Typisierungsaktion für Leukämie-Kranken in Hoya / Keine Blutentnahme nötig

Nur ein Wangenabstrich auf dem Weg zum Lebensretter

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Ein einfacher Wangenabstrich mittels Wattestäbchen reicht aus, um später im Labor zu analysieren, ob jemand als möglicher Stammzellenspender infrage kommt.

Von Michael Wendt. Alle 16 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs – Dietmar Leymann aus Hoya ist einer von ihnen. Er ist seit diesem Jahr an Leukämie erkrankt und benötigt dringend eine Stammzellen-Spende.

Um einen passenden Spender zu finden, organisieren mehrere Vereine, in denen Dietmar Leymann aktiv ist, eine große Typisierungsaktion: am Sonntag, 30. August, von 10 bis 17 Uhr im Vereinsheim des Musikzugs Hoya an der Kirchstraße 30a (neben dem Kulturzentrum Martinskirche).

„Uns ist es ganz wichtig, dass so viele Leute kommen, wie möglich“, sagt Dominic Dornbusch, einer der Organisatoren vom Musikzug. „Wer sich nicht typisieren lassen will oder schon typisiert ist, der möchte vielleicht Geld spenden oder hilft uns, indem er etwas verzehrt.“ Denn den Reinerlös aus dem großen Angebot an Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Pommes, Bier und anderen Getränken spenden die beteiligten Vereine dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR), das die Typisierung durchführt.

Mit einem einfachen Wangenabstrich können die Teilnehmer herausfinden lassen, ob sie als mögliche Spender von Stammzellen infrage kommen. Eine Blutprobe wie früher ist nicht mehr nötig. Auch wird bei einer Spende von Stammzellen nur noch sehr selten Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen, schreibt das NKR auf seiner Internetseite (www.lebenschenken.de). In 95 Prozent der Fälle werden „an ein bis zwei Tagen für etwa je fünf Stunden die Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert. Für diese Art der Spende ist keine Narkose und kein stationärer Aufenthalt erforderlich“. Weder Typisierung noch Spende sind also eine große Hürde. Als Spender infrage kommen alle 18- bis 55-Jährigen.

Zudem benötigt das NKR Geldspenden, denn die Laborkosten für eine Ersttypisierung betragen 50 Euro. „Die muss aber nicht derjenige zahlen, der sich typisieren lässt“, betont Dominic Dornbusch.

Das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register hat seinen Sitz in Hannover. Es speist seine Daten in eine bundesweite Kartei ein, an der sich auch die weitaus bekanntere DMKS, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aus Tübingen, beteiligt. Der Musikzug hat sich dazu entschieden, mit dem regionalen Anbieter zusammenzuarbeiten, erklärt Dominic Dornbusch die Wahl des NKR als Partner.

Außer dem Musikzug beteiligen sich der Schützenverein Schierholz/Heesen (Kuchenbüfett), das Schützencorps Hoya (Getränkewagen) und der Bürgerverein erstes Viertel (Bratwurstbude) am Rahmenprogramm während der Typisierung. Der Musikzug und befreunde Musiker unterhalten zudem die Besucher, und auch DJ André Haller macht Musik. Denn es soll für alle Gäste trotz des ernsten, bedrückenden Hintergrunds ein unterhaltsamer Tag werden.

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