Tradition und Moderne

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Beatrix und Magnus Alhusen freuen sich auf die neue Spargelsaison auf ihrem Hof.

Eystrup - Von Jana Wohlers. Der Landkreis Nienburg gilt seit jeher als eine der bekanntesten Spargelregionen Deutschlands. Doch was passiert mit den beliebten Stängeln, bevor sie auf den Tellern der Käufer landen?

Der Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen hatten sich am Sonnabend die Spargelplantagen-Eigentümer Dr. Magnus und Beatrix Alhusen verschrieben.

Sie verbanden die offizielle Saisoneröffnung mit einem Blick hinter die Hofkulissen. Hunderte Besucher strömten auf den idyllisch im Eystruper Ortsteil Mahlen gelegenen Hof, um einmal die Spargelernte live zu erleben. Ein vielfältiges Programm sorgte für Spaß und Abwechslung: Neben Kaffee und Kuchen sowie leckeren Grillspezialitäten lockten zahlreiche Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Der Trägerverein Naturfreibad Eystrup bewirtete die Gäste. Ein Gewinnspiel in Form eines Glücksrades hielt für risikobereite Besucher den einen oder anderen Gewinn bereit.

Die Hauptattraktion der offiziellen Spargel-Saisoneröffnung lag jedoch im Schatten der freundlichen Aprilsonne. In der rund 300 Meter vom historischen Hof der Alhusens entfernten, neu erbauten Produktionshalle, verfolgten die Besucher den Werdegang des Spargels – von der Lieferung über die Reinigung bis hin zu eiskalten Gefrierschränken und Schälarbeiten.

Sowohl Magnus und Beatrix Alhusen selbst, als auch die Eystruper Gästeführerin Ursula Schweneker erklärten den wissenshungrigen Gästen die einzelnen Stationen der Spargelernte: Die beginnt auf den 80 Hektar landwirtschaftlichen Flächen der Alhusens. Zur Zeit werden rund 20 Hektar Tunnelfläche bearbeitet. Momentan sind im Betrieb rund 90 Mitarbeiter beschäftigt.

Seit 1692 ist der Hof in Mahlen schon in Familienbesitz, der Betrieb wurde über Generationen weitergegeben. Die Leidenschaft für die Arbeit rund um den Spargel kann man den Alhusens und ihren Mitarbeitern von den Augen ablesen. „Wenn der Spargel frisch vom Feld kommt, wird er erst einmal maschinell sortiert“, erzählte Magnus Ahlusen im Gespräch. Schnell haben sich neugierige Besucher der Tour durch die Produktionshalle angeschlossen. Sortiert wird unter anderem nach zehn Sorten, Größe und Beschaffenheit. Rund 17 000 Stängel können die Maschine pro Stunde passieren. Nach der Waschung kommt das Gemüse in einen Eisschrank, wo es durch Abkühlen eine bessere Haltbarkeit erlangt. Gelagert wird der Spargel in Kühlschränken und, je nach Bedarf, auch portioniert und vermarktet.

„Unser Spargel wird traditionell noch mit der Hand geschält“, erklärte Alhusen. Die Balance zwischen Tradition und Moderne hat sich der Betrieb auf die Fahne geschrieben. „Maschinen helfen uns, die Produktion zu modernisieren und effizient zu gestalten. Ein selektives menschliches Augenmaß ist aber unersetzbar.“

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