Sieg über die Nager

Die Rückeroberung: TSV Hassel erkämpft sich Sportplatz von Mäusen zurück

Saftig grüne Grashalme sprießen aus dem Boden: Der TSV-Vorsitzende Jens Braun freut sich über den Anblick des dichten Rasenteppichs, welcher den Hasseler Sportplatz mittlerweile wieder überzieht.
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Saftig grüne Grashalme sprießen aus dem Boden: Der TSV-Vorsitzende Jens Braun freut sich über den Anblick des dichten Rasenteppichs, welcher den Hasseler Sportplatz mittlerweile wieder überzieht.

Hassel – Ein saftig grüner Rasenteppich überzieht mittlerweile den Hasseler Sportplatz. Keine Unebenheit ist mehr zu erkennen. Kaum vorstellbar, dass die Fläche vor nicht allzu langer Zeit noch eher an ein Schlachtfeld erinnerte.

Zahlreiche Wühlmäuse trieben dort ihr Unwesen und durchlöcherten den Sportplatz wie einen Schweizer Käse (wir berichteten). Nichts, was der Turn- und Sportverein (TSV) Hassel unternahm, half, die lästigen Nager wieder loszuwerden. Der Kampf gegen die Tiere endete vorerst im September 2019 mit einem haushohen Sieg für die Mäuse. Denn die trieben ihr Spiel so weit, dass der Verein gezwungen war, den Platz zu sperren. Doch so einfach wollte sich der TSV nicht geschlagen geben. Mit viel Durchhaltevermögen und einem ausgeklügelten Plan eroberte er sich seinen geliebten Sportplatz nun zurück. Jedenfalls vorerst.

Zunächst hatte man 2019 versucht, die Löcher einfach mit Sand aufzufüllen. Vergebens. „Nach rund zwei Wochen waren alle wieder da“, sagte der TSV-Vorsitzende Jens Braun in einem früheren Interview. Anschließend engagierte der Verein eine Schädlingsbekämpfungsfirma, die Fallen aufstellte, um das Problem in den Griff zu bekommen. Zunächst schien diese Taktik auch zu funktionieren, sodass der Sportplatz wieder angeglichen werden konnte. Aber zu früh gefreut: Die Mäuse kamen wieder, und die Hoffnung, je wieder auf der Fläche Fußball spielen zu können, schwand.

Eine Komplettsanierung, die rund 150 000 Euro verschlingen würde, war jedoch ausgeschlossen, und zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde Hassel auch schon 3 000 Euro in die Wiederherstellung investiert.

In die neue Runde im Kampf gegen die Nager startete der Verein also mit viel ehrenamtlicher Unterstützung: Jürgen Kramer vom Biolandhof Kramer aus Hassel führte eine Tiefenfräsung durch, um die Population zu stören. „Das hat er jetzt insgesamt dreimal gemacht und anschließend die Fläche wieder begradigt“, berichtet Jens Braun jetzt bei einem Treffen auf dem Sportplatz. Anschließend habe Gärtnermeister Dirk Krebs aus Hoyerhagen die Fläche wieder neu eingesäht. Die Kosten dafür übernahm die Gemeinde Hassel, der ebenfalls viel an dem Projekt liege. Damit die Grassamen auch ordentlich sprießen, schaffte der TSV zudem eine neue Bewässerungsanlage für rund 2300 Euro an, die in diesem Jahr aufgrund des vielen Regens jedoch nicht oft zum Einsatz kommen musste.

„Aktuell sieht es gar nicht so schlecht aus“, meint Braun und weist auf die saftig grünen Grashalme hin, die mittlerweile dicht gedrängt aus dem Boden wachsen. Etliche Male hätten die Platzwarte schon wieder den Rasen mähen können. Nun sei es an der Zeit, dem Platz Ruhe zu gönnen, sodass die Grasnarbe verwachsen könne, so Braun zu den weiteren Zeitplänen. „Geht alles gut, kann der Platz im Frühjahr 2022 wieder bespielt werden.“ So lange müssten die Herrenspiele allerdings noch weiterhin in Hämelhausen stattfinden.

Ganz sicher scheint er sich mit seiner Prognose jedoch nicht zu sein. Denn sein Blick schweift ab, weg vom Sportplatz, hin zu den Flächen drum herum. „Im Marschbereich sowie rund um den Platz und am Backhaus, da wüten die Mäuse noch“, erklärt Braun seine Bedenken. Zwar blieben die Tiere aktuell von der neuangesägten Fläche fern, doch begänne das ganze Spiel von vorn, würde der TSV die Arbeit wahrscheinlich komplett einstellen. „Wir hoffen, dass wir den Mäusebefall jetzt im Griff haben, aber es ist immer noch ein Naturphänomen, gegen das man relativ machtlos ist“, gesteht sich der Vorsitzende ein.

Es gebe noch die Möglichkeit, einen Schutzzaun zu ziehen. Das Problem sei jedoch, dass die Nager aus dem Marschbereich kämen und der Zaun dort aufgestellt werden müsste, wo derzeit zahlreiche Bäume verwurzelt sind. „Diesen Bestand wollen wir natürlich nicht zerstören.“ Darüber hinaus verliefen auf der anderen Seite die Wärmeleitungen für das Sportzentrum, was das Aufstellen eines Zauns ebenfalls fast unmöglich mache. „Das ist die Sache dann einfach nicht wert“, verdeutlicht Jens Braun, warum sich der TSV bereits gegen diese Maßnahme entschieden hat.

Vorerst scheint der Kampf gegen die Mäuse gewonnen. Falls es sich einige Nager nun aber immer noch wagen sollten, Hassels geliebten Sportplatz zu durchlöchern, denen gegenüber zeigt sich Jens Braun mittlerweile kompromissbereit: „Ein paar der Tiere sind in Ordnung, auch der Maulwurf stört uns nicht. Hauptsache, sie überrennen uns nicht wieder.“

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