Studenten präsentieren Ergebnisse für eine bessere Orientierung in Hilgermissen

Ortszentrum stärkt das Gemeinschaftsgefühl

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Elisabeth Genenger erzählt den Anwesenden, warum es wichtig ist, einen klaren Ortskern zu haben.

Eitzendorf - Von Alena Staffhorst. Das System der Hausnummern ist chaotisch, es gibt keine eindeutigen Zentren und es fehlen klare Ortsgrenzen – einige Studenten der Hochschule Osnabrück machten den mehr als 50 interessierten Hilgermissern am Mittwochabend im Gasthaus Dunekack in Eitzendorf deutlich, wo es in ihrer Gemeinde hapert. Doch es hagelte nicht nur Kritik, ganz im Gegenteil: Die Studenten hatten sich viele Gedanken gemacht, wie eine bessere Orientierung möglich sein könnte.

Eine Woche lang haben sich die Frauen und Männer auf Idee von Sarah Stegmann aus Ubbendorf in der Gemeinde umgeschaut, Anwohner befragt und verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse haben sie hinterher ausgewertet und gemeinsam nach Lösungen gesucht, wie auch ohne Straßennamen eine bessere Orientierung in Hilgermissen gewährleistet werden kann. Diese Ergebnisse präsentierten sie nun im Gasthaus Dunekack.

„Zuerst haben wir uns in der Gemeinde umgeschaut und einige Charakteristiken zusammengetragen“, erzählte Kevin Wiemann. „Wir haben schnell gemerkt, dass es hier keine richtigen Ortszentren gibt. Wo fängt ein Dorf an, wo hört es auf? Teilweise fehlen sogar die Schilder.“

Ein großes Problem, das den Hilgermissern auch schon vorher bewusst war, sind die ungeordneten Hausnummern. „Das ist ein Chaos“, brachte Wiemann es auf den Punkt. Doch er bemängelte nicht nur die fehlende Ordnung: „Häufig sind die Hausnummern sehr versteckt angebracht und von der Straße aus nicht sichtbar. Das macht es für Ortsfremde natürlich noch schwieriger.“

Zudem seien die vorhandenen Orientierungstafeln teilweise schlecht zugänglich und Eingangsinformationen für Touristen würden auch fehlen.

„Wir haben einige Anwohner befragt, wo sie das Zentrum ihrer Gemeinde sehen“, erzählte die Studentin Elisabeth Genenger. Gut zwei Drittel gaben die Grundschule in Wechold an, etwa ein Viertel sah das dortige Heimathaus als Dorfmitte. „Das ist eine klare Tendenz zu Wechold.“

Mit einem Bild einer U-Bahn-Station sorgte Kevin Wiemann zwar erst für einige Lacher im Publikum, er konnte aber schnell die Idee dahinter klar machen. „Es ist hilfreich, wenn es in jedem Ortskern ein einheitliches Gebilde gibt.“ Natürlich müsse das keine U-Bahn-Station sein, doch die Message kam an. Ein Zuhörer brachte die Idee ein: „Wie wäre es mit einem drei Meter hohen Stuhl, der in jedem Ort eine andere Farbe hat?“

Auch zu den Hausnummern hatten sich die Studenten Gedanken gemacht: „Es können beispielsweise Stelen an den Straßen aufgestellt werden mit den jeweiligen Nummern drauf“, schlug die Studentin Nina Paulsmeyer vor. „Ob das jetzt Stelen aus Naturstein mit integrierter Beleuchtung sind oder welche aus Edelstahl, ist Ihnen überlassen.“ Durch den jeweiligen Ortsnamen unter der Nummer oder durch unterschiedliche Symbole oder Farben könnten die Dörfer voneinander unterschieden werden.

Auch wenn die Brisanz des Themas am Donnerstagabend deutlich zu spüren war, nahm der Großteil der Besucher die Ideen dankend an: „Es ist wichtig, dass wir ein gemeinsames Zentrum haben“, sagte Jürgen Stegemann aus Mehringen. „Dadurch könnten wir auch das Gemeinschaftsgefühl unter den acht Orten stärken.“

„Nun ist es an Ihnen, ob Sie einige unserer Ideen umsetzen möchten“, sagte Professor Thomas Hofmann abschließend. „Sie sollten die Tatsache, dass Sie hier keine Straßennamen haben, als Chance sehen: Finden Sie eine kreative Lösung, die sich von der klassischen Variante abhebt.“

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