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Spendenbereitschaft ist groß: Hoya sammelt mehr als 3800 Euro für polnische Partnerstadt

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Von: Nala Harries

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Seit 25 Jahren miteinander verbunden: Die Vertreter der Städte Hoya und Duszniki-Zdrój (von links) Bürgermeister Piotr Lewandowski, Hans-Dieter Schmitz und Andreas Ruh sowie Dolmetscherin Ewa Regula und Grzegorz Szredzinski, der Alt-Bürgermeister, welcher die Partnerschaft mit begründet hat, bei dem Treffen in Polen.
Seit 25 Jahren miteinander verbunden: Die Vertreter der Städte Hoya und Duszniki-Zdrój (von links) Bürgermeister Piotr Lewandowski, Hans-Dieter Schmitz und Andreas Ruh sowie Dolmetscherin Ewa Regula und Grzegorz Szredzinski, der Alt-Bürgermeister, welcher die Partnerschaft mit begründet hat, bei dem Treffen in Polen. © privat

Hoya – 3 800 Euro. So viel Geld landete bereits nach knapp einer Woche auf dem Spendenkonto, welches vor Kurzem in Hoya für die Unterstützung der polnischen Partnerstadt Duszniki-Zdrój eröffnet wurde.

Davon berichtete am Montag Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner im Rahmen der Zusammenkunft des Stadtrates. Als Zeichen der Solidarität wünschte sie sich zudem, dass das gesamte Gremium sein Sitzungsgeld ebenfalls auf das Konto einzahle – pro Ratsmitglied beläuft sich dieses immerhin auf 25 Euro. Ohne viele Worte stimmte der Rat Wasners Vorschlag zu.

„Duszniki-Zdrój liegt nur knapp 250 bis 300 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt“, erläuterte die Bürgermeisterin, die auch Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Städtepartnerschaft“ ist, im Vorfeld. Gerechnet hätten die Verantwortlichen vor Ort zunächst mit rund 80 Flüchtlingen, die bei ihnen Schutz finden wollten. „Letztlich sind es 380 Personen“, berichtete Wasner über den aktuellen Stand und lobte in diesem Rahmen die Bürger des Ortes, die sich allesamt ehrenamtlich bei der Organisation und Betreuung einbringen würden. „Die Logistik läuft auf Hochtouren und die Menschen sind dort gut versorgt“, so die Ratsvorsitzende weiter.

Viele Flüchtlinge seien jedoch auch nur in Duszniki-Zdrój auf der Durchreise zu Verwandten oder Freunden nach Italien oder Kanada, sagte Wasner später auf Nachfrage der Kreiszeitung. Vor Ort bemühe man sich derzeit zudem um eine psychologische Betreuung für Kinder und Jugendliche, die unter der Gesamtsituation und dem Verlust von Familienmitgliedern leiden würden. „Außerdem werden notwendige Krankenhausaufenthalte geregelt“, so die Bürgermeisterin. Die Personen, von denen man wüsste, dass sie länger blieben, seien nun aus der vorherigen Unterkunft in einer Turnhalle ausgezogen und würden jetzt in einer Kurklinik leben.

Hoya könne seine Partnerstadt aus der Ferne unterstützen und ihr mit den gesammelten Spenden unter die Arme greifen. Sie und der polnische Bürgermeister würden per SMS in engem Kontakt zueinanderstehen. „Wenn weiterer Bedarf besteht, können wir Duszniki-Zdrój Geld von dem Konto zukommen lassen. Keiner weiß schließlich, wie lange diese Situation noch andauern wird.“

Zudem lobte Anne Sophie Wasner das große Engagement der Bürger aus der Samtgemeinde. Zahlreiche Projekte seien in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft worden. So sammelte beispielsweise der Ruderverein Hoya im Rahmen einer Aktion am Sonntag Spenden für die Ukraine und auch Andreas Ruh und Hans-Dieter Schmitz machten sich kürzlich auf den Weg in die polnische Partnerstadt, um gespendete Feldbetten und Spielzeug zu liefern (wir berichteten). Weiterhin sei ein Hoyaer Bürger bereits dreimal mit seinem privaten Fahrzeug in der Ukraine gewesen, um die Menschen dort mit Hilfsgütern zu versorgen, und einige von ihnen nach Deutschland mitzunehmen. „Er selbst ist 2016 aus dem Irak geflohen und daher fest entschlossen, den Flüchtlingen die Hilfe anzubieten, die er selbst damals erfahren hat“, erläuterte die Bürgermeisterin.

Den lobenden Worten schloss sich auch Stadtdirektor Detlef Meyer an. „Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist wirklich enorm“, sagte er. Aktuell seien in der Samtgemeinde knapp 82 ukrainische Flüchtlinge (Stand Montag) sowohl bei Bekannten und Verwandten als auch in von der Verwaltung angemieteten Wohnungen untergebracht. Allerdings rechne man nun mit regelmäßigen Zuweisungen vom Land: Sieben Personen sollen voraussichtlich täglich im Raum der Grafschaft Hoya untergebracht werden. „Derzeit sind wir noch in der Lage, das zu stemmen.

Aber irgendwann müssen wir uns möglicherweise Gedanken um die Unterbringung in Sammelunterkünften machen“, äußerte er seine Sorgen. Die Verwaltung stoße bereits jetzt an ihre Grenzen, was die Anschaffung der Einrichtung für die angemieteten Wohnungen betreffe, denn alle Gemeinden würden derzeit Mobiliar oder Derartiges für die Ausstattung der Flüchtlingsunterkünfte benötigen. Es haben jedoch auch etliche Bürger bereits privaten Wohnraum für diesen Zweck zur Verfügung gestellt und dies bei Ordnungsamtleiter Uwe Back gemeldet (wir berichteten). Wer ebenfalls Räume für die Unterbringung von Schutzsuchenden anbieten möchte, kann sich unter Telefon 04251/81530 oder per E-Mail an u.back@hoya- weser.de wenden.

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