„Mein Sehnen kennt den Weg“

Magelser Therapeutin Nora Römer schreibt ein Buch über Heilungsgeschichten

Nora Römer schildert in ihrem Buch „Mein Sehnen kennt den Weg“ anhand von echten Fällen sechs ganz unterschiedliche Heiligungswege. Namen, Daten und Fakten hat sie natürlich verändert, um die Privatsphäre ihrer Klienten zu schützen.
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Nora Römer schildert in ihrem Buch „Mein Sehnen kennt den Weg“ anhand von echten Fällen sechs ganz unterschiedliche Heiligungswege. Namen, Daten und Fakten hat sie natürlich verändert, um die Privatsphäre ihrer Klienten zu schützen.

Magelsen – Die Heilpraktikerin Nora Römer aus Magelsen erzählt in ihrem ersten Buch von sechs verschiedenen Heilungsmethoden.

Wer sich nach einer heilsamen Veränderung sehnt, der trägt seinen persönlichen Lösungsweg schon in sich. Davon ist Nora Römer überzeugt. Die Heilpraktikerin aus Magelsen hat schon viele Menschen auf diesem Weg begleitet. Sechs Heilungsgeschichten erzählt sie in ihrem ersten Buch „Mein Sehnen kennt den Weg“.

Die Psychotherapie bildet einen Schwerpunkt von Römers Arbeit. Vor einigen Jahren hat sie das „Kraftquellenheilungskonzept“, kurz „Kaquheko“, entwickelt und begonnen, Therapeuten in dieser ganzheitlichen Heilungsmethode auszubilden. In einer dieser Weiterbildungen kam die Frage auf, ob sie nicht mal ein Buch schreiben wolle.

Römer lacht. „Erst habe ich das abgelehnt. Es gibt doch schon so viele Bücher.“ Doch eine junge Psychologin ließ nicht locker. „Sie sagte: ,Stell dir vor, in Bayern ist jemand in einer Lebenssituation in Not. Er liest dein Buch und findet darüber Antworten und Hilfe.’“

Eine Vorstellung, die Römer nicht mehr losließ. Sie fing an zu schreiben. Herausgekommen sind 435 Seiten, auf denen die 60-Jährige sechs Heilungsgeschichten erzählt. Das Buch richtet sich an Therapeuten, die sich für eine „andere Haltung im Therapieverständnis“ interessieren – und an Menschen auf der Suche nach Möglichkeiten, an ihr ganz eigenes Heilungswissen heranzukommen.

„Ich sage nicht zu jemandem: ,Mach es so, dann ist es richtig’ oder ,Mach es so, dann ist es falsch’“, erklärt Römer. „Ich gehe davon aus, dass es in jedem Menschen eine innere Möglichkeit, einen inneren Ort, etwas gibt, wodurch er oder sie ganz genau weiß, was gesunde Lebensgestaltung für ihn ist. Ich gucke nach seinen Ressourcen, seinen Stärken, seinen Interessen. Wenn ein Mensch in Not ist in einer emotional-seelischen oder in einer körperlichen Angelegenheit, gibt es etwas, worauf er zurückgreifen kann.“

An dieses „Etwas“ heranzukommen, ist Ziel von Römers Arbeit. „Oft ist es verbaut durch Biografie, traumatische Ereignisse, Prägung“, sagt sie. Als Heilpraktikerin und Therapeutin versucht sie, durch verschiedene Methoden einen Rahmen herzustellen, damit der Mensch eine Antwort findet.

Wie das konkret aussehen kann, schildert Römer in ihrem Buch. Namen, Daten und Fakten hat sie verändert, um die Privatsphäre der Klienten zu schützen. Aber die Fälle sind echt. Sechs ganz unterschiedliche Thematiken, sechs ganz unterschiedliche Heilungswege.

Da ist zum Beispiel Lore, eine Frau mit sehr wenig Selbstbewusstsein, die immer versucht, es ihrem Umfeld Recht zu machen. „Das einzige eigene, was sie hat, ist die Fotografie“, sagt Römer. Lore leidet unter heftigen Migräneanfällen. Immer dann, wenn sie etwas Schönes vor- oder zu viel Stress hat. „Das ist übrigens typisch“, sagt Römer, die Körper, Geist und Seele als Ganzes betrachtet.

Lore kommt zu Römer mit dem Wunsch, die Kopfschmerz-Attacken loszuwerden – und sie geht mit der Erkenntnis, dass sie Potenzial hat, dass sie jemand ist. Für Lore gibt es ein Happy End: Sie baut sich ihre eigene kleine Fotogalerie auf.

Für eine andere Protagonistin endet ihre Geschichte mit dem Tod. „Mit einem guten Tod“, sagt Römer. Die Klientin hat Krebs im Endstadium und setzt ihre gesamte Hoffnung auf Heilung in die systemische Arbeit. Am Ende stirbt sie an ihrer Krebserkrankung – aber bis dahin „kann sie so viel für sich machen, dass sie in Akzeptanz geht“.

Oder der Mann, der sich ständig aufreibt und zu Römer kommt, weil seine Frau darauf besteht und mit Trennung droht. Der ausgebrannte Politiker beginnt, sich mit seiner tief traumatischen Kindheit auseinanderzusetzen. Dabei geht es auch um seine Eltern, die ihre schlimmen Kriegserlebnisse nie aufgearbeitet haben.

Bewusst hat Römer die „Form des Geschichten-Erzählens gewählt. Wie in einem Roman, wie in einem Erzählbuch – damit sich der Lesende wiedererkennen kann“. Zunächst beschreibt sie den Hintergrund ihrer Arbeit, bevor die sechs Geschichten folgen. Im zweiten Teil des Buchs nimmt die Autorin Bezug auf diese Geschichten, fasst zusammen, was passiert, erklärt die Schritte und mit welchen Methoden sie die Klienten begleitet hat. Dazu gibt es Übungen, die die Leser ausprobieren können. „Eine sehr schöne Erfahrung“, hat Römer von den ersten Lesern als Rückmeldung bekommen.

Sie glaubt, dass das Buch bei den Lesern eine „Initialzündung erwirken kann. Oft entsteht der Wunsch nach heilsamer Veränderung aus einem Konflikt oder Leidensdruck, wenn der Mensch nicht mehr zufrieden ist.“

Römer will den Lesern helfen, sich selbst zu reflektieren. Sie ist sicher: „In uns Menschen gibt es immer, solange wir leben, einen gesunden Antrieb, uns weiterzuentwickeln. Das ist wie der Antrieb eines Kindes, Laufen zu lernen.“

Infos zum Buch

„Mein Sehnen kennt den Weg“ von Nora Römer aus Magelsen ist im Verlag „Kleine Fische“ (Bruchhausen-Vilsen) erschienen. Es kostet 19,90 Euro und ist unter www. verlag- kleinefische.de erhältlich (ISBN l 978-3981566680).

Von Mareike Hahn

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