einigen interessierten Bürgern während verschiedener Führungen über das Gelände vor.

Bei Infrastrukturmaßnahmen seien stets sogenannte Kompensationen zu leisten, um einen Ausgleich zu schaffen, erklärte Gaus. In welchem Ausmaß dies im Falle des Bauvorhabens in Mehringen geschehen müsse, sei behördlich festgesetzt worden. Vorgesehen ist eine Eingrünung durch mehrreihiges Gehölz entlang des Zaunes, der das Umspannwerk umringt. Weiterhin sind unter anderem Ausgleichsmaßnahmen in Magelsen, Eitzendorf sowie Hoyerhagen und Bücken geplant. Dabei handele es sich beispielsweise um die Anlegung einer Obstwiese sowie von Feldlerchenflächen. „Zusätzlich wünschen wir uns einen Lernpfad für Schulen zum Thema Natur und Technik. Es haben sich schon erste Interessenten für den Arbeitskreis gemeldet“, berichtete Renate Gaus.

Doch diese Maßnahmen allein würden nicht ausreichen, damit Masten, Leitungen und Portale – wie von den Anwohnern gewünscht – möglichst unsichtbar werden. Daher hat Tennet bewusst noch weitere Flächen mit einer Gesamtgröße von rund 1,8 Hektar grundbuchlich gesichert, um intensiver und auch aus der Ferne eingrünen zu können. „Wir haben den umliegenden Gemeinden und Anwohnern unser Konzept vorgestellt, woraufhin uns einige freiwillig ihre Flächen für eine Bepflanzung zur Verfügung gestellt haben“, erinnerte sich die Bürgerreferentin und war sichtlich froh über die gute Zusammenarbeit. Auf diese Weise werde zum einen die Sichtachse zum Umspannwerk von der Straße sowie von den Gemeinden aus durch Hecken und Bäume unterbrochen.

Zum anderen könne von dieser Maßnahme ein Stück weit auch die Tierwelt profitieren. „Ganz verschwinden werden die großen Portale aber sicherlich nicht hinter dem Grün“, gab Gaus zu. Die ersten Eingrünungsarbeiten haben bereits begonnen. „Dafür konnten wir die Firma Leiding Galabau aus Hilgermissen gewinnen. Diese kümmert sich sowohl um die Anpflanzung als auch um die Pflege“, berichtete sie. Wie hoch die Kosten für die gesamten Eingrünungsmaßnahmen ausfallen werden, konnte sie noch nicht sagen. Insgesamt handele es sich bei der üppigen Bepflanzung um ein Pilotprojekt. „So intensiv haben wir das bisher noch nie gemacht“, sagte Gaus. Ob die Eingrünung aus der Ferne auch für künftige Projekte zum Standard werde, hänge davon ab, inwieweit dies an anderen Standorten umsetzbar sei.

Für die Baukosten des Umspannwerks gebe es bereits eine Zahl: „Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 80 Millionen Euro“, meinte Georg Rothe, Projektleiter des Bereichs Bautechnik, der gemeinsam mit Renate Gaus und der Tennet-Umweltplanerin das Projekt vorstellte. Zusammengefasst handelt es sich bei dem Neubau um eine 380-Kilovolt-Stromleitung (380 kV) zwischen Stade und Landesbergen und den damit verbundenen Umspannwerkbau in Mehringen. Wenn die neuen Leitungen Strom führen, wird die alte 220-kV-Leitung demontiert. „Hier entsteht mit dem Umspannwerk ein wichtiger Knotenpunkt“, war sich Rothe sicher.

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Wer mehr über das Projekt wissen möchte und gestern aufgrund der begrenzten Teilnehmeranzahl nicht die Gelegenheit erhalten hat, an einer der Führungen teilzunehmen, kann sich für einen weiteren Termin unter Telefon 01511/8874366 und 0921/507404719 sowie per E-Mail an renate.gaus@ tennet.eu wenden.

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