„Trio con anima“ spielt vor mehr als 100 begeisterten Zuhörern

Der Durchbruch des Kammerkonzerts in Hoya

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Die Damen vom „Trio con anima“ erhielten männliche Unterstützung: (von links) Reka Lelek (Geige), Claudia Rinaldi (Klavier) und ihr Sohn Leo Mykytka als Blätterer sowie Klára Loerincz (Cello).

Von Horst FriedrichsSie haben es geschafft: Die drei Musikerinnen vom „Trio con anima“ verhalfen dem Kammerkonzert in Hoya zum Durchbruch. Angesichts eines mit mehr als 100 Zuhörern voll besetzten Kulturzentrums Martinskirche freute sich der Kulturkreisvorsitzende Georg Sättler am Sonntagnachmittag: „Das hatten wir bei einem Kammerkonzert noch nie!“ Bei früheren Hoyaer Kammerkonzerten war die Zuhörerschar eher überschaubar geblieben. Die Zuhörer am Sonntag erlebten einen Musikgenuss ersten Ranges, dargeboten von Reka Lelek (Geige), Klára Loerincz (Cello) und Claudia Rinaldi (Klavier).

Um das stimmungsvolle Ende vorwegzunehmen: Nach einem eineinhalbstündigen Konzertprogramm bedankten sich die Musikerinnen für den anhaltenden Applaus des begeisterten Publikums mit einer zauberhaften Zugabe – „einem Titel, der keiner Ankündigung bedarf“, wie Claudia Rinaldi es ausdrückte. Mit ihrer unvergleichlichen Beschwingtheit wurde die „kleine Frühlingsweise“ denn auch schon nach den ersten Tönen ihrem Weltbekanntheitsgrad gerecht. „Humoreske Nr. 7 poco lento e grazioso“ ist Antonín Dvoráks wohl berühmtestes Klavierstück und wurde nach seiner Vollendung 1894 zur Melodiegrundlage für etliche Erfolgstitel der populären Klassik.

Während sich Schneeflocken an die alten Kirchenfenster des Kulturzentrums hefteten und dahinschmolzen, sorgte „Eine kleine Frühlingsweise“ in der illuminierten Geborgenheit des einstigen Gotteshauses für ein Ahnen der kommenden wärmeren Jahreszeit und löste zugleich einen Wiedererkennungseffekt aus, für den Berühmtheiten der Dreißigerjahre den Grundstein gelegt haben: Richard Tauber, Fritz Wunderlich und nicht zuletzt die Comedian Harmonists. Mit seiner Interpretation des Welthits in klassischer Triobesetzung schlug „con anima“ einen Bogen von der Originalkomposition zum Schlagererfolg der Zeit vor und auch nach dem Zweiten Weltkrieg.

In russische Stimmungen versetzten die drei Musikerinnen ihr Publikum in der ersten Hälfte ihres romantischen Konzertprogramms mit Werken von Sergej Rachmaninow (1873-1943) und Michail Glinka (1804-1857). Die zweite Konzerthälfte war Franz Schubert (1797-1828) gewidmet.

Mit Rachmaninows „Trio élégiaque in g-Moll“ verschaffte das „Trio con anima“ den Zuhörern einen brillanten Eindruck vom Werk des Pianisten, Komponisten und Dirigenten, der oft als letzter Romantiker bezeichnet wurde und sich den neuen Wegen der Tonalität nicht anschließen mochte.

Das „Trio Pathétique“ von Michail Glinka, der als Vater der russischen Musik bezeichnet wird, zeugte von der russischen Musiksprache des Komponisten. Überdies ließ dieses zu den reifen Werken Glinkas gehörende Trio erkennen, dass er es während eines fast dreijährigen Italien-Aufenthalts als Zeitvertreib geschrieben hat.

Mit dem „Trio in B-Dur D 898“ präsentierten die drei Musikerinnen nach der Pause ein Werk, das Franz Schubert in der Endphase seiner Komposition der „Winterreise“ geschaffen haben soll. Das Trio übermittelte virtuos jene geradezu überschwängliche Lebensfreude, deren Ausdrucksvermögen Schubert mit seinen heiteren Melodien zugeschrieben wird.

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