Studenten erarbeiten Ideen für bessere Orientierung in Hilgermissen

Lange Häuser-Suche soll ein Ende haben

Hilgermissen - Von Charlotte Reinhard. Seit der Hilgermisser Rat die Einführung von Straßennamen abgelehnt hat (wir berichteten), sucht die Gemeinde nach anderen Lösungen, die es erleichtern sollen, bestimmte Häuser zu finden. Studenten der Hochschule Osnabrück sollen dabei neue Impulse liefern. Das empfahl der Bauausschuss der Gemeinde am Donnerstagabend in seiner Sitzung im Gasthaus „Zum goldenen Krug“.

Wer in Hilgermissen ein Haus sucht, sucht mitunter sehr lange: In der Gemeinde gibt es keine Straßennamen, und die Hausnummern wurden nach dem Zeitpunkt des Baus vergeben, nicht nach der Lage des Gebäudes. So steht in Wechold beispielsweise das Haus mit der Nummer 76 gegenüber von Haus Nummer 100. Viele Navigationsgeräte finden die Häuser nicht. Ein Problem, denn auch Rettungswagen haben nach Berichten einiger Ausschussmitglieder schon Schwierigkeiten gehabt, schnell zu ihrem Ziel zu gelangen.

Aus diesem Grund stand schon vor Jahren die Frage im Raum, ob es sinnvoll wäre, in Hilgermissen Straßennamen einzuführen. Die Diskussion gipfelte im Januar 2013 in einer Bürgerbefragung, bei der die Mehrheit der Hilgermisser gegen Straßennamen stimmte. Der Rat der Gemeinde hielt sich an diese Meinung.

Weiler-Schilder sollen Ortsteile abgrenzen

Seitdem wird in der Gemeinde nach anderen Lösungen gesucht, die die Auffindbarkeit von Grundstücken verbessern sollen. So sollen demnächst 60 grün-gelbe Schilder, sogenannte Weiler-Schilder, mit den Ortsteil-Bezeichnungen aufgestellt werden. Sie sollen helfen, die Ortsteile voneinander zu trennen und so die Orientierung erleichtern.

Nach der Bürgerbefragung wurden die Hilgermisser, deren Grundstücke nicht direkt an den größeren Straßen liegen, gebeten, Schilder mit ihren Hausnummern an den Abzweigungen anzubringen. Einige sind dieser Aufforderung nach Aussage eines Bauausschussmitglieds bereits nachgekommen, aber längst nicht alle.

Der Hilgermisser Rat suchte sich nach der Bürgerbefragung fachliche Hilfe. Ratsmitglied Sarah Stegmann (Wählergemeinschaft Hilgermissen WGH), die an der Hochschule Osnabrück Industrial Design studiert, erinnerte sich, dass einer ihrer Professoren ein Leitsystem für ein Kreishaus entwickelt hat und schlug vor, ihn anzusprechen. Der Professor war an dem Problem der Gemeinde sehr interessiert und machte daraus ein Projekt für das Modul „Ergonomie zwei“, das Industrial-Design-Studenten absolvieren müssen. Drei Studenten aus dem dritten Semester meldeten sich für das Projekt, fünf weitere, die das Fach Freiraumplanung studieren, schlossen sich ihnen an. Die acht jungen Männer und Frauen werden von Montag, 3. November, bis Donnerstag, 6. November, die Gemeinde Hilgermissen in Begleitung von zwei Professoren besuchen, um vor Ort Lösungen zu erarbeiten. Die Endbesprechung, bei der die Ergebnisse vorgestellt werden, ist für den 26. November geplant.

Der Bauausschuss war sich einig, dass die Gemeinde die Hilfe der Studenten benötigt und votierte ohne Gegenstimme für ihren Besuch. Die Unterbringung sowie die Verpflegung der Studenten und Professoren soll mit Geld aus dem Produktkonto „Ehrungen und Feiern“ bezahlt werden. „Da der Tag des Ehrenamts von 2014 auf 2015 verschoben wurde, ist noch Geld übrig“, erklärte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Arndt Kuhlmann (WGH).

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