Thöle: „Diese Tage im Juni sind immer ein bisschen wie die fünfte Jahreszeit“

Reitturnier in Bücken

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Alina Geißler und ihre Mutter Sabine kommen seit zehn Jahren zum Turnier nach Bücken.

Bücken - Von Julia Kreykenbohm. Drei Tage lang sind Jutta Thöle und ihr Team von morgens bis abends beim zehnten Turnier des Reitvereins Mittelweser in Bücken im Einsatz. Doch im Gegensatz zu den Pferden und Reitern, die daran teilnehmen, gibt es für sie keine Schleifen oder Pokale und auch keinen Applaus. Dafür aber mal öfter ein liebes Wort oder auch Lob. Thöle und ihre Mitstreiter haben eine wichtige Aufgabe: Sie versorgen Reiter, Zuschauer und Helfer mit verschiedenen Köstlichkeiten.

„Diese Tage im Juni sind immer ein bisschen wie die fünfte Jahreszeit“, sagt Thöle und schmunzelt. Während vor dem Essens-Zelt auf einem der großen Plätze der Pferdesportanlage der Familie Thöle Pferd und Reiter unter den Augen des staunenden Publikums ein Hindernis nach dem anderen überwinden, herrscht im Zelt ein ständiges Kommen und Gehen – und hinter der Essensausgabe ordentlich Hektik. Leere Salatschüsseln werden weggebracht und sofort gespült, ebenso wie benutztes Geschirr. Manch ein Gast möchte bei den sommerlichen Temperaturen ein kühles Eis, andere können den knusprigen Pommes nicht widerstehen. Da muss hinter dem Tresen jeder wissen, was zu tun ist. Jeder Handgriff sitzt, damit die Besucher nicht lange warten müssen. „Darum ist es gut, dass es ein festes Team gibt, das seit dem ersten Turnier vor zehn Jahren hier zusammenarbeitet“, sagt Birgit Grunwald vom Reitverein. Sechs Frauen bilden den harten Kern. Hinzu kommen noch einige Helfer, die allerdings nicht an allen drei Tage dabei sind.

Die Mitglieder des Versorgungsteams seien die ersten, die an den Turniertagen kämen und meist die letzten, die wieder gingen. Gegen 5 Uhr oder 5.30 sind sie vor Ort und haben meist erst gegen 22.30 Uhr Feierabend. Ein langer, anstrengender Tag, doch „es macht Spaß“, versichert Grunwald. Man könne das Turnier verfolgen und bekomme viel positive Resonanz von den Gästen. „Außerdem verstehen wir uns untereinander sehr gut.“

Der „Hahn im Korb“ und einziges Nichtmitglied des Reitvereins an der Essensausgabe ist Fred Koppe. Der dreht seit Jahren bei dem Turnier die Würstchen am Grill oder brät Fleisch. Dafür hat er an diesem Sonnabend sogar extra früher Feierabend gemacht. „Das ist ein Hobby von mir, ich mache das gern“, sagt Koppe und legt ein Stück Pute in das aufgeschnittene Brötchen, das ihm eine Kollegin stumm hinhält. Auch auf anderen Veranstaltungen macht er manchmal den „Grillmeister“, aber „dieses Turnier ist schon etwas besonders, irgendwie eine eigene Welt“, findet Koppe.

Diese Meinung teilen auch Alina Geißler und ihre Mutter Sabine aus Wechold. Mit neun Jahren hat Alina das erste Mal am Turnier in Bücken teilgenommen und ist seitdem jedes Jahr wieder am Start. „Es ist eine schöne Atmosphäre“, sagt Alina. „Die Reitplätze sind groß und man trifft immer viele Bekannte.“ Auch ihre Mutter, die die Veranstaltung ebenfalls seit zehn Jahren besucht, ist begeistert: „Es ist einfach gemütlich hier. Selbst als Zuschauer kommt man immer wieder gern.“

Worte wie diese freuen die Pressesprecherin des Vereins, Roswitha Rath. „Wir bekommen häufig Lob von den Gästen, die mittlerweile auch aus Hannover und Bremen anreisen.“ Auch viele Fahrradtouristen, die durch Zufall vorbeikämen, seien schon bei der Veranstaltung hängengeblieben.

Der Verein bemühe sich auch, die Besucher jedes Jahr mit einer Neuerung zu überraschen. Dieses Mal sei es die digitale Startertafel, an der die Reiter direkt sehen könnten, wie sie abgeschnitten haben und wann sie an der Reihe sind.

Zehntes Reitturnier des RV Mittelweser in Bücken

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