Da steckt drin, was drauf steht

Schüler der Marion-Blumenthal-Oberschule engagieren sich beim „Sozialen Tag“

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Katarina Troglic (20) und Ermin Basaskic (19), beide ursprünglich aus Bosnien-Herzegowina, absolvieren derzeit ein freiwilliges soziales Jahr beim Verein „Schüler Helfen Leben“ in Neumünster (Schleswig-Holstein) und informieren in Hoya über den „Sozialen Tag“.

Hoya - Von Michael Wendt. Für sich und andere einstehen, Fremden helfen und zugleich etwas Berufspraxis sammeln – das können die Schüler der Marion-Blumenthal-Oberschule (OBS) Hoya beim „Sozialen Tag“. Am 26. Juni, zwei Tage vor Beginn der Sommerferien, nehmen die Fünft- bis Neuntklässler an der bundesweiten Aktion teil (die Zehntklässler sind dann bereits voll im Schulabschluss-Modus). Was der „Soziale Tag“ ist, was die Schüler machen und wem sie helfen, das erklärten zwei Freiwilligendienstler jetzt an der OBS.

Katarina Troglic (20) und Ermin Basaskic (19), beide ursprünglich aus Bosnien-Herzegowina, absolvieren derzeit ein freiwilliges soziales Jahr beim Verein „Schüler Helfen Leben“ in Neumünster (Schleswig-Holstein). Die Initiative, die den jährlich stattfindenden „Sozialen Tag“ ausrichtet, wurde 1992 während des Jugoslawienkriegs von Schülern gegründet. Zu der Zeit waren Bilder des Kriegs aus Kroatien und Bosnien- und Herzegowina im Fernsehen zu sehen.

Katarina Troglic und Ermin Basaskic sind selbst von den Folgen des Bürgerkriegs betroffen. Ermin erzählte den Hoyaer Schülern eindringlich, dass er in seinem Heimatland als Sohn von Vertriebenen, die ihren gesamten Besitz verloren hatten, von Lehrern und Mitschülern diskriminiert wurde. In einem vom Verein „Schüler Helfen Leben“ organisierten Projekt habe er viel gelernt und viele Freunde gefunden. „Das Projekt hat mir und meiner Familie sehr geholfen“, erzählte er.

Auf die Probleme der Teilung aufmerksam machen

Katarina schilderte nicht weniger eindringlich, dass die in Bosnien-Herzegowina lebenden Bosnier, Serben und Kroaten kaum Kontakt zueinander hätten und in der Schule völlig getrennt voneinander unterrichtet werden. Oft gebe es sogar unterschiedliche Pausenhöfe. Das von „Schüler Helfen Leben“ unterstützte „Genesis“-Projekt arbeitet dagegen an. „Es bietet Workshops für Schüler und Lehrer an, um auf die Probleme der Teilung aufmerksam zu machen“, erklärte sie. Mit Erfolg: Kürzlich haben demonstrierende Schüler erreicht, dass in einer neuen Schule entgegen den ursprünglichen Planungen ein gemeinsamer Unterricht erfolgt.

Die Hoyaer Schüler, die am „Sozialen Tag“ teilnehmen, unterstützen mit ihrer Arbeit diese und andere Projekte von „Schüler Helfen Leben“ – außer in Südosteuropa auch welche in Jordanien, wo zahlreiche syrische Flüchtlingsfamilien unter den schlechten Bedingungen in den Flüchtlingscamps leiden. Wie die Unterstützung funktioniert, erklärten Ermin und Katarina den Hoyaer Schülern (siehe Kasten).

Deutschkenntnisse aus dem Fernsehen

Der laute Applaus für Ermin und Katarina am Ende ihrer Ausführungen zeigte, dass sie die Schüler erreicht hatten. Sie beide leben erst seit einem halben Jahr in Deutschland, sprechen aber nahezu glasklares Deutsch. Das beeindruckte nicht nur OBS-Lehrerin Petra Landes, die den „Sozialen Tag“ für die Hoyaer Schüler mitkoordiniert. „Ich bin wirklich beeindruckt – ihr habt das großartig gemacht“, lobte sie die beiden Gäste. Die verrieten unserer Zeitung gegenüber, woher sie ihre guten Deutschkenntnisse haben: aus dem Fernsehen. „Und da sag noch einer, Fernsehen bildet nicht“, scherzte Ermin.

Weitere Informationen dazu gibt es hier.

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