Einfach witzig

„Comedy Club“ begeistert im Filmhof: Training für die Lachmuskeln

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Moderator Mario Roggow (links) und Comedian Hans-Hermann Thielke. - Fotos: Jana Wohlers

Hoya - Von Jana Wohlers. Wenn der George Clooney der deutschen Comedy-Szene seinen Adonis-Körper samt Bierbauch präsentiert und die Post es tatsächlich einmal pünktlich, in diesem Fall auf die Bühne, geschafft hat, dann ist im Filmhof ein absoluter Dauerbrenner zu Gast: Der „Bremen Vier Comedy Club“ war am Freitagabend erneut in Hoya.

Als Moderator Mario Roggow, der anders als die wechselnden Comedians jährliche in Hoya ist, die Bühne betrat, wussten die Comedy-Club-Dauergäste: Von nun an wird Unterhaltung großgeschrieben. Wer sich in den hinteren Reihen besser aufgehoben fühlte als in den vordersten Sitzreihen, der wog sich nur kurz in Sicherheit. Denn der Moderator weiß, wie mit seiner scheinbar unschuldigen, hoch ironischen Art sowohl Peter (Mittelblock, irgendwo in der Mitte) als auch Viktoria (hinterste Reihe, irgendwo im Dunkeln) und ein Paar (vorderste Reihe, Lieblingsopfer) ihr Fett wegbekommen.

Und auch wenn die eigentlichen Comedians noch gar nicht in Bühnennähe waren, verfiel der ausverkaufte Kinosaal nach Mario Roggows gekonnter Anmoderation in schallendes Gelächter.

Freddy Farzadi

Eine große Portion Ironie und Sarkasmus, zielgenaue Gags, einige Geschichten aus dem Leben und ein bisschen Juristen-Lästerei später gab es für das Publikum kein Halten mehr: Die rund 200 Zuschauer bedachten jeden der drei Comedians – Jens Heinrich Claassen, Freddy Farzadi und Hans-Hermann Thielke – mit tosendem Applaus. Doch eins nach dem anderen.

Den Anfang auf der Bühne machte der „George Clooney der deutschen Comedy-Szene“, Jens Heinrich Claassen – mit Anfang vierzig, leichtem Übergewicht und einer gewissen Neigung, den Zuschauern den wohl rundesten Bierbauch aller Zeiten zu präsentieren – der schier wahrgewordene Traum aller Frauen und Neid heischende Anblick aller Männer. Jedenfalls theoretisch. Der „Mann mit Transpirationshintergrund“ (er schwitzt viel) kommt aus dem schönsten Teil Kölns – nämlich aus Düsseldorf – und nahm die Zuschauer mit in Online-Singlebörsen, in denen er mit dem Namen „Prima-Tulpe“ angemeldet ist, und die Herstellung von „8x4“-Deos. Letztere, so Claassen, würden von seinem Schweiß hergestellt. „Sie werden jetzt jeden Morgen im Bad an mich denken“, prophezeite der Comedian.

Jens Heinrich Claassen

Der nächste Comedian betrat mit Baseball-Cap die Bühne. Er bat das Publikum, seinen eigentlichen Beruf zu erraten: Zahnarzt vielleicht? Wohl nicht, in der Montur. Auf den tatsächlichen Beruf kam niemand – denn der (Ironie an) super-seriöse, typisch-juristische (Ironie aus) Comedian ist Volljurist und Anwalt außer Dienst. „Comedy ist natürlich nicht ernst gemeint – kann es aber sein“, witzelte Farzadi. Es folgte eine sarkastische Reise durch den Paragrafendschungel des „mit etwas komischem Humor versehenen Juristenvolks“. Denn: „Wer glaubt, dass aus Recht Gerechtigkeit folgt, der glaubt auch, dass Ordnungsamt räumt die Wohnung auf“, scherzte Farzadi.

Mit Hermann Hoffmann in seiner bekannten Rolle des leidenschaftlich lächelnden Postbeamten Hans-Hermann Thielke stand ein Mann auf der Bühne, der den Zuschauern mit seiner ungnädig ausführlichen und bis auf den letzten Punkt präzisen Situationskomik die Tränen in die Augen trieb. „Und der ist pünktlich zum Auftritt hier?“, lautete prompt eine Frage aus den Zuschauerreihen auf Thielkes Vergangenheit bei der Post. Pünktlich war Thielke und mauserte sich in seinem giftgrünen Pullunder und der unaufhaltsam skurrilen Art vom ersten Satz an zu einem Marathonlauf für die Lachmuskeln der Besucher.

Am Freitag, 2. März, ist der „Bremen Vier Comedy Club“ wieder zu Gast im Hoyaer Kino.

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