Ende der Schwimmkurs-Pause

Seepferdchen in Hoya für mehr als 300 Kinder

Alltag im Hoyaer Freibad: Seit Anfang Juni versucht das Team dort, so vielen Kindern wie möglich, das Schwimmen beizubringen.
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Alltag im Hoyaer Freibad: Seit Anfang Juni versucht das Team dort, so vielen Kindern wie möglich, das Schwimmen beizubringen.

Rund 25 000 Besucher haben in dieser Saison bislang den Weg ins Freibad in Hoya gefunden. Ein guter Wert in einem schwierigen Jahr, meint Britta Grohs, Leiterin des Fachbereichs Zentraler Service und Bildung bei der Samtgemeinde. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt nach wie vor eine Obergrenze von 450 Gästen. Grohs freut sich über jeden einzelnen. Am meisten freut sie sich jedoch über die Kinder.

Hoya – Von denen ziehen gerade gut ein Dutzend ihre Bahnen im 50-Meter-Becken. Schwimmnudeln helfen ihnen dabei, den Kopf über Wasser zu halten. Dabei hat Ute Sprecher-Ogidie vom „Grafen Schwimmteam“ die Kinder stets genau im Blick, gibt Anweisungen, motiviert und korrigiert ihre Schüler.

Schwimmkurse sind coronabedingt eineinhalb Jahre ausgefallen

Szenen wie diese gehören seit Anfang Juni zum Alltag im Hoyaer Freibad. Seit Anfang Juni versucht das Freibad-Team, so vielen Kindern wie möglich, das Schwimmen beizubringen. „Ich hatte in diesem Jahr 140 Kinder“, sagt Britta Reichmann-Masemann, Fachangestellte für Bäderbetriebe in der Samtgemeinde. Ihr Kollege Willi Riehl habe weitere 110, 115 Teilnehmer in den von ihm geleiteten Kursen gezählt. Auf mehr als 100 kommt auch Sprecher-Ogidie. Und die Saison ist noch nicht vorbei.

Kosten: Hilfe für bedürftige Familien

Am Geld soll die Teilnahme an einem Schwimmkurs nicht scheitern, davon ist Britta Grohs, Leiterin des Fachbereichs Zentraler Service und Bildung bei der Samtgemeinde, überzeugt. „Alle, die einen Kurs machen wollten, konnten einen machen“, sagt sie. In diesem Jahr habe die Bürgerstiftung Nienburg die Kursgebühren für Kinder übernommen, die sich das Angebot nicht leisten konnten. Der Eintritt ins Freibad könne zudem aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets über den Landkreis Nienburg abgerechnet werden. Das gilt nach Angaben von Ute Sprecher-Ogidie auch für die Beiträge zur Mitgliedschaft im „Grafen Schwimmteam“.

In den vergangenen eineinhalb Jahren sind viele Schwimmkurse wegen der Corona-Krise ausgefallen. Entsprechend groß ist der Bedarf. In der Vergangenheit gab es im Hoyaer Freibad nur in den Sommerferien die Möglichkeit, das Seepferdchen oder den Freischwimmer zu machen. Zwei reguläre Kurse standen vonseiten der Samtgemeinde auf dem Programm und ein Angebot speziell für Flüchtlinge. Auch das „Grafen Schwimmteam“ hatte früher nur zwei Anfänger-Gruppen im Freibad Hoya.

Schwimmtrainer-Trio leitet Seepferdchen-Kurse in der Freizeit

Und jetzt? „Wir sind im dritten Durchgang mit je drei Kursen“, sagt Reichmann-Masemann. Sprecher-Ogidie zählt aktuell weitere fünf Gruppen in ihrem Bereich auf. Die ehrenamtliche Schwimmtrainerin hat zudem festgestellt, dass die Zahl der Teilnehmer gestiegen ist. Noch nie habe sie so große Kurse geleitet, sagt sie.

All das leistet das Trio in seiner Freizeit. Sprecher-Ogidie als Ehrenamtliche sowieso. Die Fachangestellten der Samtgemeinde, Reichmann-Masemann und Riehl, leiten die Kurse vor oder nach ihrer regulären Schicht im Freibad.

Ausreichen wird das alles am Ende des Sommers wohl nicht, um die Lücke zu schließen, die die Pandemie gerissen hat. Reichmann-Masemann vermutet, dass es auch im kommenden Sommer noch Nachzügler geben wird, die einen Schwimmkurs besuchen wollen. Weiterhin gebe es sehr viele Anfragen.

Trotz Seepferdchen müssen Kinder im Bad betreut werden

Das Alter der Kinder ist sehr unterschiedlich. Die jüngsten gehen gerade einmal in den Kindergarten. Andere haben schon bald die Grundschule hinter sich gelassen. Viele haben in den vergangenen eineinhalb Jahren einen Schwimmkurs angefangen, der dann aufgrund der Pandemie abgebrochen wurde.

Das Ziel bleibt unabhängig von den Startvoraussetzungen für alle gleich: Sie sollen am Ende die Prüfung zum Seepferdchen ablegen. Dazu müssen sie mindestens 25 Meter am Stück schwimmen und sich währenddessen einmal auf den Rücken und wieder zurück drehen können. Sie müssen tauchen und einen Ring aus schultertiefem Wasser holen. Und sie müssen die Baderegeln kennen. „Wir lassen sie auch vom Startblock springen“, ergänzt Sprecher-Ogidie. Reichmann-Masemann nickt. Das gehört für die Hauptverantwortliche im Hoyaer Freibad auch dazu.

Fast alle der rund 350 Kinder haben die Prüfung am Ende geschafft, sagt Reichmann-Masemann. Alle anderen seien kurz davor gewesen. Ihr ist es wichtig, dass alle Kinder die Grundfähigkeiten erwerben. Dadurch ließen sich viele brenzlige Situationen im Becken vermeiden. Ohne Aufsicht dürften die Kleinen aber auch dann nicht ins Wasser. „Das Seepferdchen ist kein Freifahrtschein, die Kinder alleine kommen zu lassen“, stellt Hoyas Freibad-Chefin klar.

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