Großangelegtes Training auf dem THW-Gelände in Hoya

Nato-Übung: Schweres Zugunglück beschäftigt Rettungskräfte

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Verletzte eines Zugunglücks zu bergen, lautete die Übungsaufgabe für die Feuerwehrleute.

Hoya - Von Horst Friedrichs. Alles, was Sirenen hatte, jagte Sonntagnachmittag durch Hoya: Mit Blaulicht und „Konzert“ starteten Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Rettungsdienst, Polizei und Bundeswehr auf dem „famila“-Parkplatz, der als Sammelpunkt für die Beteiligten einer großangelegten Nato-Übung in der Grafenstadt diente. Die Straßen hallten vom Gellen der Sirenen wider, als die Alarmfahrer mit Bleifuß zum Einsatzziel rasten. Das befand sich auf der Ostseite der Weser. Die Weserbrücke konnte benutzt werden, denn das Epizentrum eines fiktiven Erdbebens befand sich in der Nachbarschaft, im Landkreis Verden.

Immerhin bescherte die angenommene Lage den Übungsteilnehmern auf dem Gelände der Bundesschule des THW ein schweres Eisenbahnunglück. Aus zwei Personenwagen, einer davon umgestürzt, musste eine zunächst unbekannte Zahl von Verletzten geborgen werden. Wie schwer deren Verletzungen waren, ahnte zum Zeitpunkt des Alarms niemand. Hinzu kam ein brennender Kesselwagen, dessen „Giftigkeit“ ebenfalls noch festgestellt werden musste. Unter schwerem Atemschutz gingen Feuerwehrmitglieder aus der Samtgemeinde Grafschaft Hoya gegen das mittels bengalischem Feuer inszenierte „Flammenmeer“ vor.

Unterdessen hatten die Retter bei den Eisenbahnwagen alle Hände voll zu tun. „Tote“ gab es bei dem Unglück nicht, doch mussten die Feuerwehrleute bei der Bergung der insgesamt 20 Verletzten deren Schreie verkraften und sich vor allem auf die Schwere der Verletzungen einstellen. Die Statisten für die Darstellung der Katastrophenopfer kamen von der Jugendfeuerwehr Drakenburg und der Polizeiakademie Nienburg. Für die Hoyaer Feuerwehren gab es drei Einsatzziele: die Brandbekämpfung, die Rettung von Menschen und die Unterstützung der Rettungsdienste der Johanniter und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Nato-Übung in Hoya

Das Erdbeben im Nachbarkreis Verden und das Eisenbahnunglück in Hoya waren Bestandteile einer multinationalen Nato-Übung unter der Bezeichnung „Joint Cooperation“ (wir berichteten). „Wir arbeiten mit rund hundert verschiedenen Akteuren zusammen“, erklärte Oberst Peter Schäfer von dem in Nienburg beheimateten Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) der Bundeswehr. 

Darunter zählten neben Feuerwehr und THW beispielsweise auch die kommunalen Verwaltungen, vertreten durch Bürgermeister und Verwaltungsangehörige aus den zahlreichen Ortschaften im Übungsgebiet. In Hoya übernahm diese Funktion der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Wilfried Imgarten. Horst Oetzel vertrat als Schulmanager die „gastgebende“ Hoyaer Bundesschule des THW.

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Nato-Übung „Joint Cooperation“: 21 Nationen sind beteiligt

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