Sie leuchten den Weg

Hoyas Lichtgestalten: Alles rund um das Thema Straßenbeleuchtung

Sie leuchten den Weg: Die 640 Lampen in der Stadt Hoya sollen den Bürgern in der Dunkelheit Orientierung verschaffen.
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Sie leuchten den Weg: Die 640 Lampen in der Stadt Hoya sollen den Bürgern in der Dunkelheit Orientierung verschaffen.

Hoya – 640 Lampen erhellen die Stadt Hoya. Doch wer kümmert sich um die? Und warum leuchten sie manchmal auch dann, wenn es schon hell ist. Jürgen Köneking hat die Antworten.

Sie leuchten den Weg, wenn man sich früh morgens für eine Joggingtour aus dem Bett gequält hat, abends noch schnell etwas einkaufen möchte oder – vor der Pandemie – nachts aus einer Kneipe torkelt. Die 640 Lampen in der Stadt Hoya sagen der Dunkelheit den Kampf an, um den Bürgern Orientierung zu verschaffen.

Ein harter und eintöniger Job: Licht ein. Licht aus. Licht ein. Licht aus. Eigentlich ist es ihr Job, Helligkeit zu spenden, wenn der Himmel dunkel ist. Doch manchmal scheinen sie etwas verwirrt zu sein, denn dann leuchten sie auch noch, obwohl längst die Sonne scheint. Aber warum ist das so? Und wem spenden sie eigentlich ihr Licht am späten Abend, wenn doch coronabedingt möglichst alle daheim bleiben sollen? Warum sind tief in der Nacht nur wenige von ihnen aktiv? Und wer kümmert sich, wenn mal ein Lämpchen kaputt geht? Fragen über Fragen, auf die Jürgen Köneking, Leiter des Liegenschaftmanagments der Samtgemeinde Grafschaft Hoya, die Antworten hat.

Fast an jeder Ecke ragen sie empor: die Straßenlaternen. Sie sind Eigentum der Stadt Hoya, die auch für deren Kosten aufkommt – sowohl für den Energieverbrauch als auch die Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten. Im letzteren Fall ist die Avacon gefragt. Im Auftrag der Stadt kümmern sich Mitarbeiter des zuständigen Energieversorgers, wenn mal ein Lämpchen kaputt ist oder die Technik Probleme macht. Wie viel Energie pro Jahr und pro Straßenlaterne verbraucht werde, könne nicht pauschal festgelegt werden. „In Hoya gibt es viele verschiedene Lampen. Sie unterscheiden sich in mehreren Dingen, wie in ihrer Lichtpunkthöhe, dem Anwendungsgebiet und der Art des Leuchtmittels. LED-Straßenleuchten zum Beispiel haben eine Leistungsaufnahme von circa 16 bis 55 Watt“, verrät Jürgen Köneking. Insgesamt gebe die Stadt aber rund 26 000 Euro im Jahr an Stromkosten für den Betrieb der Laternen aus.

Stadt Hoya hat auf LED umgerüstet - Laternen werden zentral durch Dämmerungsschalter gesteuert

Zur Adventszeit erstrahlen Hoyas Straßen dann noch einmal etwas heller, denn dann brennen 30 weitere Lampen mit den bestehenden Straßenlaternen um die Wette, um die Menschen in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Sie sind im Zeitraum vom ersten Advent bis Anfang Januar in Betrieb und werden am späten Nachmittag bis in den Abend hinein eingeschaltet. „Der zusätzliche Stromverbrauch ist aufgrund der LED-Technik und der daraus resultierenden kleinen Wattage aber recht gering“, so Jürgen Köneking.

Mitterweile hat die Stadt Hoya den Großteil ihrer Leuchten auf LED umgerüstet. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Glühbirnen bieten diese eine lange Lebensdauer und verbrauchen nur wenig Energie. „Bereits 2008 wurden rund 50 Leuchten auf ein Energiesparsystem (PLL) umgestellt. Bis 2011 wurden anschließend knapp 300 Lampen mit LED ausgestattet und damit die kompletten Quecksilberdampfleuchten (HQL) beseitigt“, erklärt Jürgen Köneking. Die HQL-Lampen sollen übrigens aufgrund der EU-Richtlinie für eine umweltgerechte Gestaltung von energieverbrauchsrelevanten Punkten bereits seit Jahren nicht mehr verkauft und verbaut werden. Einzeln vorhanden seien in Hoyas Laternen hingegen noch Natriumdampflampen, kurz NAV-Lampen, die ebenfalls sehr sparsam seien, verrät Köneking.

Aber nicht nur durch die LEDs soll Energie eingespart werden, sondern auch durch den sogenannten Dämmerungsschalter, der in einigen der Laternen verbaut ist. „Die Steuerung der Straßenbeleuchtungsanlage erfolgt über einen zentralen Dämmerungsschalter. Dieser überwacht die Helligkeit und gibt am Abend das Signal zum Einschalten und am Morgen erneut ein Signal zum Ausschalten der Beleuchtung“, klärt Jürgen Köneking weiter auf. Grundsätzlich seien die Lampen teilnächtig geschaltet. Aktuell leuchten sie ab circa 5 Uhr am Morgen bis zum Eintreten der Dämmerung sowie mit Beginn der abendlichen Dämmerung bis 23 Uhr. Solche Schalter seien wichtig, da die Zeiten des Sonnenunter- und des Sonnenaufgangs über das Jahr variieren würden und auch die Witterung Einfluss auf die natürliche Helligkeit habe. Bei fest eingestellten Zeiten könnten diese Kriterien nicht mitberücksichtigt werden. Die Lampen der Weihnachtsbeleuchtung hingegen verfügen noch nicht über diese moderne Technik. „Für die müssen wir bestimmte Zeiten einstellen“, sagt Jürgen Köneking.

Bei Nacht sind nur vereinzelte Straßenlaternen in Hoya aktiv - Es gibt keine Vorschriften für Brenndauer

Doch trotz des Dämmerungsschalters kommt es manchmal vor, dass einige der Laternen nicht „merken“, dass die Sonne bereits aufgegangen und genügend natürliches Licht vorhanden ist, sodass sie sich abschalten könnten. Woran kann das liegen? „Das hängt von der verbauten Technik ab“, so Jürgen Köneking. Eine mögliche Ursache könnte beispielsweise sein, dass bei einer trüben Witterung das nötige Beleuchtungsniveau erst später erreicht werde. Oder dass für Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten die Beleuchtung am Tage temporär eingeschaltet werden muss.

Auch wenn sich die meisten Straßenlaternen der Stadt gegen 23 Uhr abschalten: Wer tief in der Nacht durch Hoyas Straßen läuft, muss trotzdem nicht ganz im Dunkeln tappen. „Dann sind allerdings nur noch vereinzelt Laternen in Betrieb, die als Orientierungspunkte gelten sollen. Zumeist befinden sie sich an Eckpunkten“, erläutert Jürgen Köneking. Auch dieser Umstand sei auf das Einsparen von Energie zurückzuführen. Vorschriften, wie viele Laterne, wie lange brennen müssten, gebe es nicht. „Das kann jede Gemeinde für sich selbst entscheiden“, so der Leiter des Liegenschaftsmanagments.

Aber warum brennen die vielen Laternen eigentlich noch bis spät in den Abend, wenn sich die Bürger coronabedingt doch eigentlich größtenteils zu Hause aufhalten sollten? „Wir haben deren Brenndauer nicht auf die Corona-Zeit angepasst. Zudem sind wir ja bisher auch nicht von einer Ausgangssperre betroffen. Insgesamt denke ich, ist es auch sehr schwierig, die Lampen den jeweiligen Corona-Regelungen anzugleichen“, meint Jürgen Köneking.

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