Bürgerschießen: Als Kinderkönigin Theeske Asendorf gekürt wird, weichen die Wolken

Da strahlt sogar die Sonne

Stolz trägt Hoyas Kinderkönigin Theeske Asendorf die schwere Königskette. Mit ihr freuen sich (v.l.) Begleiter Finn Brinkmann, Scheibenträger Malte Haasner und Begleiterin Emma Platzke. - Foto: hfr

Hoya - Von Horst Friedrichs. Ein Wechselbad wilder Wetterkapriolen ergoss sich am Wochenende über Hoya. Buchstäblich. „Na und?“, sagten sich Verantwortliche und Teilnehmer des Bürgerschießens und tricksten Petrus kurzerhand aus. Dunkle Wolken und heulende Sturmböen wichen am Sonnabend strahlendem Sonnenschein – wie bestellt, so schien es, während Hoyas frischgebackene Kinderkönigin Theeske Asendorf und ihr Gefolge mit farbenfroher Marschformation in die Stadt einzogen.

„Als sich der Himmel aufzuklaren begann“, verriet General Arne Henrik Meyer später, „haben wir reagiert und die Proklamation vorgezogen.“ Dass sie das Richtige getan hatten, wurde Mitwirkenden und Zuschauern spätestens beim Anbringen der Königinnenscheibe an Theeske Asendorfs Elternhaus an der Lindenallee kurze Zeit später klar, als es erneut wie aus Kübeln schüttete und kurze, aber heftige Böen sogar die eine oder andere Girlande abrissen.

Nichtsdestoweniger strahlte die Sonne wieder vom vorübergehend blauen Himmel, als es auf den abendlichen Königsball zuging. Im großen, lichten Festzelt – vor Nässe und Kälte sicher – krönte Hoyas neuer Bürgerkönig Bernd Westhoff den zweiten Tag seiner Regentschaft mit einem schwungvollen und heiteren Festball.

Zuvor hatte der Sonnabendnachmittag den Kindern und ihren erwachsenen Festbegleitern spannende Stunden geboten. Der Wettkampf um die Königswürde der insgesamt 24 teilnehmenden Mädchen und Jungen gestaltete sich als Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der späteren Majestät und ihrem schärfsten Konkurrenten. Theeske Asendorf sicherte sich die Königswürde mit einem geringen Teilervorsprung vor Malte Haasner, der anschließend als Scheibenträger fungierte. Als Begleiter wählte die neue Kindermajestät Emma Platzke und Finn Brinkmann aus.

Schon vor vier Jahren, beim letzten Bürgerschießen, hatte Bürgermeisterin Anne Wasner den Teilnehmern Unwetterfestigkeit und Wolkenbruchresistenz bescheinigt. Eine Erdverwachsenheit konnte sie auch diesmal feststellen, wobei die Erkenntnisse der Vergangenheit optimal für die Gegenwart genutzt wurden: Erfahren im Umgang mit unberechenbaren Witterungswirren, machten die Hoyaer das Beste aus den Widrigkeiten und nutzten reaktionsschnell die Schlupflöcher, die sich boten, wenn Wind und Wolkenbrüche eine Atempause einlegten.

Am Sonntag fand das diesjährige Bürgerschießen dann einen weiteren, letzten Höhepunkt. Um 14 Uhr traten die Bürgervereine und zahlreiche Gastvereine aus der Region im Bürgerpark an. Mit dabei waren auch viele Kapellen und Spielmannszüge. Im Park wurden sie von Anne Wasner begrüßt und holten sich ihre Fahnenbänder ab. Anschließend zogen sie in einem langen Tross durch die geschmückte Stadt zur Scheibenwiese, wo das Bürgerschießen gemütlich ausklang und die Schützen am Preisschießen teilnehmen konnten.

Für die Hoyaer beginnt nun eine ungewöhnlich lange Wartezeit bis zum nächsten Bürgerschießen. Denn das feiert die Stadt nicht, wie üblich, nach vier Jahren, sondern erst 2021. Anlass ist der 400. Jahrestag des ersten Bürgerschießens 1621. König Bernd Westhoff darf also ein Jahr länger regieren als seine Vorgänger.

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