Bis zu sieben Junge pro Brut / Revier von zehn Quadratkilometern

Treues Eulen-Pärchen nistet seit 1997 in Hämelhausen

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Der Hämelhauser Schleiereulen-Nachwuchs aus den Jahren 2012 (oben) und 2015 (unten).

Hämelhausen - Von Max Brinkmann. Bereits seit 19 Jahren lebt ein Schleiereulen-Pärchen bei Gisela und Helmut Achmus in Hämelhausen. Dass die beiden einen Untermieter haben, erfuhren sie durch einen Bekannten, der sich um Käuze kümmert, und zu Besuch bei der Familie war. Er entdeckte Kot von Eulen am Scheunentor des Hofs und wies Gisela Achmus darauf hin, dass die Tiere dort vermutlich einen Nistplatz suchen.

„Also haben wir uns eine Anleitung geben lassen und einen Nistkasten aus Holz gebaut“, berichtet Gisela Achmus. Diesen hängten sie und ihr Mann neben dem Scheunentor auf. Kurz darauf zogen Schleiereulen ein.

Auf den umliegenden Äckern viele Mäuse

Schon im Juni 1997 gab es den ersten Nachwuchs. Warum die Eulen sich ausgerechnet den Hof der Familie Achmus als Brutplatz ausgesucht haben, ist nicht ganz klar. „Wir leben in einer relativ ruhigen Umgebung“, erklärt Gisela Achmus. „Und das viele Ackerland hier bedeutet, dass es viele Mäuse gibt und sie leicht zu fangen sind.“

Ein Schleiereulen-Weibchen legt in der Brutzeit alle drei Tage ein Ei und brütet die Eier 30 bis 34 Tage aus. Nachdem die Küken geschlüpft sind, dauert es ungefähr 12 Tage, bis sie ihre Augen öffnen. Nach zwei Monaten lernen sie das Fliegen, verlassen das Nest und suchen sich ein eigenes Revier.

Bei Familie Achmus gab es bisher in einer Brut maximal sieben junge Schleiereulen. Wenn sie größer werden, müssen die Eltern bis zu acht Mäuse am Tag für ein einziges Junges fangen. Deshalb hängt die Größe der Brut auch davon ab, wie viele Mäuse es in dem jeweiligen Jahr gibt. Weil es 2015 zahlreiche Feld- und Spitzmäuse gab, hatte das Eulen-Paar zuletzt sogar eine Zweitbrut. „Einmal“, berichtet Gisela Achmus, „ist ein Junges aus dem Brutkasten geflogen und hat den Weg zurück nicht gefunden. Da haben wir es wieder in den Kasten gesetzt“.

„Tiere kommen gut alleine zurecht“

Weil Schleiereulen Wildtiere sind, pflegt Familie Achmus sie so gut wie gar nicht. Sie putzt nur alle paar Jahre den Nistkasten. „Die Tiere kommen sehr gut allein zurecht“, sagt Gisela Achmus.

Die Schleiereulen-Eltern bleiben das ganze Jahr über auf dem Hof. Seit einigen Jahren ist es übrigens das gleiche Paar. Schleiereulen haben ein Revier von zehn Quadratkilometern. Deshalb gibt es auf dem Hof in Hämelhausen auch nur einen Nistkasten – ein weiterer würde eventuell Revierstreitigkeiten hervorrufen.

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