Landesstraßen-Anwohner fordern Verkehrsberuhigung

Rat stimmt für Neubaugebiet: Schweringen will wachsen

Schweringen - Von Michael Wendt. Der Schweringer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwochabend die Schaffung von 20 Neubauplätzen im Wohngebiet „Birkenweg Süd“ beschlossen, einem Verfahren zur Schaffung einer weiteren Kiesgrube (Bericht folgt) unter Auflagen zugestimmt und den Haushalt für 2018 verabschiedet – jeweils einstimmig.

Knapp 20 Zuhörer kamen ins Dorfgemeinschaftshaus. Unter ihnen auch Arno Heinrichs. Er überreichte dem Rat eine Liste mit Unterschriften von rund 60 Anwohnern der Landesstraße 351. Sie fordern die Gemeinde auf, Maßnahmen gegen zu schnell fahrende Autos und Lkw zu ergreifen.

Verkehrsberuhigung

Arno Heinrichs zeigte sich als ein emotionaler Fürsprecher von Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Die müssten nicht teuer sein, sagte er und forderte die Gemeinde auf, sich die Kosten im Zweifel vom Land wiederzuholen, weil es vor einigen Jahren die bestehende Verschwenkung der Straße am südlichen Ortseingang entfernen ließ – nach Meinung von Heinrichs rechtswidrig.

Gemeindedirektor Detlef Meyer sagte, der Rat habe das Thema Verkehrsberuhigung seit 2013 regelmäßig behandelt. „Wir nehmen das Bürgerbegehren formal auf. Aber der Rat hat sich dagegen ausgesprochen, eigene Leistungen für Maßnahmen auf einer Landesstraße zu übernehmen. Und das Land und der Kreis sagen: Es gibt keine Notwendigkeit dafür“, sagte er. Mindestens vier Anwohner der Straße, die anwesend waren, sahen das anders und sprachen von Raserei sowie vielen Unfällen oder „Beinahe-Unfällen“.

Haushalt

„Wir können keine großen Sprünge machen. Aber wir leisten uns den Ausbau des Baugebiets“, sagte Elisabeth Kurowski (Wählergemeinschaft Schweringen) bei der Vorstellung des Haushaltsplans für 2018. Die Kämmerei rechnet mit einem Jahresdefizit von knapp 50 000 Euro, das aber aus Rücklagen gedeckt werden kann. Ein ausführlicher Bericht folgt.

Neubaugebiet

Nordwestlich des Friedhofs sollen, unweit des bestehenden Neubaugebiets, weitere 20 Bauplätze entstehen. Das sind angesichts des demografischen Wandels zu viele, befindet der Landkreis in seiner Stellungnahme zum Bebauungsplan (B-Plan). Die Gemeinde hält mit dem dieses Jahr erstelltem Siedlungs- und Gewerbeflächenkonzept der Samtgemeinde dagegen. Darin ist ein höherer Bedarf an neuen Bauplätzen begründet.

„Die Stellungnahme des Kreises bereitet uns ein bisschen Sorgen“, bekannte Detlef Meyer. Er schlug vor, das Baugebiet stückweise und nach Bedarf zu erschließen. Der Rat aber wollte das genaue Gegenteil. „Wir möchten die Verwaltung bitten, das Baugebiet komplett zu erschließen, weil die Interessenten unterschiedliche Interessen haben: Die einen wollen vorne, nahe der Straße bauen, die anderen nach Eiße hin und einer mittig“, begründete Elisabeth Kurowski den Wunsch. „Wir möchten keinen einzigen Bürger verlieren, weil er nicht dort bauen kann, wo er will“, sagte sie. Die bisherigen Interessenten seien alles Schweringer.

Detlef Meyer war skeptisch und sprach von aktuell fünf Voranfragen von Bauwilligen – „für die wird jetzt das Baugebiet zu 100 Prozent erschlossen. Das kann man machen, das ist eine Entscheidung des Rats. Aber es kostet“, gab er zu bedenken. Der Gemeindedirektor erinnerte daran, dass der Rat vor einem Jahr die Erneuerung der Dorfstraße, für die die Verwaltung bereits 250.000 Euro Fördermittel (bei Gesamtkosten von 460 .000 Euro) eingeworben hatte, als zu teuer abgelehnt hatte. Letztendlich stimmten alle Ratsmitglieder für die Kompletterschließung des Baugebiets.

Der Bebauungsplan-Entwurf und die Stellungnahmen dazu sind im Ratsinfosystem auf www.grafschaft-hoya.de einsehbar.

Rubriklistenbild: © dpa

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