Verfahren gegen drei Angeklagte ausgesetzt

Spielhallen-Überfall im Drogenrausch?

Verden/Hassel/Eystrup - Von Wiebke Bruns. Drei Angeklagte aus Dörverden, Eystrup und Hassel mussten sich am Montag vor dem Landgericht Verden wegen eines bewaffneten Spielhallen-Überfalls vor zwei Jahren in Eystrup verantworten. Nach knapp drei Stunden Verhandlung wurde das Verfahren vorläufig ausgesetzt.

Ein 22-Jähriger aus Eystrup soll einen 25 Jahre alten Dörverdener und einen 26 Jahre alten Hasseler am Abend des 9. November 2014 zu der Spielothek gefahren und in der Nähe des Tatorts im Auto gewartet haben. Trotz dieses geringen Tatbeitrags wird auch dem 22-Jährigen versuchte räuberische Erpressung vorgeworfen.

Maskiert sollen die beiden anderen Angeklagten die Spielothek betreten und die Mitarbeiterin mit einem „Schinkenmesser“, Klingenlänge circa 22 Zentimeter, und mit einer Pistole bedroht haben. „Geld her“, forderten sie laut Anklageschrift. Die Mitarbeiterin soll auf die verschlossene Kasse gezeigt haben. Der Dörverdener habe daran gerüttelt, konnte sie aber nicht öffnen, heißt es in der Anklageschrift.

Ohne Beute seien die Angeklagten wieder verschwunden. Alle Drei wurden noch am selben Abend festgenommen, aber bereits am nächsten Tag wieder auf freien Fuß gesetzt.

„Die Beweislage ist nicht so günstig für Sie“, gab der vorsitzende Richter Joachim Grebe den Angeklagten zu bedenken und wies auf gesicherte DNA-Spuren hin. Doch am Montag gab es keine Möglichkeit mehr für die drei Freunde, sich zu den Tatvorwürfen zu äußern. Ihre Verteidiger regten zunächst ein Rechtsgespräch an, das dann auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne die Angeklagten geführt wurde. Daraufhin bekannte das Gericht die Strafen, mit denen die Angeklagten bei voll umfänglichen Geständnissen zu rechnen haben.

Der Dörverdener hat unter Einbeziehung eines Urteils des Amtsgerichts Verden eine Gefängnisstrafe zwischen zweieinhalb und drei Jahren zu erwarten. Bei dem Hasseler, der wegen eines neueren Tatvorwurfs derzeit in Untersuchungshaft sitzt, kämen drei bis dreieinhalb Jahre in Betracht. Und der Jüngste im Bunde, der Eystruper, könne mit einem Zuchtmittel (zum Beispiel einer Verwarnung, einer Auflage oder einen Jugendarrest) statt einer Strafe davonkommen.

Während die beiden älteren Angeklagten von einem erheblichen Drogenkonsum vor der Tat berichteten, will der 22-Jährige mit Drogen nie etwas zu tun gehabt haben. Bei den beiden Älteren ist zu klären, ob eine verminderte Schuldfähigkeit und eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt in Betracht kommen. Die Erstellung entsprechender Gutachten durch einen psychiatrischen Sachverständigen braucht jedoch Zeit.

„Es gibt einen neuen Termin von Amtswegen“, sagte der vorsitzende Richter. Voraussichtlich aber nicht mehr in diesem Jahr.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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