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TSV Hassel gewinnt Kampf gegen Mäuse: Sportplatz nimmt Betrieb wieder auf

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Von: Nala Harries

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Die Mäuse sind verschwunden, die Rasenfläche dicht bewachsen, sodass dort endlich wieder trainiert werden kann. Für morgen ist zudem das erste Spiel geplant.
Die Mäuse sind verschwunden, die Rasenfläche dicht bewachsen, sodass dort endlich wieder trainiert werden kann. Für morgen ist zudem das erste Spiel geplant. © nala harries

Hassel – Was lange währt, wird endlich gut – dieser Satz bringt die Situation rund um den großen Hasseler Sportplatz gut auf den Punkt. Der war nämlich lange wegen einer Mäusepopulation, die dort im Boden ihr Unwesen trieb, gesperrt. Über mehrere Jahre hinweg erstreckte sich der Kampf zwischen Nagern und Sportlern. Doch jetzt konnte der Turn- und Sportverein (TSV) das Match endgültig für sich gewinnen.

Denn die Mäuse sind verschwunden, und der Platz kann endlich für den Spielbetrieb freigegeben werden.

Anfang der Woche fand dort nach langer Zeit wieder das Training der ersten Herrenmannschaft statt, die sichtlich erfreut über die Rückeroberung ihres Rasens war. „Es hat lange gedauert. Die Atmosphäre, die hier vorher sonntags bei den Spielen zu spüren war, fehlte einfach. Ich hoffe, dass wir das wieder so hinbekommen, wie es einmal war“, meint Trainer Clemens Sachau. Der große Sportplatz sei ein Dorfmittelpunkt, dort traf man sich mit der ganzen Familie, um seine Mannschaft anzufeuern. „Es ist schön, dass es nun endlich wieder losgehen kann“, sagt Sachau mit Blick auf die angesetzten Fußballspiele. Das erste ist bereits für morgen, 1. Mai, geplant. Dann misst sich der TSV Hassel mit dem ASC Nienburg. Los geht es um 15 Uhr. Insgesamt fünf Spiele seien bis Ende der Saison auf dem Platz vorgesehen, berichtet der Trainer.

„Wir müssen zusehen, dass wir Betrieb auf dem Rasen haben. Auf diese Weise können wir die Mäuse davon abhalten, wiederzukommen“, fügt der TSV-Vorsitzende Jens Braun hinzu. Denn das bereitet ihm nach dem langen Kampf gegen die Nager immer noch Sorgen.

Seit 2019 hatte der Verein versucht, die Mäusepopulation zu vertreiben. Diese ruinierte den Platz in einem solchen Ausmaß, dass er für den Spielbetrieb gesperrt werden musste. Wie ein schweizer Käse sah er aus: Kleine Löcher verteilten sich von der Mitte über die gesamte Länge der Fläche. Zunächst hatte man diese mit Sand aufgefüllt, doch vergebens. Auch die engagierte Schädlingsbekämpfungsfirma war erfolglos. Zunächst schien ihre Taktik zwar zu funktionieren, sodass der Sportplatz wieder angeglichen werden konnte. Aber zu früh gefreut: Die Mäuse kamen zurück, und die Hoffnung, je wieder auf der Fläche Fußball spielen zu können, schwand. Eine Komplettsanierung, die rund 150 000 Euro verschlingen würde, war jedoch ausgeschlossen, und zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde Hassel auch schon 3 000 Euro in die Wiederherstellung investiert.

In die neue Runde im Kampf gegen die Nager startete der Verein dann mit viel ehrenamtlicher Unterstützung: Jürgen Kramer vom Biolandhof Kramer aus Hassel führte Tiefenfräsungen durch, um die Population zu stören. „Das hat er insgesamt dreimal gemacht und anschließend die Fläche wieder begradigt“, berichtete Jens Braun im vergangenen Jahr nach Abschluss der Arbeiten. Anschließend säte Gärtnermeister Dirk Krebs aus Hoyerhagen die Fläche wieder neu ein. Die Kosten dafür übernahm die Gemeinde Hassel, der ebenfalls viel an dem Projekt lag.

Mittlerweile ist die Fläche nun wieder mit saftig grünem, dichtgewachsenem Gras bedeckt. Die Mäuse sind verschwunden. Doch der Maulwurf bleibt. „Den werden wir aufgrund des guten Marschbodens hier wahrscheinlich nie los. Aber das ist auch nicht so schlimm“, meint Jens Braun.

Beim Training hat das Tier die erste Herrenmannschaft auf jeden Fall nicht gestört. Bis der Spielbetrieb aber tatsächlich starten kann, war im Laufe der Woche noch einiges zu tun. Wie Betreuer Norbert Müller verrät, musste der Sportplatz noch ausgemessen und abgekreidet sowie die Tornetze wieder eingehängt werden. Auch Rasenmähen stand auf der Liste, damit beim ersten Match alles perfekt ist.

Mehr als zwei Jahre mussten die Spiele beim Partner, dem TSV Hämelhausen, stattfinden, da der andere Sportplatz in Hassel dafür einfach zu klein war. „Für die Jugend ist der okay. Aber nicht für die erste Herrenmannschaft“, erklärt Jens Braun. Umso mehr freuen sich die Verantwortlichen, dass ein Heimspiel im Ort nun endlich wieder möglich ist.

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