Spannung ist das Zauberwort

Andreas Winkelmann liest in Hoyerhagen aus seinem Buch „Haus der Mädchen“

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Autor Andreas Winkelmann las am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus Hoyerhagen aus seinem Thriller „Das Haus der Mädchen“, der seit zehn Wochen unter den Top Ten auf der Spiegel-Bestsellerliste steht.

Hoyerhagen - Von Horst Friedrichs. „Frauen wollen Blut sehen.“ Diese Erkenntnis zog Bestseller-Autor Andreas Winkelmann freimütig aus seiner Erfahrung als Verfasser vieler erfolgreicher Thriller. Aus dem neuesten – „Das Haus der Mädchen“ – las er am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus seines Wohnorts Hoyerhagen.

Vor ausverkauftem Haus in der zum großen Saal hergerichteten Sporthalle präzisierte er seinen Erfahrungswert mit der Feststellung: „Den Leserinnen kann das Romangeschehen gar nicht blutig genug sein.“ Das, so Winkelmann, habe er auch in seinen vormaligen Büchern schon berücksichtigt – und natürlich auch im neuesten Thriller.

Der aber ist erfolgreicher als alle bisherigen, wie Heiner Behrens in seiner Begrüßungsansprache im Namen der örtlichen Kulturinitiative „Mittendrin“ feststellte. Ganz oben stehe der neue Winkelmann-Thriller „Das Haus der Mädchen“ auf der Spiegel-Bestsellerliste, und zwar unter den Top Ten seit nunmehr zehn Wochen. Zwar hat Andreas Winkelmann mit all seinen Büchern überwältigende Erfolge erzielt, doch das „Das Haus der Mädchen“ übertraf sie alle und sprang buchstäblich aus dem Nichts auf Platz eins der besagten Bestsellerliste.

Folglich, so der Autor am Freitagabend, habe er über die entscheidende Frage nachgedacht: „Was habe ich anders gemacht?“ Lange habe er nach Antworten gesucht, bis er darauf kam: „Der Titel macht’s.“ Der, so behauptete er, habe nämlich zum ersten Mal Männer veranlasst, ihm Briefe zu schreiben. Sonst seien es immer nur Frauen, die sich per E-Mail oder Post an ihn wenden. Diesmal aber habe sich die männliche Leserschaft erstmals schriftlich zu Wort gemeldet – empört und aufgebracht, weil „in die Irre geführt“ und „arglistig getäuscht“.

Autor würzt Lesung mit Anekdoten

Es klang durchaus glaubhaft, als Winkelmann seinem Publikum drei Briefe von ebenjenen männlichen Lesern vortrug, die sich darüber beklagten, dass „Das Haus der Mädchen“ nicht – wie angesichts des Titels erhofft – im Rotlichtmilieu spiele. War dieses vorgebliche Täuschungsmanöver das Erfolgsrezept für den Superbestseller, wie Winkelmann zwinkernd andeutete? 

Wohl kaum, denn die Assoziation des „Mädchenhauses“ mit einem Bordellschauplatz erfordert schon ein gewisses zielgerichtetes Denken. Und ebendies muss ja nicht zwangsläufig bei der Riesenschar der Leserinnen und der doch eher minderheitlichen männlichen Leserschaft ausgelöst werden.

Nein, die Erfolgsursache lieferte Andreas Winkelmann umgehend mit den Romanszenen, die er vorlas, ab und an gewürzt mit Anekdoten aus seinem Schriftstellerleben. Etwa die aus einer anderen Lesung, in der ihn ein Mathematiker fragte, wie er denn darauf komme, dass eine 26-jährige Frau in seinem Roman in ihrem jungen Leben 3000 Bücher gelesen habe. Keine Ahnung, hatte der Autor wohl sinngemäß geantwortet und war der Frage auch mangels Wichtigkeit nicht weiter nachgegangen. 

Umso deutlicher kristallisierte sich während seiner Lesung am Freitagabend in seinem Wohnort Hoyerhagen heraus, was die wahre Ursache für den Erfolg seiner Thriller ist – und insbesondere für „Das Haus der Mädchen“.

Spannung ist es, in dem Fall ein echtes Zauberwort. Diese Spannung, von der in Klappentexten oft gesagt wird, dass sie einen beim Lesen auf die Stuhlkante zwingt. Beinahe unerträgliche Spannung, die durch Winkelmanns meisterhaft platzierte Cliffhanger noch unerträglicher wird – und ganz nebenbei jene Portion Angst erzeugt, die Andreas Winkelmann seinen Lesern so gern einjagt.

Auf eine Gage für den Abend verzichtete er und spendete sie für die weiteren Aktivitäten von „Mittendrin“. Die nächste davon gibt es schon am 2. November am selben Ort, im Dorfgemeinschaftshaus, wenn Filmemacher Rolf Zacher seinen Film „Herbst in Hoyerhagen“ vorstellt.

andreaswinkelmann.com

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