Überragend: Musiker begeistern mit „Gershwin & Friends“-Programm

Donner kann den Hörgenuss nicht trüben

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Gabrielle Heidelberger (Sopran) und Thomas Bierling (Piano) am Sonnabend im Kulturzentrum Hoya.

Von Horst Friedrichs. George Gershwin ist ihr Lieblingskomponist Nummer zwei: „Gleich nach Mozart“, sagte Gabrielle Heidelberger während eines Gesprächs vor Konzertbeginn am Samstagabend im Kulturzentrum Martinskirche in Hoya. Die klassische Sopranistin und Jazz-Sängerin und ihr Begleiter am Flügel, Thomas Bierling, trotzten gemeinsam mit ihrem zahlenstarken Publikum dem Unwetter, das über der Grafenstadt tobte.

Das sichere Dach und die mächtigen Mauern der alten Martinskirche boten Schutz, und so vermochten Sturm, Hagel, Blitz und Donner den musikalischen Genuss des Programms „Gershwin & Friends“, präsentiert von zwei überragenden Künstlern, nicht zu trüben.

Thomas Bierling stellte den 1898 geborenen Komponisten Gershwin und seine Titel mit launigen Worten vor, ebenso auch die Stücke der „Friends“, jener Komponisten, die als Zeitgenossen Gershwins ebenfalls zu Weltruhm gelangten. Den Anfang machten Pianist und Sängerin mit „Fascinating Rhythm“ und „I Got Rhythm“, zwei Titeln aus Gershwins Musical „Lady Be Good“, die auch im Jazz verschiedener Stilrichtungen zu Langzeit-Hits wurden.

„Gershwin verstand es auf einzigartige Weise, die Klassik mit dem Jazz zu verbinden“, erläuterte Thomas Bierling in einem Überblick über Leben und Schaffen Gershwins, der 1937 im Alter von nur 39 Jahren an einem Gehirntumor starb.

Die Verbindung von Klassik und Jazz ist unter Musikern eine durchaus seltene Gabe, von Gabrielle Heidelberger und Thomas Bierling – sicherlich ganz im Sinne Gershwins – in höchster Vollendung dargeboten. Das bewiesen die beiden Künstler auch mit „Lady Be Good“, dem Titelsong des gleichnamigen Musicals.

Schon im ersten Teil des Konzerts verzog sich das Unwetter, und auch leichte Mikrofonprobleme waren schließlich behoben, sodass Interpreten und Zuhörer sich völlig ungestört auf „Gershwin & Friends“ einlassen konnten. Mit „A Foggy Day“ boten Heidelberger und Bierling eine Reminiszenz an Ira Gershwin, Georges Bruder, der sich nicht zuletzt als Texter einen Namen machte.

Mit dem „Friends“-Titel „My Funny Valentine“ von Rogers & Hart brillierte Gabrielle Heidelbergers kraftvoller klassischer Sopran. Zu diesem, für sie eines der schönsten Liebeslieder überhaupt, so erklärte die Sängerin, habe sie den Text selbst geschrieben – für ihren Mann. In Cole Porters Stück „Night and Day“, nicht minder gefühlvoll von Gabrielle Heidelberger vorgetragen, glänzte Thomas Bierling mit einem Pianosolo voller perlender amerikanischer Lässigkeit.

Abschluss und Höhepunkt eines eindrucksvollen Konzertabends bildeten drei Titel aus Gershwins wohl berühmtestem Werk, der Oper „Porgy and Bess“: „It ain‘t necessarily so“, „I got plenty of nothin‘“ und „Summertime“, dem fraglos erfolgreichsten Titel aus Gershwins Gesamtwerk. Nach diesem eigentlichen Abschluss des Programms gab Gabrielle Heidelberger in der Zugabe „‘S Wonderful“ ein weiteres Musterbeispiel ihrer stimmlichen Ausdrucksfähigkeit. Mit dem Titel „Someone To Watch Over Me“ endete das Konzert nach anhaltendem Applaus.

Im Namen des Veranstalters, der Freimaurer-Loge „St. Alban zum Aechten Feuer“, überreichte Carlos Urban den Künstlern Rotwein als Dank.

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