Teil des Hauses Lange Straße 9 in Hoya soll abgerissen werden

Sanierung lohnt sich nicht

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Nur der vordere Teil des Hauses an der Langen Straße soll abgerissen werden, im hinteren Bereich befindet sich auch in Zukunft die Verwaltung der Grundschule Hoya.

Hoya - Von Andree Wächter. Optisch ist das Gebäude Lange Straße 9, ehemals Schuh-Mann, noch in Ordnung, doch der Ausschuss der Samtgemeinde für Umwelt, Bau und Wirtschaft empfahl am Donnerstagabend trotzdem einstimmig, den vorderen Teil des Gebäudes neben der Grundschule Hoya abzureißen. Der hintere Teil soll erhalten bleiben.

Die Politiker hatten den Beschlussvorschlag der Verwaltung vorher noch um den Passus ergänzt, dass sich die Stadt Hoya an den Kosten beteiligen möge.

Erst bei genauerem Hinsehen träten die Mängel des Gebäudes zutage, erklärte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. „Die Liegenschaft ist abgängig“, heißt das in Verwaltungsdeutsch. Ohne hohe Investitionen sei es sehr schwierig, einen Mieter für das seit Februar dieses Jahres leerstehende Geschäft zu finden, sagte Meyer. „Aus städtebaulicher Sicht kann man den Platz zusammen mit der Schule besser gestalten.“ Nach Einschätzung einer Architektin steht der finanzielle Aufwand für eine Sanierung in keinem Verhältnis zum Ertrag durch Mieteinnahmen.

Der geplante Abriss kostet laut Vorlage rund 90000 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten zur Schließung der offenen Gebäudewand. Ein passender Zaun würde den Haushalt mit weiteren 18000 Euro belasten.

Eigentümerin des Hauses ist die Samtgemeinde. Gekauft wurde die Immobilie im Zuge der Sanierung der Grundschule Hoya. Damals war der Abriss noch kein Thema, weil sich im vorderen Teil mit einem Schuhgeschäft noch ein Mieter befand. Im hinteren Bereich des Gebäudes wurde beim Neubau der Grundschule die Schulverwaltung untergebracht.

Der freigewordene Platz soll teilweise in den angrenzenden Brunnenplatz miteinbezogen werden, für die Gestaltung wäre dann die Stadt Hoya zuständig. Der übrige Teil würde dem Schulhof zugeschlagen.

Ausschussvorsitzender Johann Meyer (CDU) verwies darauf, dass verkehrsrechtlich kein Grund zum Abriss bestehe, da keine Gefahr von dem Haus ausgehe. „Als Samtgemeinde haben wir eine Gesamtverantwortung“, ergänzte er.

Ratskollege Frank Lange (Grüne) stellte den Tourismus in den Mittelpunkt seiner Entscheidung: „Ein Abriss hilft dem Gesamtbild Hoyas.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Ernst sprach sich für eine vernünftige Planung aus. „Beide Seiten (Stadt Hoya und Samtgemeinde, Anm. d. Red.) sollen sich an einen Tisch setzen und über die Teilung der Kosten reden“, sagte der Eystruper.

Schlussendlich ergänzten die Politiker die Sitzungsvorlage. Aufgenommen wurde der Punkt, in dem die Verwaltung beauftragt wird, mit der Stadt Hoya in Kontakt zu treten, um über eine Bezuschussung des Abrisses zu verhandeln.

Grundschulleiterin Anne Sophie Wasner bedankte sich beim Ausschuss für die Entscheidung. In der Einwohnerfragestunde sagte sie: „Ein weinendes Auge habe ich, weil der Baulärm weitergeht. Ein lachendes Auge habe ich, weil der Schulhof erweitert wird.“

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